„Ich habe dir 1000 Bilder gemalt“
März 1st, 2014 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Anlässlich des ersten Todestages der österreichischen Malerin, Sängerin, Autorin und Holocaustüberlebenden Ceija Stojka am 28. Jänner 2014 präsentiert das Bezirksmuseum Neubau in Wien eine biographische Werkschau: Malereien, Tuschezeichnungen, Texte und Filmausschnitte.
Bezirksmuseum Neubau
7., Amerlinghaus, Stiftgasse 8,
Öffnungszeiten: Do. 16 bis 18 Uhr, Sa. 15 bis 17 Uhr
Feiertags geschlossen
Ceija Stojka lebte und arbeitete in Neubau, Kaiserstraße. Die autodidaktische Sängerin, Autorin und Malerin hat jahrzehntelang dafür gearbeitet, die Verfolgungsgeschichte der Roma und Sinti im Nationalsozialismus zu thematisieren und das ihnen widerfahrene Unrecht sichtbar zu machen. In regelmäßigen Workshops – viele davon hier in Neubau, insbesondere im Amerlinghaus – hat sie alte und junge Menschen für die Verfolgung und die Geschichte der Roma und Sinti in Österreich sensibilisiert. Ziel war ihr die Basis für eine gemeinsame, friedliche Zukunft zu schaffen – ungeachtet der Herkunft und frei von gesellschaftlichen Zuschreibungen.
In ihren Bildern thematisiert sie die Verfolgung im Holocaust ebenso wie die Schönheit der Natur und Erinnerungen an das fahrende Leben in ihrer Kindheit.
1933 geboren, wurde sie mit ihrer Familie 1939 zunächst zur Sesshaftigkeit gezwungen. 1943 wurde sie noch als Kind mit ihrer Mutter und ihren Schwestern ins KZ Auschwitz, später nach Ravensbrück und schließlich nach Bergen-Belsen verschleppt. Von ihrer beinahe unüberschaubar großen Familie (zumindest 250 Mitglieder) überlebten nur sie, ihre Mutter, zwei Schwestern und zwei Brüder. Nach dem Krieg kam sie nach Wien zurück. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Wien-Neubau.
Als tief gläubige Katholikin besuchte sie die Lerchenfelder Kirche regelmäßig. Der neugestaltete Kirchenvorplatz wird ihr zu Ehren „Ceija-Stojka-Platz“ benannt werden.