Duisburg: Brandanschlag auf Wohnhaus
Oktober 24th, 2013 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Vor zwei Wochen wurde in einem überwiegend von Roma bewohnten Haus in Duisburg Feuer gelegt. 17 Bewohner wurden verletzt. In der Stadt machen Anwohner und Politiker seit Monaten Stimmung gegen Einwanderer aus Südosteuropa. Es gebe keinen Hinweis auf einen »fremdenfeindlichen Hintergrund«, teilte die Polizei Duisburg mit.
Martin Niewendick / Jungle-world.com: Es gebe keinen Hinweis auf einen »fremdenfeindlichen Hintergrund«, beeilte sich die Polizei Duisburg mitzuteilen. Klar sei bisher nur, dass das Feuer in dem überwiegend von Roma bewohnten Haus im Stadtteil Hochheide durch Brandstiftung entstanden sei. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Am 9. Oktober gegen halb zwei Uhr nachts rückte die Feuerwehr mit 50 Fahrzeugen im Ortsteil Hochheide an. Dicke Rauchschwaden quollen aus dem Gebäude. Die 42 Bewohner hatten sich vor den Flammen auf den hinteren Teil des Hausdaches gerettet. Mit Leitern konnten die Menschen evakuiert werden. Das Haus ist derzeit unbewohnbar. 17 Menschen wurden verletzt, sie erlitten Verbrennungen und Rauchvergiftungen.
In Duisburg tobt seit etwa anderthalb Jahren die Hetze gegen Einwanderer aus Südosteuropa, immer wieder herrscht regelrechte Pogromstimmung. Zunächst konzentrierten sich Politik, Presse, Anwohner und andere Bürger auf ein in den Medien zumeist als »Problemhaus« bezeichnetes Gebäude im Duisburger Stadtteil Rheinhausen. Bilder von Müllbergen vor dem Haus wurden publiziert, die wachsende Gefahr durch »Klau-Kids« beschworen und immer wieder Gerüchte über die Bewohner des Hauses gestreut. Nachdem im Internet offen zur Gewalt gegen die Neuankömmlinge und auch zu Brandanschlägen aufgerufen worden war, richteten Unterstützer Nachtwachen vor dem Haus ein.
Einer von ihnen ist Alexander Schleier. Der Duisburger engagiert sich in der Initiative gegen Duisburger Zustände, die sich als Reaktion auf die rassistische Stimmungsmache in der Ruhrgebietsstadt gegründet hat. Die Initiative verbreitet Texte, organisiert Informationsveranstaltungen und beteiligt sich auch an der Nachtwache und an Demonstrationen.
(…) Schleier möchte sich nicht an Spekulationen über den Brandanschlag in Duisburg beteiligen. »Falls es sich jedoch herausstellt, dass es sich um eine vorsätzliche und fremdenfeindliche Brandstiftung gehandelt hat, sollte es niemanden überraschen.« Die antiziganistische Hetze führe zu Taten. Vor zwei Wochen demonstrierten Anwohner und Rechtspopulisten gemeinsam gegen Einwanderer. Dass die Polizei wirklich in alle Richtungen ermittle, sei zweifelhaft, sagt Schleier. Sie sei in den vergangenen Monaten selbst mit »problematischen Aussagen und Vorfällen« aufgefallen. (…)
Lesen Sie bitte den hier nur auszugsweise wiedergegebenen Artikel in volle Länge auf Jungle-world.com (Link inzwischen inaktiv).