Einrichtungen

Talalinipe Upro Karikano Stolo

März 3rd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

Runder Tisch 2025 (Foto: Susanne Horvath, zVg vom Verein Hango Roma)Treffen am Runden Tisch in Oberwart

Donnerstag, 12.03.2026, 10:00 – 12:00 Uhr im OHO, Lisztgasse 12 in Oberwart

Berufliche Zukunft junger Menschen zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Welche Erwartungen haben junge Men­schen an ihre beruf­liche Zukunft und wie las­sen sich diese mit der Re­ali­tät der Arbeits­welt in Ein­klang bringen? Immer mehr Jugend­liche stehen vor vielen Hürden beim Einstieg in die Arbeits­welt. Fehlende Per­spekti­ven können den weiteren Lebens­weg stark be­ein­flussen. Des­wegen braucht es starke Netz­werke, gezielte An­gebote und enga­gierte Part­ner:innen, die Jugend­liche dabei unter­stützen, gestärkt in den Arbeits­markt zu starten. Dies und weiteres wird beim „Runden Tisch“ am Podium dis­kutiert.

Die Podiumsgäste:

  • Gabi Tremmel-Yakali (Leiterin der Abt. Interessen­politik der AK Burgenland, Arbeits­markt­ex­pertin, Mit­glied im AMS-Lan­des­di­rek­torium)
  • Christine Teuschler (Vorsitzende der Burgen­ländischen Volks­hoch­schulen)
  • Marie-Theres Pauss (Arbeitsmarktservice Oberwart)
  • Johann Pimperl (Ausbilder im Lehrberuf Metalltechnik/ Maschinen­bau­technik im Lehr­betrieb Jugend am Werk Rotenturm)
  • Lisa-Marie Horvath (Trainerin im Projekt O DROM ANDI CUKUNFT – An­lauf­stelle für Arbeits­markt- und Sozialbera­tung, Ober­wart)

Moderation: Adolf Gussak jun.

Anmeldung & Information:
alina.vozenilek@trendwerk.atlisa-marie.horvath@trendwerk.at

Das Projekt O DROM ANDI CUKUNFT von Trendwerk Burgenland in Oberwart (Schulgasse 2, 7400 Oberwart) bietet ein nieder­schwel­liges Beratungs- und Quali­fizie­rungs­angebot für arbeits­markt­ferne Roma und Romnja. Es sollen Be­schäf­tigungs­hemm­nisse abgebaut, das Selbst­wert­gefühl gestärkt, Lösungs­kom­petenz aktiviert, Basis­bildung ver­bessert und somit der Weg von der Arbeits­losig­keit auf den Arbeitsmarkt ge­ebnet werden. Mit den regel­mäßig statt­finden­den „Treffen am Runden Tisch“ soll eine Brücke zwischen ver­schiedenen Institu­tionen, Organi­satio­nen, Unter­nehmen, NGOs, Bildungs­ein­richtun­gen, Schulen, Beratungsvstellen, Medien und der Roma-Com­munity ge­schaffen werden. Read the rest of this entry »

Tagungsankündigung: „Wien gegen Rassismus“

Februar 22nd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

23. März 2026: Tagung „Wien gegen Ras­sis­mus: Ein Aktions­plan für eine ras­sis­mus­kri­ti­sche Po­li­tik und Ver­wal­tung“

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ver­anstaltet die Abtei­lung Integra­tion und Diver­sität am 23. März 2026 von 8:30 Uhr bis 13 Uhr eine Fach­tagung in Wien. Die Ver­anstal­tung findet im Fest­saal des Rat­hauses (1., Lich­tenfels­gasse 2) statt. Eine An­mel­dung ist online mög­lich.

Thema der Tagung ist der Aktionsplan für eine rassis­mus­kriti­sche Politik und Ver­waltung mit Impuls­vor­trägen, Podiums­dis­kussion und Ver­netzungs­café. Das Ziel der Ver­anstal­tung ist es, den Wiener Aktions­plan gegen Rassis­mus 2025 einem breiten Publi­kum be­kannt zu machen und die Ver­netzung zwischen Ver­tre­ter*in­nen von zivil­gesell­schaft­li­chen Orga­nisa­tio­nen und der Politik und Ver­waltung voran­zu­treiben und zu ver­tiefen. Ziel­gruppe sind Per­sonen aus den Berei­chen Politik, Verwaltung und Zivil­gesell­schaft, Ex­pert*in­nen und andere In­teres­sens­gruppen.

Programm:

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Europarat beschließt neue Roma-Strategie

Januar 22nd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neue Strategie des Europarates legt den Schwer­punkt auf Ver­ständ­nis, Gleich­berech­ti­gung und poli­ti­sche Teil­habe dieser Ge­mein­schaften

Das Ministerkomitee des Europarates hat gestern Mitt­woch die neue Strate­gie zur Inklu­sion von Roma und Fahren­den (2026–2030) ver­ab­schie­det. Die Gesell­schaft besser über Fragen zu diesen Gemein­schaften zu infor­mieren und dafür zu sen­sibi­lisie­ren und gleich­zeitig bei Roma und Fahrenden ein Gefühl des Stolzes auf ihre Iden­tität zu för­dern, Roma und Fah­renden gleiche Rechte, gleiche Würde und die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter zu garan­tieren sowie ihre aktive Teilhabe am öffent­lichen und politi­schen Leben zu stärken – das sind die Prio­ritäten des Europa­rates und seiner Mit­glieds­staaten für die nächsten fünf Jahre.

