Europarat beschließt neue Roma-Strategie

Januar 22nd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neue Strategie des Europarates legt den Schwer­punkt auf Ver­ständ­nis, Gleich­berech­ti­gung und poli­ti­sche Teil­habe dieser Ge­mein­schaften

Das Ministerkomitee des Europarates hat gestern Mitt­woch die neue Strate­gie zur Inklu­sion von Roma und Fahren­den (2026–2030) ver­ab­schie­det. Die Gesell­schaft besser über Fragen zu diesen Gemein­schaften zu infor­mieren und dafür zu sen­sibi­lisie­ren und gleich­zeitig bei Roma und Fahrenden ein Gefühl des Stolzes auf ihre Iden­tität zu för­dern, Roma und Fah­renden gleiche Rechte, gleiche Würde und die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter zu garan­tieren sowie ihre aktive Teilhabe am öffent­lichen und politi­schen Leben zu stärken – das sind die Prio­ritäten des Europa­rates und seiner Mit­glieds­staaten für die nächsten fünf Jahre.

Die Strategie zielt darauf ab, die verstreuten nationalen Bemühun­gen in eine kohä­rente euro­päische Antwort um­zu­wandeln. Der Europarat be­kräftigt damit, dass der Schutz der größten Minder­heit Europas nicht nur eine nationale Ver­ant­wortung ist, son­dern auch eine gemein­same euro­päische Ver­pflich­tung, die für die Wahrung der Grund­werte und des sozialen Zu­sammen­halts des Kontinents von wesent­licher Bedeu­tung ist.

Roma und Fahrende scheinen in der Politik unsicht­bar zu sein

Ohne eine aktive Beteiligung der Roma und Fahrenden am öffent­lichen und politi­schen Leben bleiben die Möglich­keiten, ihnen bessere sozio­ökono­mische Per­spek­tiven zu bieten, begrenzt. Die weit­gehende Un­sicht­bar­keit der Roma und Fahrenden auf der poli­tischen Bühne kann zur Isolation dieser Gemein­schaften führen, die dann leicht zum Ziel von Prak­tiken wie Stimmen­kauf, Alibi­politik, Aus­beutung oder Ver­nach­lässi­gung werden.

Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass die Mitglieder dieser Gemein­schaften und die Gesell­schaft insgesamt das Poten­zial der Roma und Fahrenden für sozialen und polit­ischen Wandel er­kennen. Sie schlägt daher vor, Partner­schaften auf lokaler, regionaler und natio­naler Ebene auf­zu­bauen und inno­vative Modelle der politischen und staats­bürger­lichen Bildung zur Inklusion der Roma und Fah­renden zu fördern.

Die Strategie folgt den Empfehlungen aus der abschlie­ßenden Bewertung des Strate­gischen Aktions­plans zur Integration der Roma und Fahrenden (2020–2025), den das Minister­komitee eben­falls am Mittwoch zur Kenntnis ge­nom­men hat. Sie stützt sich außer­dem auf mehrere maß­gebliche Normen, wie beispiels­weise die Empfeh­lung des Minister­komitees über die Auf­nahme der Geschichte der Roma und Fah­renden in Schul­lehr­pläne und Unter­richts­materia­lien, die Empfeh­lung des Minister­komitees zur Betei­ligung der Roma-Jugend und die Empfeh­lung des Minister­komitees zur Gleich­stellung von Roma-und-Fah­ren­den-Frauen und -Mädchen.

Die Regierungen der Mitgliedsstaaten werden die Umsetzung der Strategie auf lokaler, regionaler und natio­naler Ebene in enger Zusam­men­arbeit mit Organi­sationen der Zivil­gesell­schaft und im Einklang mit dem ent­sprechen­den nationalen Rechts­rahmen voran­treiben. Koordi­niert wird die Um­setzung der Strategie vom Sach­ver­ständi­gen­aus­schuss für Fragen der Roma und Fahrenden (ADI-ROM) unter der Schirm­herr­schaft des Lenkungs­aus­schusses für Anti­diskrimi­nierung, Diver­sität und Inklusion (CDADI).

(Text: Europarat, Straßburg, 21.1.2026)

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