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Der Holocaust an den tschechischen Roma

März 21st, 2012  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV


Nur einer von zehn Burgenland-Roma überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Kaum eine andere Opfergruppe des Holocaust wurde mit solcher Konsequenz verfolgt und ermordet. Ähnlich erging es der Volksgruppe der Roma in Böhmen und Mähren; auch dort kamen 90 Prozent der ursprünglichen Bevölkerung während der deutschen Besatzungszeit ums Leben. Der Historiker und Journalist Marco Zimmermann hat dazu einen Beitrag für Radio Prag gestaltet, den wir mit der freundlichen Genehmigung des Verfassers und der Redaktion hier wiedergeben:

Radio Prag: „Porajmos“ – Der Holocaust an den Roma im Protektorat Böhmen und Mähren


Steinbruch in Lety 1940 (Foto: Radio Prag)Radio Prag, 17.3.2012, Marco Zimmermann

Download des Radiobeitrags: MP3

Für die Nationalsozialisten war es klar: Die Roma waren arbeitsscheue Asoziale. Sie konnten ohne richterlichen Beschluss in „Schutzhaft“ genommen werden und durften auf unbegrenzte Zeit in Konzentrationslager eingewiesen werden. Im Protektorat Böhmen und Mähren wurden diese Maßnahmen besonders drastisch umgesetzt. Nach dem Krieg kehrten nur 583 tschechische Roma aus den Konzentrationslagern der Nazis zurück. Michal Schuster ist Historiker am Museum für die Kultur der Roma in Brno:

„Wir können festhalten, dass 90 Prozent der ursprünglichen Roma-Bevölkerung in Böhmen und Mähren während des Zweiten Weltkriegs massakriert wurde. Und der prozentuelle Anteil von Betroffenen einer einzelnen Volksgruppe ist einer der höchsten in ganz Europa.“

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