Die Strategie zielt darauf ab, die verstreuten nationalen Bemühun­gen in eine kohä­rente euro­päische Antwort um­zu­wandeln. Der Europarat be­kräftigt damit, dass der Schutz der größten Minder­heit Europas nicht nur eine nationale Ver­ant­wortung ist, son­dern auch eine gemein­same euro­päische Ver­pflich­tung, die für die Wahrung der Grund­werte und des sozialen Zu­sammen­halts des Kontinents von wesent­licher Bedeu­tung ist.

Roma und Fahrende scheinen in der Politik unsicht­bar zu sein

Ohne eine aktive Beteiligung der Roma und Fahrenden am öffent­lichen und politi­schen Leben bleiben die Möglich­keiten, ihnen bessere sozio­ökono­mische Per­spek­tiven zu bieten, begrenzt. Die weit­gehende Un­sicht­bar­keit der Roma und Fahrenden auf der poli­tischen Bühne kann zur Isolation dieser Gemein­schaften führen, die dann leicht zum Ziel von Prak­tiken wie Stimmen­kauf, Alibi­politik, Aus­beutung oder Ver­nach­lässi­gung werden.

Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass die Mitglieder dieser Gemein­schaften und die Gesell­schaft insgesamt das Poten­zial der Roma und Fahrenden für sozialen und polit­ischen Wandel er­kennen. Read the rest of this entry »

Roma-Sensibilisierungsworkshop in Oberwart

Januar 13th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 12.1.2026 | 4:58 min

Romengero sensibilisirungiskero workshop histo­rija, kul­tura taj ar­man­giptscha

Ando keripe le Romengere butjakere foroskere projektis­tar „O DROM andi Cukunft“ jek Romen­gero sen­sibi­lis­irungi­skero workshop ando khera le Roma-Ser­vicejistar tel likerdo ulo. Ande ada workshop jek dikipe andi his­torija, kultura taj dschi­vipes­kere rejaliteta le Romendar taj Sinti­jendar dim ulo. Cil adale workshopis­tar hi. Teldikipe tel te bauninel, o dikipe le min­den­feliti­kostar la flogos­kera grupnatar te sikal taj pomo­schago use te del taj o khero­dasch­tscha le arman­ga­gip­tschenge, savenca on le Romenca taj Sinti­jenca kon­fron­tirim on te sensi­bili­sirinel.

Im Rahmen des Roma-Arbeitsmarktprojekts „O DROM andi Cukunft – Der Weg in die Zukunft“ wurde ein Roma-Sensi­bili­sie­rungs­workshop in den Räum­lich­keiten des Vereins Roma-Service in Oberwart abgehalten. In diesem Workshop wurden Ein­blicke in die Geschichte, Kultur und Lebens­reali­täten der Roma und Sinti gegeben. Ziel ist es, Vor­urteile ab­zu­bauen, das Ver­ständnis für die Vielfalt der Volks­gruppe der Roma zu fördern und die Teil­nehmer*in­nen für die Heraus­forderungen, mit denen die Roma und Sinti kon­fron­tiert sind, zu sensibilisieren.

(Beitrag: TV Erba)

Mulatintschago 30 berscha nacijonalfonds

Januar 10th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 9.1.2026 | 10:13 min

Festakt im Parlament zu 30 Jahre Nationalfonds

Jek mulatintschago ando parlamento pati­jartschao o 30-ber­schen­gero keripe le naci­jonal­fondsistar le opferenge le naci­jo­nal­socija­lismusis­tar. Le keripeha le naci­jonal­fondsistar le opferenge le naci­jonal­socija­lis­mustar bescha­rtscha i Austrija 1995, 50 berscha palo ar la NS-dikta­turatar, jek barikano caichn le prik­lipeha histor­ischi feran­voa­tini­pestar.

Wien, 10. November 2025: Ein Festakt im Parlament würdigte das 30-jährige Bestehen des National­fonds für Opfer des Natio­nal­soziali­smus. Mit der Ein­richtung des National­fonds für Opfer des Natio­nal­sozialis­mus setzte Österreich 1995, 50 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur, ein klares und dauer­haftes Zeichen der Über­nahme von histo­rischer Ver­ant­wortung.

(Beitrag: TV Erba)

Konferenz der arbeitsmarktpolitischen Plattform

Januar 7th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 7.1.2026 | 9:21 min

1. internacijonali konferenca butja­keri politi­schi plat­forma la in­klu­sijo­nake le Ro­men­ge ando Donauraum

O bundakero ministerijum la butjake, sastipeske, pflegini­peske taj konsu­men­takere araka­piske ando 16. dschi 17. okto­ber 2025 i erschti inter­nacijonali kon­ferenca la butja­kera politischi plat­formake la inklu­sijo­nake le Romenge ando Donau­raum Betsch teli­kertscha. I kon­ferenca telal o anav „Roma/Rom­nja em­power­ment le butja­kere foroske – 20 berscha barikano prik­bescha­ripe ando Donauraum“ terdschini taj jek falato la EU-akere strate­gijatar le Donau­raumis­tar sina. I kon­ferenca ando keripe la EU-akera strate­gijatar le Donau­raumiske (EUSDR) orga­nisirim taj o 20-bersches­kere barikano prik­bescha­ripe le projek­tendar usi butjakeri foroskeri inklusijona le Romendar terdschini. O fokus paschlino upro em­power­ment taj inte­gracija le Romendar, lek feder upro dikipe taj arman­gipe upro Donaraum. Tel likerdo uli i kon­ferenca ando khera le bunda­kere ministe­rijumistar la butjake, socijalake, sastipeske taj kon­sumen­takere araki­peske la republika Austrijatar.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsu­menten­schutz ver­anstal­tete am 16. und 17. Oktober 2025 die erste Inter­natio­nale Konferenz der arbeits­markt­politi­schen Plattform für die Inklusion von Roma/Rom­nja im Donauraum in Wien. Die Kon­ferenz fand unter dem Motto „Roma/Rom­nja-Em­power­ment für den Arbeitsmarkt – 20 Jahre erfolg­reiche Projekt­um­setzung im Donau­raum“ statt und war Teil der EU-Strategie für den Donau­raum. Die Kon­ferenz wurde im Rahmen der EU-Stra­tegie für den Donau­raum (EUSDR) orga­nisiert und be­leuchtet die 20-jäh­rige Arbeits­markt­inklu­sion von Roma. Read the rest of this entry »

