VDSR-BW: Drei Preisträger in Mannheim

September 20th, 2022  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Deutschland: Verleihung des Kultur- und Ehren­prei­ses der Sinti und Roma an Andre­as Freu­den­berg, Christi­an Ro­sen­berg und Iuli­us Rostas

Seit 2014 vergibt der „Verband Deutscher Sinti und Roma/Baden-Württemberg“ (VDSR-BW) den Kultur- und Ehren­preis der Sinti und Roma. Die Preis­ver­leihung findet am Jahres­tag der ersten urkund­li­chen Er­wäh­nung von Sinti und Roma auf dem Terri­to­rium des heutigen Deutsch­lands (20. Sep­tem­ber 1407 in Hildesheim) statt. Die dies­jähri­gen Preis­träger haben Heraus­ragen­des für die Minderheit ge­leis­tet. Sie werden in den fol­gen­den Berei­chen geehrt:

Gesellschaftliches Engagement
Andreas Freudenberg (Foto: berlin-global-village.de)Andreas Freudenberg ist seit den 1970er Jahren in der politi­schen Bildung tätig. Während der Gründungs­phase des Doku­menta­tions- und Kultur­zentrums Deutscher Sinti und Roma in den 1980er Jahren en­gagierte er sich maß­geblich als wissen­schaftli­cher Mitarbeiter und Projektmanager. In den 1990er Jahren übernahm er die Leitung der neu ge­gründeten Werkstatt der Kulturen der Welt in Berlin. Heute ist er Mitglied der Grün­dungs­initiative und Mana­ging Direktor der Träger­gesell­schaft der Global Music Academy und der Global Music School sowie Kura­to­riums­mit­glied der Freudenberg Stiftung.

Engagement für Bildung und Bürgerrechte
Christian Rosenberg (Foto: Licht & Leben, Hamburg)Christian Rosenberg ist seit 2001 Geschäftsführer des Sinti-Vereins zur För­derung von Kindern und Jugend­li­chen e. V. in Hamburg. Die Grün­dung des Vereins war eine Re­aktion auf die starke Bildungs­benach­teili­gung von Kindern und Jugend­lichen mit romanes­spra­chi­gem Hinter­grund, die zuletzt erneut die Rom­no­Kher-Stu­die 2021 nach­wies. Die all­gemei­ne Beratung für Men­schen aller Alters­stufen geht auch auf die Belange von geflüch­teten Menschen ein. 2012 wurde das Projekt als Best-Prac­tice-Bei­spiel für die Integra­tion von Roma und Sinti auf euro­päi­scher Ebene be­zeichnet.

Beitrag zur Antiziganismusforschung
Iulius Rostas (Foto: ERIAC)Dr. Iulius Rostas ist Gastprofessor an der National University of Political Studies and Public Ad­mi­nistra­tion in Bukarest und war von 2016 bis 2019 Pro­fessor und Leiter der Abtei­lung für Romani Studies an der Central European University in Budapest. Er berät inter­natio­nal operie­rende NGOs wie das Euro­pean Roma Rights Center und den Roma Edu­cation Fund sowie den Europarat, die Euro­päi­schen Kom­mis­sion oder die Weltbank zu Fragen des Anti­ziganis­mus und der Roma­ni-Min­der­heit. Dr. Rostas hat Bücher über die Schul­segregation von Roma-Kindern in Mittel- und Ost­europa und soziale Ex­klusion verfasst und ist Gründer und Chef­redak­teur der Zeitschrift Critical Romani Studies (www.crs.ceu.edu). 2019 er­schien seine Analyse des Scheiterns der euro­päi­schen Roma-Stra­te­gie, A Task for Sisyphus. Er ist Mit­autor der Romno­Kher-Stu­die 2021 und einer Studie des VDSR-BW über Anti­ziganis­mus und den Roma-Begriff in der euro­päi­schen Politik.

Die Preisverleihung findet am 20.9. um 19 Uhr im Kulturhaus RomnoKher des VDSR-BW statt. Die Ver­leihung ist ein­ge­bettet in die RomnoPower-Kulturwoche (17.9.–24.9.2022). Nähere In­for­matio­nen können Sie der Web­seite www.sinti-roma.com ent­nehmen.

(Text: Pressemitteilung des VDSR-BW)

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