Apartheid im Piemont: Sonderbusse für Roma
Oktober 26th, 2014 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Der Bürgermeister von Borgaro Torinese, einer Ortschaft nahe Turin, will getrennte Busse für die in seiner Gemeinde lebenden Roma einführen. Die Roma aus einer Siedlung außerhalb der Kleinstadt sollen nicht länger in denselben Bussen fahren dürfen wie die übrige Bevölkerung. Bürger hätten sich bei ihm seit Jahren über Diebstähle und Gewalttätigkeiten seitens der Roma beschwert, erklärte Claudio Gambino, der Bürgermeister der Mitte-links-Partei „Partito democratico“ (Pd). Getrennte Busse für italienische Bürger und Roma sollen nun für Sicherheit sorgen: „Um die Sicherheit unserer Bürger zu garantieren, brauchen wir zwei Busse: einen für Bürger, den anderen für Roma.“ In einer außerhalb der Ortes entlang der Straße zum Turiner Flughafen gelegenen Siedlung leben rund 600 Roma.
Bei der Lega Nord stieß der Vorschlag des Pd-Bürgermeisters auf Zustimmung. Der Vorsitzende der Linkspartei SEL, Nichi Vendola, warnte hingegen vor rassistischer Ausgrenzung: Menschen verschiedene Rechte einzuräumen, werde „Apartheid“ genannt, erklärte er gegenüber der Presse. Entsetzt reagierten auch Politiker von Gambinos eigener Partei: Die für Menschenrechte zuständige Pd-Politikerin Micaela Campana ermahnte ihren Parteikollegen: Separate Busse brächten keine Verbesserung, sondern würden vielmehr als Provokation aufgefasst. Es sei „nie eine Lösung, Menschen auszugrenzen“.
(dROMa; Quellen: ANSA, ORF.at, AFP)