Tagung: Roma-Literaturen in der Romania

September 2nd, 2010  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Roma-Literaturen in der Romania, Sept. 2010Tagung: Grenzerfahrungen
Roma-Literaturen in der Romania
Univ. Regensburg: 3./4. September 2010

Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich mit dem Themenfeld Roma vornehmlich aus soziologischen, kulturhistorischen, ethnologischen, anthropologischen oder sprachwissenschaftlichen Blickwinkeln heraus. Die Erforschung der Literaturen der Roma steht demgegenüber noch am Anfang. Während sich Germanistik und Slawistik bereits seit einiger Zeit den Literaturen deutschsprachiger und osteuropäischer Roma widmen, besteht in der Romanistik ein erheblicher Forschungsbedarf. Die in anderen Disziplinen bereits bestehenden Forschungserkenntnisse sollen daher die Ausgangsbasis für eine Beschäftigung mit Roma-Literaturen aus der Perspektive romanischer Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft im Rahmen der Tagung bilden. (Programm/pdf)

Im Gegensatz zu dem in den einzelnen Literaturwissenschaften bereits vielfach bearbeiteten Forschungsfeld der Fremdbilder – wie beispielsweise die Untersuchung des Bildes/Motivs des Zigeuners in der romanischen Literatur – beschäftigten sich bisher nur sehr wenige Studien mit den literarischen Selbstbildern der Roma. Gegenwärtig scheint sich in dieser Hinsicht allerdings ein Wandel bemerkbar zu machen: Neben der von Max Doppelbauer, Georg Kremnitz und Heinrich Stiehler geleiteten Sektion „Ţigan, Zingaro, Gitane, Gitano, Cigano – Die Sprachen der Roma in der Romania“ auf dem Bonner Romanistentag 2009 sind vor allem die beiden von Cécile Kovacshazy organisierten Tagungen „Littératures tsiganes/roms“ im November 2008 in Limoges sowie die Folgetagung „Une ou des littératures romani?“ im November 2009 in Paris zu nennen.

Vor diesem Hintergrund soll unsere Tagung einen weiteren Baustein der noch weitestgehend ungeschriebenen Literaturgeschichte der romanisch-sprachigen Roma-Literaturen liefern. Im Fokus sollen daher ausschließlich literarische und filmische Werke von Roma in Italien, Frankreich, Portugal, Rumänien, Spanien sowie in Lateinamerika, die in den jeweiligen Landessprachen erscheinen, stehen.

Roma sind Grenzgänger, ihre Grenzerfahrungen vielfältig: Ausgrenzung und Diskriminierung – Eingrenzung und Ghettoisierung – Abgrenzung und Grenzüberschreitung

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. Dabei ist das Stereotyp des fahrenden Volkes, welches Grenzen von Ländern und Kontinenten überwindet heute bei weitem nicht mehr zutreffend. Zwar gibt es nach wie vor zahlreiche nomadisierende Roma, aber die Mehrheit ist heute sesshaft. Alt hingegen ist die „Erfahrung“ von Aus- und Eingrenzung in ghettoartigen Siedlungsgebieten an den Stadtgrenzen und bleibt damit für viele Roma prägend. Ihre „Heimat“ besteht daher vielfach in Transiträumen bzw. non-lieux im Sinne Augés. Ein Großteil der Roma lebt in gesellschaftlicher wie topographischer Hinsicht in Grenzräumen; eine Tatsache, die sich als verbindendes Motiv in Roma-Literaturen widerspiegelt.

Die in der Sprache der Mehrheitskultur schreibenden Roma hingegen sind nicht nur sprachlich und kulturell assimiliert, sondern auch bis zu einem gewissen Grad sozial integriert. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich gerade in einigen Werken dieser assimilierten Roma eine selbstgewählte Exklusion und eine deutliche Tendenz zur Re-Konstruktion einer (im Grunde selbst nur noch teilweise gelebten) Roma-Identität manifestiert. Es erfolgt also eine bewusst gewählte Abgrenzung von der Kultur, in der sie leben, um ihre Eigenständigkeit zu bewahren.

Interessanterweise steht dies in Zusammenhang mit der Entwicklung fallender Grenzen: Vor dem Hintergrund der Globalisierung und dem Einigungsprozess der Europäischen Union lässt sich im Hinblick auf die Roma eine „rückwärtsgewandte“ Tendenz beobachten. Zweifelsohne aus Angst vor dem Verlust der Individualität und der kulturellen wie sprachlichen Identität entstehen Vereine und Initiativen zum Schutz der Roma-Traditionen. So rief die Romani Union 1971 den 8. April als „internationalen Nationalfeiertag“ der Roma ins Leben. Die Idee einer transnationalen Roma-Identität steht dabei allerdings in gewissem Widerspruch zu der Heterogenität der Roma-Kulturen, die in enger Wechselbeziehung zu den jeweiligen Mehrheitskulturen stehen. Auf diese Weise entsteht eine Vielfalt kulturell-differenzierter Roma-Literaturen. Trotz aller Unterschiede jedoch ist den Texten von Matéo Maximoff, José Heredia Maya, Santino Spinelli oder den Filmen von Tony Gatlif nicht nur eine Aufarbeitung der Geschichte der Roma als gewaltsam verfolgtes Volk gemeinsam, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Identitätsbildung.

Dies erfolgt in zweierlei Hinsicht, zum einen geht es um die individuelle Subjektsuche, zum anderen aber um jene (Re-)Konstruktion eines kollektiven Identitätsgefühls und kollektiver Erinnerungsräume. Dabei weisen viele Werke von Roma performativen Charakter auf. Die Präferenz performativer Erzählformen kann auf die Tradition des oral-(hi)story-building zurückgeführt werden. Gleichzeitig spiegelt sich hierin auch die Tendenz, die schriftliche Literatur neu zu schaffen. Musik und Tanz, identitätskonstituierende Elemente der Roma-Kulturen, deren performativer Charakter sich in diversen Formen von Intermedialität und Medienkombination niederschlägt, spielen fast durchgängig eine bedeutsame Rolle in Literatur und Film – Roma-Kunst ist eine Kunst der Hybridität und der Grenzüberschreitung von Medien, Gattungen und Genres.

(Text: Tagungsankündigung)

Die Tagung steht allen fachlich wie thematisch Interessierten offen und findet vom 3.-4. September 2010 an der Universität Regensburg statt. Tagungssprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch. Zudem ist eine Publikation in einem Sammelband geplant. Exposé-deutsch, Exposé-français, Exposé-italiano

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