Ehrung für Renata M. Erich & Rudolf Sarközi

März 11th, 2010  |  Published in Allgemeines

Ehrung in Wien (li. R. Sarközi, 2. v. re.: Renata Erich) (Foto: rk-Fotodienst/Alexandra Kromus)Mit unermüdlicher Energie:
Verdienstzeichen für Renata M. Erich

Bei einem Festakt im Wiener Rathaus wurde am Montag Renata M. Erich mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Die ehemalige Fernsehjournalistin hat für den Wiener Roma-Verein „Romano Centro“ seit dessen Gründung mit unermüdlicher Energie gearbeitet. Bereits 1993 beendete Erich ihre Anstellung beim Bayrischen Fernsehen, um sich ganztägig der Arbeit im „Romano Centro“ zu widmen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich der Verein zu einer effizienten Interessensvertretung der Roma und brachte es zu internationalem Ansehen.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit war die Organisation einer Lernbetreuung für Roma-Schulkinder bei den Familien zu Hause. Renata M. Erich war und ist für dieses Projekt Initiatorin und treibende, aufrechterhaltende Kraft. Stadträtin Sandra Frauenberger: „Frau Erichs Verdienste im Kampf gegen die Marginalisierung von Roma-Kindern in der Gesellschaft und an den Schulen können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Menschen wie Sie, die sich für benachteiligte Gruppen einsetzen, um ihnen den sozialen Aufstieg zu erleichtern, und die sich für den Dialog, das Miteinander und ein gutes, respektvolles Zusammenleben stark machen, leisten für diese Gesellschaft unbezahlbare Dienste.“

Brückenbauer und Gallionsfigur: Rudolf Sarközi

Sandra Frauenberger würdigte den Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Rom Rudolf Sarközi als einen Brückenbauer bei der feierlichen Überreichung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien. Sandra Frauenberger hob die Leistungen Sarközis in ihrer Rede im Wappensaal des Wiener Rathauses hervor. „Professor Sarközi war und ist eine mahnende Stimme, niemals den Schrecken des Nationalsozialismus zu vergessen. Gerade deshalb setzt er sich so unermüdlich für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ein.“

Sarközi sei im wahrsten Sinne des Wortes ein Brückenbauer. Im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit brauche es Gallionsfiguren wie ihn, „die nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern im Sinne von gegenseitigem Verständnis und Respekt agieren und die ob ihrer klaren Botschaften auch auf breites Gehör in der Bevölkerung stoßen“, unterstrich Frauenberger. „Gerade heute ist es ein Gebot der Stunde, entschieden gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufzutreten“, so
Frauenberger.

Das wichtigste Ziel – die Anerkennung als österreichische Volksgruppe – wurde durch einen Entschließungsantrag aller Parlamentsparteien im Nationalrat im Oktober 1992 eingeleitet. Rudolf Sarközi war daran im Vorfeld federführend beteiligt. Im Dezember 1993 erlangte die Anerkennung offiziell Rechtskraft und 1995 konnte die konstituierende Sitzung des Volksgruppenbeirates stattfinden. Zum Vorsitzenden des achtköpfigen Gremiums wurde Rudolf Sarközi gewählt.

(Quelle: Rathauskorrespondenz d. Stadt Wien; volksgruppen.orf.at)

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