Pester Lloyd: „Stereotyp und Bedrohung“

Dezember 21st, 2009  |  Published in Interview, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Mordserie gegen Roma in Ungarn: Beerdigung einer Romni 2009 (Foto: Pester Lloyd)Pester Lloyd: „Vaterlandslose Gesellen“ − Interview mit dem Antiziganismus-Forscher Markus End

Vorurteile und Hass gegen Roma bleiben besonders auch in Ungarn an der Tagesordnung. In einer Umfrage durch die EU aus dem Jahr 2008 halten 90% der ungarischen Roma ihre Diskriminierung in Ungarn für weit verbreitet und im europäischen Vergleich für am ausgeprägtesten. Die Roma-feindlichen Einstellungen sind jedoch kein ungarisches, sondern ein europäisches Problem, denn sie gehören zur gesamteuropäischen Geschichte und Gegenwart. Doch in Ungarn sind Stereotype und Chauvinismus besonders deutlich, sozusagen lehrbuchhaft, erkennbar. Einen einfachen Ausweg daraus gibt es nicht.

Um dieses so weitläufige Phänomen angemessen zu beschreiben, spricht die soziologische Forschung von „Antiziganismus“. Markus End, der sich derzeit als Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung (TU Berlin) mit dem Thema beschäftigt und den Sammelband „Antiziganistische Zustände“ (dROMa-Blog) mitherausgegeben hat, erläutert im Gespräch mit Frederic Heine vom Pester Lloyd aktuelle Gründe und historische Hintergründe des Hasses auf Roma und wie sich die Mehrheitsgesellschaft „ihre Zigeuner“ selbst gebastelt hat. Er sieht die Wurzeln des Antiziganismus in den Grundstrukturen der europäischen Tradition selbst begründet: Nationalismus und Arbeitsethos. Weshalb sich das Problem hartnäckiger hält, als einem lieb sein kann …

Lesen Sie das ausführliche Interview im Pester Lloyd.

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