Ungarn: Ein Gymnasium für Roma

Dezember 16th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

ARTE – Schüler des Roma-Gymnasiums in Ungarn (Bild: Arte.tv)ARTE Re: – Reportagen aus Europa
Sendung vom 15.12.2025, 30 Min.

→ zum Streaming auf ARTE.tv

Roma haben in Ungarn einen schwierigen Stand: 40 Prozent von ihnen leben unter­halb der Armuts­schwelle, meist abseits der Innen­städte. Dies wirkt sich sehr stark auf ihre Aus­bildung aus: 99 Pro­zent der jungen Roma besuchen nie eine Universität. An­ge­sichts der Situation wirkt das Ambedkar-Gymnasium wie ein Hort des Wider­stands, denn hier werden aus­schließ­lich Roma unter­richtet.

Das Ambedkar-Gymnasium befindet sich in Miskolc, der viert­größten Stadt des Landes, und zeichnet sich durch eine beson­dere Eigen­schaft aus: Es bietet aus­schließ­lich jungen Roma zwischen 14 und 18 Jahren eine zweite Bildungs­chance. Eine von ihnen ist die 18-jährige Mutter Stefania Vadász. Wie andere Jugend­liche aus ihrer Commu­nity hätte auch sie beinahe keinen Schul­ab­schluss gemacht. Doch diese Insti­tution – in Ungarn die einzige ihrer Art [Anm.: auch in Pécs existiert seit 1994 ein spe­zielles Roma-Gym­nasium] – eröff­nete ihr neue Per­spektiven: Hier kann sie gemein­sam mit ihrem vier­mona­tigen Kind am Unterricht teil­nehmen.

Am Anfang dieser hoffnungs­vollen Ge­schichte steht der Schul­direktor Tibor Derdák, der die Ein­rich­tung gründete. Ende der 80er Jahre sah er zum ersten Mal die Wellblech­siedlun­gen der unga­rischen Roma. Diese Erfahrung mar­kierte den Beginn seines Kampfes für Chancen­gleich­heit. Für ihn ist es „un­möglich, ein Kind ab­zulehnen“.Damit die Gymna­siasten begreifen, dass ihr Leben nicht zwangs­läufig in Armut enden muss, werden regel­mäßig erfolg­reiche Roma ein­geladen. Read the rest of this entry »

Ausstellung: La Finesse. Godi – Śuźipe – Zor

Dezember 9th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

LA FINESSEEin Einblick in die Sammlung Kai Dikhas

Auf Romanes: Godi – der Geist. Śuźipe – die Schön­heit. Zor – die Kraft. Im Laufe der Jahre ent­stand während der Aus­stellungs­tätig­keit eine umfang­reiche und ein­zig­artige Kunst­sammlung, die die Arbeit von Kai Dikhas doku­mentiert. Die Aus­stel­lung zeigt eine Aus­wahl früherer und ganz neuer Akqui­sitio­nen der Stiftung.

Mit Arbei­ten von: Daniel Baker, Helios Gómez, Manolo Gómez, Gabi Jiménez, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Lila Loisse, Nino Nihad Pušija, André Raatzsch et al. Kuratiert von Moritz Pankok.

Eröffnung: 11. Dez. 2025, 19:30 Uhr | Die Ausstellung ist zu sehen von 12. Dez. 2025 bis 28. März 2026 | Ort: Stif­tung Kai Dikhas & Kunst­raum Dikhas Dur, Aufbau Haus am Moritz­platz, Prinzen­str. 84.2, 10969 Berlin | Öff­nungs­zei­ten: Do. bis Sa., 16–19 Uhr | Eintritt frei.

Während uns derzeit aus allen Richtungen katastro­phale Nach­rich­ten errei­chen, die bei kurzem Nach­denken schnell zum Grübeln und an den Rand apo­kalyp­tischen Aus­maßes führen, kann und muss sich Kunst enga­giert ein­mischen und zum Ändern von Hand­lungs- und Lebens­weisen aufrufen. Dabei kann sie auf­rütteln, Schmerz und Ver­zweif­lung Ausdruck ver­leihen, Miss­stände sichtbar machen, der Tiefe der Abgründe, die sich uns auftun, die richtige Schwärze geben. An­ge­hörige der Sinti und Roma sind in gewisser Weise an einen be­stimm­ten äußeren Druck gewohnt. Seien es Aus­gren­zung, rassis­tische Übergriffe bis hin zum Genozid der Natio­nal­sozia­listen, zum Holocaust, sei es Prekariat und Hunger, Flucht, Vertrei­bung, Abschie­bungen. Es sind Erfah­rungen, die die An­ge­höri­gen vielfach kennen. In Kai Dikhas haben wir schon davon gespro­chen, dass es nicht die Roma­kunst im ästhe­tischen Sinne erkenn­bar gibt, sondern es sind – vor allem bei der Inter­natio­nalität und Diversität der Künstler­schaft – diese Erfah­rungen, die die Künst­ler*innen der Stiftung Kai Dikhas alle kennen. Ein ge­meins­amer Nenner. Dabei fällt beim Blick in die Sammlung Kai Dikhas auf, dass die Kunstwerke sich meist durch eine beson­dere Eleganz, durch Intelli­genz aus­zeichnen. Sie haben all das oben Ge­nannte in sich, aber dazu noch erzählen sie von Resilienz, die Kunst wird ein Mittel der Selbst­behaup­tung, der Ver­teidigung und sie verleihen der Schön­heit der Men­schen einen Glanz, der in der Anklage die Hoffnung auf eine andere Welt bei­behält, so wie sie die Künst­ler*in­nen vor Augen haben.

