Unerzählte Geschichten: 16. Mai 1944

Mai 16th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse

Romani Resistance: Widerstand im "Zigeunerlager" Auschwitz-Birkenau (16. Mai 1944)Unerzählte Geschichten: Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau


Dieser Tage erinnern sich Sinti und Roma des Aufstands im Konzentra­tions­lager Auschwitz-Birkenau – Geden­ken und For­schung sind heu­te wich­ti­ger denn je.

derStandard.at: Am Abend des 15. auf den 16. Mai 1944 umzingel­ten mit Maschi­nen­gewehren bewaff­nete SS-Soldaten das Lager für Sinti- und Roma-Gefan­gene, das soge­nannte „Zigeunerlager“ des Kon­zentra­tions­lagers Auschwitz-Bir­ke­nau, mit der Ab­sicht, die nahezu 6.000 Häft­linge zu töten. Doch als die SS-Sol­daten das Lager um­stell­ten, um mit dem Abtrans­port der Inhaf­tier­ten zu den Gas­kammern zu be­gin­nen, stießen sie auf bewaffneten Widerstand von­seiten der Männer, Frauen und Kinder im Lager. Die Gefan­ge­nen hatten von der geplan­ten „Liqui­die­rung“ gehört und hat­ten sich Waf­fen aus Blech und Holz, Rohren, Stein­blöcken und anderem Schrott­mate­rial, was im­mer sie finden konn­ten, gemacht.

Nach den Erinnerungen von Überleben­den und Zeugen des Wider­stands gaben die SS-Trup­pen ihren Plan, als sie mit den bewaff­neten Häft­lin­gen konfron­tiert waren, schnell auf. Durch ihre improvi­sier­ten Waffen und koordi­nier­ten Anstren­gun­gen schafften die Gefan­genen es, die SS-Truppen ab­zu­wehren und den Abtrans­port zu den Gas­kammern zu verhindern. Zwar wur­den einige Gefan­gene den­noch in jener Nacht erschos­sen, doch durch ihren organisierten Wider­stand konnten die Sinti- und Roma-Gefan­genen ihre Hin­rich­tung in den Gas­kammern noch um einige Monate ver­zögern.

Im April stimmte das Europäische Parlament darüber ab, den 2. August als Euro­päi­schen Roma-Holocaust-Gedächtnistag an­zu­erken­nen, um „der histo­ri­schen Tat­sache des Völkermords an den Roma während des Zweiten Welt­kriegs“ zu geden­ken. Diese Aner­ken­nung kam über siebzig Jahre nach der endgül­tigen Aus­löschung des Sinti- und Roma-Lagers von Auschwitz-Bir­kenau, als 2.897 Frauen, Kinder und Männer in einer Nacht in die Gas­kammern ab­ge­führt wurden. (…)

Lesen Sie bitte den hier nur auszugsweise wieder­ge­ge­be­nen Ar­ti­kel von Ethel Brooks und Patricia Pientka in vol­ler Länge auf derStandard.at.

Ethel Brooks ist Romni aus den USA. Sie unterrichtet Frauen- und Geschlechterforschung und Soziologie an der Rutgers University. Ihre For­schungs­themen sind Geschichte der Roma und Sinti, visuelle Kultu­ren und Geschlechts­ver­kör­pe­rung. Sie ist Autorin einer Studie über die Hinter­gründe der Beklei­dungs­industrie.

Patricia Pientka ist deutsche Sinteza. Sie hat Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalter­liche Geschichte und Philo­sophie studiert. Ihre For­schungs­inter­essen: Geschichte der Sinti und Roma, Stadt­forschung, deutsch-jüdische Ge­schichte. Sie ist die Autorin des Buchs „Das Zwangslager für Sinti und Roma in Berlin-Marzahn“.

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