Domradio: „Im Kosovo vor dem Nichts“

Dezember 20th, 2009  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

DomradioZum Internationalen Tag der Migranten am letzten Freitag brachte das Domradio Köln ein Interview mit Kai Diekelmann, dem Leiter der Flüchtlings- und Auslandshilfe des Caritasverbands der Erzdiözese Köln. Berlin dürfe die 14.000 Kosovo-Flüchtlinge in Deutschland nicht wieder zurückschicken, so Kai Diekelmann im domradio-Interview. Was das Rückführungsabkommen zwischen dem Kosovo und der Bundesrepublik völlig außer Acht lässe, sei „dass von den 14.000 Flüchtlingen, die jetzt zurück sollen cirka 10.000 zur unterdrückten Minderheit der Roma gehören. Und denen ging es im Kosovo schon immer ziemlich schlecht.“

(…) Jetzt ins Kosovo zurück sollen die Menschen, die in den 1990er Jahren vor dem Bürgerkrieg zwischen Serben und Albanern im Kosovo geflohen sind. Bundesweit sind das 14.000 Menschen, die hier kein Asyl bekommen haben (…). In dem Moment, in dem sich die Lage im Herkunftsland wieder verbessert hat und eine Rückkehr zumutbar ist, müssen sie zurück. Man wird allerdings kritisch fragen müssen, ob tatsächlich von Zumutbarkeit gesprochen werden kann, weil die Menschen teilweise seit 12 Jahren hier sind und längst hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Die Caritas sagt Nein, nach spätestens fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland dürfte der Staat die Menschen nicht mehr zur Ausreise zwingen. Allen Experten ist klar, dass sich die kosovarische Regierung um diese Menschen nicht kümmern wird.

Das Gespräch für „Domradio“ führte Heike Sicconi. Hören Sie den ganzen Audiobeitrag von „Domradio“ hier: Interview mit Kai Diekelmann: „Eine Abschiebung in den Kosovo ist unzumutbar“ (18.12.2009)

Comments are closed.