(Text: Kai Dikhas)

Facts & Figures (570)

Dezember 8th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures

Am 1. Sept. 2011 konsti­tu­ier­te sich in Belgrad die In­ter­na­tio­na­le Roma-Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten und Küns­te. Rajko Đurić wurde ihr ers­ter Prä­si­dent.

(Quelle)

Harri Stojka fordert Roma-Mahnmal in Wien

November 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Harri Stojka80 Jahre danach: Stojka verlangt ein klares Zeichen für Roma und Sinti

Wien (OTS) – Der Musiker und Aktivist Harri Stojka fordert die rasche Errich­tung eines Mahnmals für Roma und Sinti in Österreich am Schmerling­platz in Wien. „Dort, an einem ge­schichts­träch­tigen Platz im Zentrum Wiens, soll ein sicht­bares Zeichen der Erin­nerung und An­erken­nung ent­stehen.“ Seit Jahren ver­zögert sich die Um­setzung durch Dis­kussio­nen über den Standort. „Das ist ärgerlich und respekt­los gegen­über der Roma-Com­mu­nity“, so Stojka.

Das Mahnmal soll an die Verfolgung und Ermordung der Roma während des Natio­nal­sozia­lis­mus erinnern und zugleich als Appell gegen Dis­krimi­nierung und Aus­grenzung in der Gegen­wart dienen. Stojka spricht sich auch für eine inter­natio­nale Aus­schrei­bung für die künst­leri­sche Ge­stal­tung aus.

Er richtet einen klaren Appell an den Nationalfonds, die Stadt Wien und politisch Ver­ant­wort­liche, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Welt­kriegs endlich zu handeln und die Um­setzung dieses wichtigen Erin­ne­rungs­projekts nicht weiter hinaus­zu­schieben.

(Text: Aussendung des Vereins Voice of Diversity)

Roma-Fonds: Finanzielle Hilfe für Roma

November 10th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Unterstützung für Bildung, Ausbildung und Härtefälle: Roma-FondsDer Fonds gewährt den Angehörigen der Volks­grup­pe der Roma in unter­stüt­zungs­wür­di­gen Fällen fi­nan­zi­elle Hilfe aller Art.

Im Einzelnen erfolgen die Fondsleistungen laut Sta­tuten:

  • im Bildungsbereich zur finanziellen Unter­stützung der Aus­bildung der Kinder und Ju­gend­lichen sowie der Er­wach­senen­bildung der Roma;
  • zur Unterstützung der Roma in ganz Österreich in besonderen Härtefällen.

Die Tätigkeit des Roma-Fonds ist gemeinnützig nach § 35 BAO und nicht auf Gewinn gerich­tet. Die Leistun­gen des Unter­stützungs­fonds an die Fonds­begüns­tig­ten sind frei­willig. Ein Rechts­anspruch auf Leistun­gen des Unter­stützungs­fonds besteht nicht. Ein Rechts­anspruch kann auch nicht aus fort­laufen­den Leis­tungen ab­ge­leitet werden.

Unterstützungen können nur aufgrund schriftlicher Ansuchen und Fest­stel­lung der Hilfs­not­wendig­keit gewährt werden. Anträge sind mittels Fonds­antrags­formu­lare zu stellen an:

Roma-Fonds, Gartenstraße 3, 7511 Kleinbachselten
Tel.: +43 / 650 427-60-62 | E-Mail: office@roma-service.at

Fondsantragsformulare sind erhältlich bei: Read the rest of this entry »

Zentralrat: Bürgerrechtspreis für George Soros

Oktober 22nd, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Europäischer Bügrerechtspreis: George Soros in Deutschland ausgezeichnet (Foto: Stephan Roehl, H.-Böll-Stiftung, CC BY-SA 2.0)Diesjähriger Europäischer Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma ehrt mit George Soros ein welt­wei­tes Feind­bild von Natio­nalis­ten und Au­to­kraten

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kultur­zent­rum Deut­scher Sinti und Roma ver­leihen am 23. Okto­ber um 11 Uhr im Berliner Hotel Adlon den von der Manfred-Lau­ten­schlä­ger-Stif­tung ins Leben ge­rufenen und mit 15.000 Euro dotierten Euro­päischen Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma an den US-ame­ri­ka­ni­schen Holocaust­über­lebenden, Kosmo­politen und Phil­anthro­pen George Soros. Die Laudatio hält der Anti­ziganis­mus­be­auf­tragte der Bundes­regierung, der parla­men­ta­rische Staats­sekre­tär Michael Brand.

