Manolo Gómez Romero | Ceija Stojka

Februar 7th, 2017  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Kai DikhasManolo Gómez Romero – [kaʧeˈβaʧe] | Ceija Stojka und die Sammlung Kai Dikhas – Heute ist gestern

Bis 1. April 2017 in der Galerie Kai Dikhas in Berlin
Kuratiert von von Moritz Pankok
Eintritt frei! Mi. bis Sa., 12-18 Uhr u.n.V.
Aufbau-Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84

Während die Galerie Kai Dikhas in Madrid mit „Akathe Te Beshen. Sasti­pen thaj Mesti­pen“ („Hier um zu blei­ben. Ge­sund­heit und Freiheit“) im Regie­rungs­gebäu­de Mad­rid, dem Centro.Centro, ih­re in Spanien viel­be­ach­te­te und bis­lang größ­te Aus­stel­lung prä­sen­tiert, zeigt sie in Berlin neue Wer­ke des Spa­niers Mano­lo Gó­mez Ro­me­ro. „Cachebache“ – sprich: [kaʧeˈβaʧe] – be­deu­tet „Dies und Das“ auf Caló, dem spa­ni­schen Ro­ma­nes. Gómez’ drit­te Aus­stel­lung in der Gale­rie Kai Dikhas zeigt die Sen­si­bi­li­tät eines Künst­lers, der mit der Ke­ra­mik ent­lie­he­nen Ober­flächen­struk­tu­ren mal zarte, mal kraft­volle abstrak­te Kunst schafft: seinen ein­zig­arti­gen Fla­men­co in Malerei. Im Zentrum dieser Aus­stel­lung stehen neben neuen ma­le­ri­schen Wer­ken neue Kerami­ken des Künst­lers, wo­mit sich der Kreis seiner Ar­beit in der Galerie erst­malig schließt. So um­fasst das „Dies und Das“ unter­schied­liche Medien wie auch eine fas­zi­nie­ren­de Viel­falt von Themen und Inspi­ra­tio­nen, die in Manolo Gó­mez Rome­ros For­men­sprache zu­sam­men­kommen.

In seiner Kindheit beobachtete Gómez fasziniert die Muster, die der auf den Boden fal­lende Kalk bil­dete, mit dem seine Mut­ter die Wände ihres Hau­ses jedes Jahr aufs Neue kälk­te. Er ver­lor sich in der Betrach­tung der un­zäh­li­gen For­men der Kleckse und Spritzer. Und es sind im­mer noch diese For­men, die den Maler heute in sei­ner Ar­beit be­schäf­ti­gen. Mit der Malerei be­gann Gómez erst unter dem Ein­fluss seiner Frau Joana Artigas, deren Va­ter Joan Gardy Artigas und Groß­vater Llorenc Artigas mit ihrer Keramik­kunst Weg­ge­fähr­ten und zum Teil Mit­arbe­iter von Pablo Picasso, Juan Miró, Georges Braque, Marc Chagall oder auch Alberto Giacometti wa­ren. In der Werk­statt Artigas lern­te Mano­lo Gómez Ro­mero zu­nächst das kera­mi­sche Ar­beiten, um sich erst später der Ma­lerei zu wid­men. Nach zehn Jahren pri­vater Arbeit stell­te er 2002 erst­mals aus.

Ceija Stojka und die Sammlung Kai Dikhas . Heute ist gestern

„Heute ist gestern“ ist der Titel eines Werkes der Holo­caust-Über­leben­den Ceija Stojka (1933–2013). Wie aktuell ihre Erin­ne­rungs­bilder des an den Sinti und Roma be­gan­ge­nen Holocaust lei­der sind, zeigt die Aus­stel­lung ihrer Ar­beiten im Dialog mit an­deren Kunst­werken der Sam­mlung Kai Dikhas, von Delaine Le Bas, Alfred Ullrich, David Weiss und an­de­ren. Die Wer­ke Ceija Stojkas haben in der Sam­mlung Kai Dikhas einen be­son­de­ren Stellen­wert. Hier ver­schmilzt der Ge­danke des Ar­chi­vie­rens und Sam­melns von Kunst mit dem der Erin­ne­rungs­kultur. Die Ver­gan­gen­heit ist in der Lebens­realität der Minder­heit stets prä­sent, und leider sind es auch die Me­cha­nis­men der Aus­gren­zung, die derzeit wieder unsere Welt be­stim­men. Oft ist es der künst­le­ri­sche Aus­druck gerade dieser Er­fah­run­gen, die in der zeit­ge­nös­si­schen Kunst der Sinti und Roma eine ver­bin­den­de Klam­mer bilden.

Das künstlerische Werk Ceija Stojkas erfährt im Jahr 2017 durch zwei ex­klu­sive Einzel­aus­stel­lun­gen in Frankreich, die in Ko­ope­ra­tion mit der Galerie Kai Dikhas im Kultur­zentrum La Friche de la Belle de Mai in Marseille und dem MAISON ROUGE in Paris statt­fin­den, be­son­dere inter­natio­na­le Be­achtung.

Die Ausstellung „Heute ist gesternwurde im Rahmen des Politischen Salons von RomnoKher Berlin und dem Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2017 eröffnet.

(Text: Kai Dikhas)

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