Standard: „Apartheid“ in Italien

Februar 28th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte  |  1 Comment

Der StandardDer Rom-Korrespondent Gerhard Mumelter berichtet in der Tageszeitung Der Standard vom 25.2.2009 über die „antirumänische ‚Apartheid‘ in Italien“, die freilich größtenteils Roma betrifft: „Roma werden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit gebracht und in Lager gezwungen.“ Im Folgenden ein Auszug, den vollständigen Artikel finden Sie hier.

In Italien wächst die Stimmung gegen rumänische Einwanderer: Fackelzüge, Bürgerwehren, Aufrufe zur Selbstjustiz, Lynchversuche, rassistische Slogans – eine Pogromstimmung, die von Medien und Parteien wie der Lega Nord systematisch angeheizt wird. Nach einer Vergewaltigung wurden in Roms Außenbezirken rumänische Geschäfte angezündet. Viele, aber nicht alle Rumänen sind Roma. Und die sollen aus dem Stadtbild verschwinden. Zwischen Roma und Rumänen wird da nicht immer differenziert. Vor allem Roms Bürgermeister Gianni Alemanno zieht die Schraube gegen die Zigeuner an. Auch gut integrierte Roma-Sippen wie jene im Stadtteil Testaccio, die in Wohnwagen am Tiberufer lebten, wurden „umgesiedelt“: Die Polizei eskortierte sie an den Stadtrand, wo sie ihre Wohnwagen an einer Umfahrungsstraße abstellen konnten – ohne Wasser und Stromanschluss. (…) Weil Alemanno sein Wahlversprechen nicht halten konnte, „mindestens 5000 Roma nach Rumänien abzuschieben“, verfolgt er nun ein Ziel: Roma sollen den Blicken der Bürger entzogen und an den Stadtrand gedrängt werden. (…) Die katholische Comunità di Sant’ Egidio wirft der Regierung deshalb mittlerweile Apartheid vor: „Die Vorstellung, Menschen auf Lebenszeit in Lager zu verbannen, ist absurd“, erregt sich deren Sprecher Paolo Ciani. (…)

Responses

  1. dROMa-Blog | Weblog zu Romathemen Größte Roma-Siedlung Italiens wird aberissen :: says:

    Januar 19th, 2010 at 17:18 (#)

    [...] Andere Siedlungen in Italien wurden bereits rechtswidrig abgerissen (siehe dROMa-Blog: hier, hier, hier und hier). Die Siedlung „Casilino 900” besteht schon seit vier Jahrzehnten; im Lager leben laut [...]