Mit dem Preis werden seit 2008 Persönlichkeiten und Orga­nisatio­nen, die sich in beson­derer Weise um die Men­schen­rechts­situa­tion von Sinti und Roma in Europa vervdient ge­macht haben, aus­ge­zeichnet, unter ihnen die ehe­malige Prä­sidentin des Euro­päischen Parla­mentes Simone Veil (2010), der ehe­ma­lige slowaki­sche Prä­sident Andrej Kiska (2019) sowie die ehe­malige Bundes­kanzlerin Angela Merkel (2021). Der Stifter Manfred Lautenschläger will mit dem Preis Politik und Gesell­schaft auf die Gefahren des an­wachsen­den Anti­ziganis­mus in Europa auf­merk­sam machen und daran er­innern, dass Holocaust auch die Er­mordung von 500.000 Sinti und Roma bedeutet.

Der diesjährige Preisträger wird „für sein jahrzehntelanges Engage­ment für die ge­sell­schaft­liche Gleich­stellung von Sinti und Roma“ aus­ge­zeichnet, erklärt der Zentral­rats­vor­sitzende Romani Rose. Soros und seine Open Society Foun­dations setzen sich seit über 30 Jahren vor allem in Ost- und Südost­europa für die Minder­heit ein. Sie er­mög­lichten 156.000 jungen Roma aus armen Ver­hält­nissen Bildung und Ausbildung. „Damit haben“, so Rose, „Soros und seine Stiftungen zur beruf­lichen Selbst­bestim­mung dieser jungen Menschen, deren Familien oftmals unter apart­heids­ähn­licher Ausgrenzung in EU-Mit­glieds­ländern leben, bei­getragen“. Read the rest of this entry »

Volksgruppenhaus Burgenland 2026 bezugsfertig

September 20th, 2025  |  Published in Einrichtungen

Begehung der Baustelle für das Volksgruppenhaus Burgenland: 1. Reihe vorne: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Geschäftsführerin Landesimmobilien Burgenland Jutta Benedek, Burgenländisch-Ungarischer Kulturverein Ludwig Frauer, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Ungar*innen Attila Somogyi, Abteilungsvorständin der Abteilung 7 – Bildung, Kultur und Wissenschaft Danijela Ilic und Vorsitzender des Kroatischen Kulturvereines Josef Buranits  2. Reihe hinten: Geschäftsführer des Vereines Hango Roma Martin Horvath, Projektleiter der Landesimmobilien Burgenland Daniel Zieserl, Kaufmännischer Direktor der Klinik Oberwart Marc Seper, Generalsekretär des Kroatischen Kulturvereines Martin Kerstinger, Volksgruppenbeirat der Roma Josef Schmidt, Radio Mora Tina Nardai, Burgenländisch-Ungarischer Kulturverein Carmen Prascsaics (Foto: Landesmedienservice)Starkes Zeichen für gesellschaftlichen Zu­sam­men­halt: Die Bau­arbei­ten für das neue Volks­grup­pen­haus in Oberwart lau­fen plan­mä­ßig. Mitte 2026 soll die­ses ein­zig­arti­ge Zentrum für bur­gen­län­di­sche Volks­grup­pen be­zugs­fer­tig sein.

Mit dem Volksgruppenhaus schaffen wir ein ein­zig­artiges Zentrum. Es ist ein sicht­bares Zeichen für gelebte Vielfalt und das Mit­einander aller Volks­gruppen im Burgenland“, erklärt Landes­haupt­mann Hans Peter Doskozil bei einer Bau­stellen­be­ge­hung am Freitag ge­mein­sam mit Vertretern der bur­gen­ländi­schen Volks­gruppen, Geschäfts­führe­rin der Landes­immo­bilien Burgenland GmbH (LIB) Jutta Benedek und Marc Seper, dem kauf­män­ni­schen Direktor der Klinik Oberwart, die sich eben­falls in das Gebäude ein­mieten wird.

„Mit dem Volksgruppenhaus würdigen wir den Beitrag der Volks­grup­pen zur Identität, Geschichte und Gegen­wart des Burgen­lands“, so LH Doskozil. „Wir schaffen hier nicht nur ein Gebäude, sondern eine dauer­hafte Struktur für Ko­opera­tion, kultu­rellen Dialog und gemein­same Zukunfts­arbeit der Volks­gruppen. Es wird ein einzig­artiger Ort der Vielfalt sein, davon bin ich über­zeugt. Das Volks­gruppen­haus wird auch öffent­lich zu­gänglich sein und Platz für Infor­mation, Schulungen, Workshops und Feste bieten.“

Das neue Haus wird künftig folgende Volksgruppeninstitutionen unter einem Dach ver­einen:

  • Burgenländisch-Ungarischer Kulturverein
  • Kroatischer Kulturverein im Burgenland
  • Verein Roma-Service
  • VHS der Roma
  • VHS der Ungarn
  • Radio Mora

Ein besonderer Fokus des Hauses wird auf Jugendarbeit und Integration gelegt. Mit ge­mein­samen Initia­tiven sollen nach­haltige Pro­jekte für die Zukunft ent­wickelt werden. Read the rest of this entry »

Thüringen streicht Antiziganismus-Beauftragten

September 17th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Stellungnahme der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA)„Fatales Signal an die Betroffenen“: Thüringen verzichtet auf neuen Antiziganismus-Be­auf­trag­ten – Die Melde- und In­for­­ma­tions­stel­le Anti­zi­ga­nis­mus (MIA) verurteilt diese Ent­schei­dung aufs Schärfste

