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„… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“

Januar 31st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

BuchcoverHans Hesse: „… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“. Die Geschichte von drei Sinti und Roma-Fa­milien, die Opfer von NS-Menschen­versuchen im KZ Auschwitz-Birkenau wurden, Edition Falken­berg: Roten­burg / Wüm­me 2025. [Ta­schen­buch, 336 Sei­ten, ISBN 978-3-95494-368-5]

Ein schlichtes Grab auf dem Waller Friedhof in Bremen-Walle erinnert an ein NS-Ver­brechen. Es ist das Grab der Sintez­za Wilhelmine Petermann. Sie starb am 18. Januar 1927. Zu ihrer Be­erdi­gung am 22. Januar 1927 kom­men die Mit­glieder von sechs Fami­lien zu­sam­men, unter ihnen die Fami­lien Bam­berger, Mechau und Petermann.

Das heute älteste, noch erhaltene Sinti-Grab in Bremen legt eine Er­inne­rungs­spur, die zu einem furcht­baren NS-Ver­brechen führt. Die Familie Otto und Auguste Mechau, geb. Bamberger – Auguste ist die Schwes­ter von Wilhel­mine – wohnt ab 1939 in Oldenburg. NS-‚Wis­sen­schaftler‘ ent­decken, dass in der Familie gehäuft Hetero­chromie (Ver­schieden­farbig­keit der Augen) vor­kommt. Eine Biologin aus Bremen, Dr. Karin Magnussen, die zu diesem Zeit­punkt am re­nom­mier­ten Kaiser-Wil­helm-Ins­titut für Anthro­pologie, mensch­liche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem arbeitet, interes­siert sich für diese harm­lose Augen­anomalie. Als die Familie im März 1943 über den Bremer Schlacht­hof nach Auschwitz-Bir­kenau in das so genannte „Zigeuner­familien­lager“ depor­tiert wird, be­auftragt sie den dortigen KZ-Lager-‚Arzt‘ Dr. phil. und Dr. med. Josef Mengele, an den Kindern der Familie Menschen­versuche vor­zu­nehmen. Auf Mag­nussens Versuchs­anord­nung hin tröpfelt er ihnen eine Flüssig­keit in die Augen. In der Folge­zeit sterben und/oder er­mor­det Mengele die Kinder und schickt die Augen an das Institut nach Berlin-Dahlem, wo Mag­nussen ihre Unter­suchun­gen an ihnen fortsetzt.

Fast alle Teilnehmer an der Beerdigung von Wilhelmine Petermann werden keines natür­lichen Todes sterben. Dieses auf den ersten Blick un­schein­bare Grab ist die letzte Spur in Bremen, die an dieses NS-Ver­brechen erin­nert, und dieses Buch erzählt die Geschichte.

(Text: Edition Falkenberg)

Facts & Figures (575)

Januar 31st, 2026  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Die Figur des Roma-Hof­nar­ren, darge­stellt von ver­sklav­ten Ro­ma, ist ein prä­gen­des Ele­ment des frü­hen ru­mä­ni­schen The­a­ters.

(Quelle)