Círculo Divino: Vienna Flamenco Festival

Juli 30th, 2023  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Vienna Flamenco Festival (Foto: Programmfolder)Vienna Flamenco Festival 2023

5.–8. Oktober 2023 | →Programm (pdf)

Aus Festivalankündigung und Programm:
Hinter jedem großen Festival steht eine Idee, die es von den ande­ren unter­schei­det. Dem Festival Círculo Divino liegt ein Thema zu Grunde, das den Flamenco seit seiner Ent­stehung cha­rak­teri­siert und dem wir eine große Bedeu­tung bei­messen: dem künst­le­ri­schen Zu­sam­men­wirken von Gitanos und Payos. Wie im Doku­men­tar­film Paraíso de Cristal (mehr hier), der auch im Fes­tival zu sehen sein wird, ist das Zu­sam­men­leben von Gitanos und Payos in Andalusien einzig­artig und zeigt sich in einer Natür­lich­keit, die in keiner ande­ren zeit­ge­nös­si­schen Kunst­form in dieser Weise exis­tiert. Weder politi­sche Stra­tegien noch Gesetze kön­nen be­wirken, was im Fla­menco gelingt: die Ver­eini­gung zweier Ethnien in einer der höchst ent­wickel­ten Kunst­formen.

Am 16. November 2010 wurde der Flamenco von der UNESCO zum im­ma­teriel­len Welt­kulturerbe erklärt. Es gibt kaum eine andere Kunst­form, die so grenz­über­schrei­tend funk­tio­niert, die einer­seits ihre Tradi­tionen be­wahrt und anderer­seits den Sprung zur Avantgarde ge­schafft hat. Der Flamenco be­fin­det sich in einem Mo­ment, der wohl einer der span­nendsten in seiner Ge­schichte ist. Er hat die Folklore hinter sich ge­lassen und den Schritt auf die großen Bühnen der Welt getan. Festi­vals in Paris, New York, London oder Amsterdam feiern Triumphe. In Österreich gibt es im Moment keine Ver­ans­tal­tung von sol­chem Format.

Die spanischen, besonders die andalusischen Roma, die Gitanos, spielen in der spanischen Kultur eine Rolle, die mit keiner an­deren zu ver­gleichen ist. Sie haben durch den Fla­menco einen Stellen­wert be­kommen, der sie einer­seits zum Aus­hänge­schild der spa­nischen Kultur werden ließ und der anderer­seits beweist, wie die Kultur einer eigent­lich aus­gegrenz­ten Ethnie dazu bei­tragen kann, sie aus dieser Mar­gi­nalität in eine voll­kommen andere Position zu bringen und die Gesell­schaft dadurch ver­ändern kann.

Das Theater Odeon im Karmeliterviertel erschien uns als der ideale Ort um eine Festival­tra­dition zu beginnen, die hof­fent­lich eine lange Zu­kunft haben wird.

An jedem der drei Abende werden Stars der aktuellen Szene auf der Bühne stehen und sie haben eines ge­meinsam: der Flamen­co ist das Zentrum ihres Lebens und ihres künst­le­ri­schen Schaffens. Zur Welt­premiere seines neuen Stücks hat der Tänzer José Manuel Álvarez mit Esperanza Fernández eine der gro­ßen Stim­men des Cante Gitano ein­geladen, der welt­be­rühmte Pianist David Peña Dorantes stammt aus einer der be­deu­tendsten Gitano-Dy­nas­tien aus Lebrija und Mercedes de Córdoba wird unter an­derem vom ge­heim­nis­vollen Sänger Pepe de Pura be­gleitet.

Genauso wichtig war es uns, die Bandbreite des aktuellen Flamencos auf der Bühne zu prä­sen­tieren: Tradition und Moderne ver­eini­gen sich im Flamenco, ohne dass es nötig ist, Grenzen zu ziehen oder sie zu eti­ke­ttieren.

Natürlich erwartet Sie auch ein interessantes Rahmenprogramm mit einer Ausstel­lung des spani­schen Foto­grafen Fidel Meneses, der Pro­jektion des Doku­mentar­films Paraíso de Cristal, Workshops für alle Stufen in den Spit­zer-Räum­lich­kei­ten und kulina­rische Köst­lich­keiten des spanischen Re­stau­rants LOLA Tapas und El Romero.

Künstlerische Leitung: Susanne Zellinger
Geschäftsführung: Mónica Clavijo

(Text: Festivalankündigung bzw. Programmfolder)

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