Mit großem Entsetzen und tiefem Bedauern nimmt die Melde- und Infor­ma­tions­stelle Anti­ziganis­mus (MIA e.V.) die Ent­scheidung der Thüringer Landes­regie­rung zur Kennt­nis, die Stelle des/der Anti­ziganis­mus-Be­auf­trag­ten nicht neu zu besetzen. Diese Ent­schei­dung sendet ein fatales Signal – an die Sinti und Roma in Thürin­gen und darüber hinaus. Die Be­kämpfung von Anti­ziganis­mus ist keine abstrakte Ver­waltungs­aufgabe, die beliebig in ressort­über­grei­fende Struk­turen aus­ge­lagert werden kann. Die Einrich­tung eines/einer Be­auf­tragten war ein wichtiges Zeichen der An­erken­nung und des politi­schen Willens, anti­ziganis­tisch motivierte, syste­matische Dis­kriminie­rung wirksam zu be­kämpfen. „Wer glaubt, Anti­ziganis­mus ließe sich ohne klare Zu­ständig­keiten und politische Ver­ant­wortung bekämpfen, verkennt die Tiefe und Trag­weite des Problems“, warnt Dr. Guillermo Ruiz, Ge­schäfts­führer von MIA e.V. „Diese Entschei­dung sendet ein fatales Signal an die Betrof­fenen.“

Antiziganismus ist tief in der Gesellschaft verankert. Seine Bekämpfung erfordert ent­schlos­senes politisches Handeln, ver­bindliche Maß­nahmen und klar benannte Zu­ständig­keiten – keine vagen Absichts­erklärun­gen. Während MIA im ver­gangenen Jahr bundes­weit fast 1.700 anti­ziganis­tische Vorfälle doku­mentierte – ein be­sorgnis­erre­gender Anstieg um 400 im Vergleich zu 2023 – entzieht sich Thüringen dieser Ver­antwortung. Hinzu kommt die historische Ver­pflichtung Deutschlands gegen­über der Minderheit der Sinti und Roma, die im Nationalsozialismus syste­matisch verfolgt und ermordet wurde. Dass die Landes­regierung nun einen institu­tio­nellen Rückschritt voll­zieht, zeugt von histo­rischem Un­ver­ständnis und politischer Ver­ant­wortungs­losigkeit.

MIA e.V. fordert die Thüringer Landesregierung mit Nachdruck auf, diese Ent­scheidung zu revidieren und die Stelle des/der Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten un­ver­züglich neu zu besetzen. Read the rest of this entry »

Sommerschule / Linajakeri ischkola

September 4th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 3.9.2025 | 4:36 min

Farajn Roma-Service: Linajakeri ischkola / Roma-Hort des Vereins Roma-Service

Imar poar berscha o farajn Roma-Service le Romane tschavenge duj kurke anglo kesdipe la isch­kolatar i linajakeri ischkola kerel. Te ada bersch o mesch­terkiji gondi pumenge saj phari­peskere punk­tscha be­scharde on. O programo igen baro sina taj o daja taj dada sar te o Romane tschave i linaja­keri ischkola ando farajn Roma-Service meresch aun len. But pro­jek­tscha sar keripe le vulka­nistar taj o kher rodipe le ORF-Bur­gen­landis­tar o si­kadipe la Roma redak­cijatar upro programo la linaja­kera isch­kolatar ter­dschino. O li­najakere nugo­dinip­tscha ar hi taj o tschave akan papal andi ischkola phiren.

Der Verein Roma-Service bietet schon längere Jahre für die Roma-Kinder die Sommer­schule an. Zwei Wochen vor Schul­beginn werden mit den Roma-Kindern vers­chiedene Akti­vitäten, Projekte sowie eine Exkursion durch­geführt. Dieses Jahr wurde eine Fahrt zum ORF-Landes­studio Burgenland geplant. Read the rest of this entry »

NS-Rasseakten: Archiv kooperiert mit Zentralrat

September 2nd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Deutschland: Luftbild des Bundesarchivs in Koblenz (Quelle: BArch, B 198 Bild-2016-0922-001 / Weber, Günter (Download Presse+Medien)Zeichen setzen in Zeiten eines wachsen­den Anti­ziga­nis­mus: Deut­sches Bun­des­archiv und Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma schlie­ßen Ko­ope­ra­tions­ver­ein­ba­rung

Das Bundesarchiv und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma haben eine Ko­opera­tions­ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen. Am 1. Sep­tember unter­zeich­neten Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentral­rates Deutscher Sinti und Roma, und Michael Hollmann, Präsident des Bundes­archivs, die Ver­ein­barung in Heidelberg. Damit soll in Zeiten eines wach­senden Anti­ziganis­mus in der Gesell­schaft ein Zeichen gesetzt und gleich­zeitig die Aufklärung über die natio­nal­sozia­lis­tische „Rassenforschung“ weiter ver­bessert werden. In Erin­nerung an die im natio­nal­sozialis­tisch be­setzten Europa ermor­deten rund 500.000 Sinti und Roma wurde zuletzt am 2. August der „Euro­päische Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma“ be­gangen.

Die Unterzeichnung fand 44 Jahre nach der Besetzung des Univer­sitäts­archivs Tübingen statt, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg NS-Akten der „Rassen­hygieni­schen und Bevöl­kerungs­biolo­gi­schen Forschungs­stelle“ (RHF) lagen, die in der NS-Zeit als Planungs­grundlage für den Holocaust an Sinti und Roma dienten und die in der Nach­kriegs­zeit für rassistische Forschungen miss­braucht wurden. Am 1. Sep­tember 1981 hatten 18 Sinti das Uni­versitäts­archiv besetzt, darunter auch Holo­caust­über­lebende und Romani Rose, und die Über­führung der ent­sprechen­den NS-Akten in das Bundesarchiv ge­fordert. Die Unterlagen werden seit­dem im Bestand R 165 im Bundes­archiv verwahrt.

Ein besonders bekanntes Beispiel für rassistische Forschungen in Tübin­gen war Sophie Ehrhardt, die bis 1968 als Anthro­pologin der Univer­sität Tübingen tätig war und un­behelligt die NS-Rasseakten für ihre anti­ziganis­tischen For­schungen über Sinti und Roma nutzte. Erhardt war während der NS-Zeit dem national­sozialis­tischen Rassen­theoreti­ker Robert Ritter unter­stellt. Dieser war Leiter der „Rassen­hygieni­schen For­schungs­stelle“ und bestimmte auf An­weisung von Reichs­führer SS Heinrich Himmler „wissenschaftlich“ die „Rassen­zu­ge­hörig­keit“ von Sinti und Roma, wodurch deren syste­matische Erfassung, die Deportation und Ermordung in Kon­zentra­tions­lagern er­mög­licht wurde.

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„Antiziganismus ist zutiefst unchristlich“

August 3rd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Katholische Aktion Österreich warnt vor At­tacken auf die Men­schen­würde: Aufruf zur christ­lichen Soli­da­rität zum Roma- und Sinti-Ge­denk­tag am 2. August

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) warnt vor subtilen und offenen Attacken auf die Men­schen­würde auf­grund von ethnischer Zu­ge­hörig­keit und ruft zu christ­licher Solidarität auf. Die Volks­gruppen der Roma und Sinti wurden erst im Jahr 1988 offiziell als Opfer­gruppe der natio­nal­sozialis­ti­schen Herrschaft an­er­kannt. Seit 2015 wird auf euro­päi­scher Ebene am 2. August an die Holocaust-Opfer dieser eth­nischen Minder­heiten gedacht. Im Jänner 2023 be­schloss der österrei­chische National­rat, auch in Österreich jeweils am 2. August offiziell der unter dem NS-Regime ver­folgten und er­mor­deten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze zu gedenken.

„Die systematische Vernichtung von ethnischen Minderhei­ten kam nicht plötz­lich über Nacht. Jahr­zehnte­lange syste­matische Dis­kriminie­rung und Herab­würdigung, die Betrof­fene in ihrem un­mittel­baren Lebens­umfeld spürten, waren Vorläufer des grau­samen Ver­nich­tungs­pro­gramms der Nazis“, erinnert Katharina Renner, Vize­prä­siden­tin der Katholi­schen Aktion Österreich und mahnt: „Der­artige Attacken auf die Men­schen­würde, egal in welcher Form und seien sie noch so subtil, dürfen nie wieder statt­finden.“

Dass es in unserer Gesellschaft noch immer Attacken auf Minder­heiten und Volks­gruppen gibt, zeigen auch die Grab­schändun­gen der letzten Ruhestätte von Roma und Sinti, Romnja und Sintizze des letzten Sommers und heurigen Frühjahrs auf meh­reren Wiener Friedhöfen. Und es gibt spürbare Dis­krimi­nierung von An­ge­hörigen dieser Volks­gruppen am Arbeits­platz, in der Schule und durch Medien­berichte, wie der Verein Romano Centro in seinen Berichten aufzeigt. Oft trauen Betroffene sich nicht, Vorfälle und Über­griffe zu melden, aus Angst, ihre Lage würde sich dadurch noch weiter ver­schlech­tern. Read the rest of this entry »

„30 Jahre anerkannt, na und?“

Juli 26th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Stand by plus Reset/Radio Agora, 3.7.2025
Sendungsgestaltung: Wolfgang Mayr (27:24 min)

„30 Jahre anerkannt, na und?“ – Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die über­schau­bare Roma-Be­völke­rung im Burgenland eine amtlich an­er­kannte Volksgruppe. Damit änderte sich auch die Stimmung zwischen Mehrheit und Minder­heit. Gleich­zeitig ent­stand in manchen Städten durch die ost­europäi­sche Migration eine zahlen­mäßig starke migran­tische Roma-Be­völ­kerung. Sie ist nicht anerkannt, die Zu­sam­men­arbeit zwischen den Roma-Gruppen scheint schwierig zu sein. Eine nicht un­bedeu­tende Rolle in der Roma-Politik spielt die Roma-Volks­hoch­schule (Website).

Stand by plus Reset ist eine Podcast-Reihe von Wolfgang Mayr über Min­derhei­ten, Nationa­litäten, indigene Völker und Volks­gruppen weltweit. Zu Wort kommen fall­weise Be­troffene und/oder Men­schen­rechts­akti­vist:innen.

(Sendung & Text: Stand by plus Reset/Radio Agora via CBA)


„Verzeihen bedeutet nicht vergessen“

Juli 25th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungsgegenstand: Stuhl der Großeltern von Franz-Elias Schneck (Foto: Dokumentations- u. Kulturzentrum Deut­scher Sinti u. Roma)„Das vergessene Gedächtnis“ Ein Samm­lungs­pro­jekt in Deutschland

Seit 2023 sammelt und bewahrt das beim Dokumentations- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Heidelberg angesiedlete ProjektDas vergesse­ne Ge­dächt­nis„Objekte, die von Geschichte und Kultur von Sinti und Roma in Europa wäh­rend des Holocaust bis heute erzählen“, so die Selbstbeschreibung auf der Website: „Im Projekt sammelt ein Team aus Expertin­nen und Experten am Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Objekte aller Art [...]. Dazu zählen Möbel, Kleidungs­stücke, aber auch Dokumente und Fotos aus der NS-Zeit bis heute. Jedes Objekt wird erst nach sorg­fältigen Gesprächen mit den Objekt­gebern auf­ge­nommen und in einer eigens erstell­ten Datenbank ver­zeichnet. Video­interviews mit Zeitzeugen und ihren Nachfahren, den ,Zweit­zeugen‘, werfen Schlag­lichter auf die Bio­grafien der Men­schen hinter den Dingen. ,Zweitzeugen‘ können etwa Kinder, Enkel oder Urenkel von Über­leben­den des Holocaust sein. Aus dem so ent­stehen­den Material extra­hiert der Video­redak­teur unseres Teams signifi­kante Auszüge, die sich etwa auf die von den Zeitzeugen zur Ver­fügung ge­stellten Gegen­stände beziehen oder von Erfah­rungen erzählen, die wichtige Einblicke in Kultur und Gesellschaft der jewei­ligen Zeit erlauben. Die Interviews werden gleichzeitig in voller Länge für den Aufbau einer muse­alen-ar­chiva­li­schen Sammlung auf­bewahrt. [...] Verlorenes wieder­finden, Ver­schwun­denes als Leerstelle zeigen, Erin­nerun­gen erhalten – darum geht es im Projekt ‚Das vergessene Gedächtnis‘. Die Spuren von Menschen, die gelebt haben und die leben, sollen wieder sichtbar ge­macht, Biografien erzählt werden – von jenen, die etwa als Kind die NS-Zeit überlebten, aber auch von deren Kindern und Enkeln. Gegen­stände und Gespräche ver­mitteln in ihrer Vielfalt Ver­gangenes an­schaulich. Sie zeugen zugleich von der leben­digen Kultur und Geschichte von Sinti und Roma, die nicht im National­sozialismus endete.“

Mit der Koordination von Sammlungaufbau und Aus­stel­lung­gestaltung betraut ist Projekt­leiterin (und dROMa-Gastautorin: [1][2]) Vera Töns­feldt: „Wir wollen die Geschichte der Betrof­fenen er­zählen und sie selbst sprechen lassen. Wir klagen nicht an. Wir er­innern“, erklärt sie im Ge­spräch mit Frédéric Valin für das Am­nesty Jour­nal: Read the rest of this entry »

Neuer deutscher Antiziganismus-Beauftragter

Juni 21st, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Der neue Beauftragte: Parl. Staatssekretaer Michael Brand (Pressefoto: Dominik Butzmann/photothek, im Auftrag des BMFSFJNach Protesten: Das Amt des deutschen Anti­ziga­nis­mus-Be­auf­trag­ten wird nun doch neu be­setzt. Michael Brand (CDU) folgt dem bis­heri­gen Be­auf­trag­ten Mehmet Daima­güler nach.

Die erst kürzlich bekannt gewordene Entscheidung, diese erst im Mai 2022 neu geschaf­fene Stelle nach dem Rück­tritt von Mehmet Daimagüler nicht fort­zu­führen, hatte ener­gische Re­aktio­nen aus den Organi­satio­nen und Verbänden der Sinti und Roma zur Folge. Kelly Laubinger von der Sinti-Union Schles­wig-Hol­stein etwa sprach von „Un­sicht­bar­machung“ und „politi­schem Skandal“, Petra Rosenberg vom Lan­des­verband Berlin-Bran­den­burg von einem „fatalen Signal“. Und Romani Rose vom Zentral­ver­band Deutscher Sinti und Roma zeigte sich von den Plänen der Bundes­regie­rung irritiert und ver­sprach, bei der Bundes­regie­rung zu inter­ve­nieren.

Auch in einer spontan gestarteten Petition an Kanzler Merz und Familien­minis­terin Prien (wir be­rich­teten) forderten Roma-Ak­tivis­ten die Bei­behal­tung der Stelle: „Besetzen Sie die Stelle des Be­auftrag­ten neu! Es war ein wich­tiges Zeichen, dass sie ge­schaffen wurde. Es ist ein ver­heeren­des Zeichen, dass sie nun einfach entfällt – obwohl Anti­ziganis­mus weiter­hin Alltag ist. Obwohl wir endlich mehr Sicht­bar­keit brauchen. Obwohl wir ein Teil dieser Gesell­schaft sind. Diese Ent­scheidung muss rück­gängig gemacht werden. Ein Beauftragter für die Belange von Sinti und Roma ist kein ver­zicht­barer Luxus – sondern eine Not­wendig­keit.”

Nun hat das Bundeskabinett Michael Brand (MdB, CDU) zum Beauf­tragten der Bun­des­regierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland be­rufen. Die Ernen­nung erfolgte am 18. Juni auf Vorschlag von Bundes­minis­terin Karin Prien für die Dauer der 21. Wahl­periode. Michael Brand ist derzeit Par­lamen­tari­scher Staats­sekretär im Bundes­minis­terium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Zur Person des neuen Antiziganismusbeauftragten informiert die Website des Minis­teriums: „Michael Brand ist studierter Politik­wissen­schaftler und seit vielen Jahren im Bereich Men­schen­rechte aktiv, unter anderem als Vor­sitzender des Men­schen­rechts­aus­schusses im Deutschen Bundestag sowie als Sprecher für Menschen­rechte der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­tion. Read the rest of this entry »