Anglebeschtengeri konferenca jeke hangoha
März 5th, 2026 | Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 4.3.2026 | 5:51 min
Volksgruppen bündeln ihre Interessen: Vorsitzendenkonferenz als gemeinsame Stimme
O autochtoni flogoskere grupn andar i Austrija khetan jek platforma kerde, kaj le pradipeske o aunpaschlariptscha le Austrijakere flogendar pascheder schaj ande on. Andi konferenca le anglebeschtendar le flogoskere bajrotschendar o angle beschte le aunprindscharde flogoskere grupnendar khetan pumen kerde, kaj o aunpaschlariptscha la politikake prik dim schaj on. Use hi o Burgenlanditike Horvacke, Roma, Slovakitike, Slovenitike, Tschechitike taj Ungrike. I konferenca hi jek kordinacijonakero than taj jek politischi vakeraschiskero hango. Cil la anglebeschtengera konferencatar hi, khetan interestscha dikle te kerel taj jeka khetana posijonaha angle te dschal, taj o flogoskere tschibtscha taj o bajder entviklinipe le flogoskere grupnengere tschatschipestar le tschulipengere tschatschipendar la Austrijatar prik pescharde te on.
Die autochthonen Volksgruppen Österreichs treten mit einer gemeinsamen Plattform stärker denn je an die Öffentlichkeit. In der Ständigen Konferenz der Vorsitzenden der Volksgruppenbeiräte haben sich die Vorsitzenden der sechs anerkannten Volksgruppen zusammengeschlossen, um ihre Anliegen gebündelt gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten. Vertreten sind die Volksgruppen der Burgenlandkroaten, Roma, Slowaken, Slowenen, Tschechen und Ungarn. Die sogenannte Vorsitzendenkonferenz fungiert dabei sowohl als Koordinationsstelle als auch als politisches Sprachrohr.
Einheitliche Position gegenüber Politik und Verwaltung
Ziel der Vorsitzendenkonferenz ist es, gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und mit einer einheitlichen Position aufzutreten. Im Fokus stehen vor allem der Erhalt der Volksgruppensprachen sowie die Weiterentwicklung des Volksgruppengesetzes, das die rechtliche Grundlage für Minderheitenrechte in Österreich bildet. Durch die enge Abstimmung zwischen den einzelnen Volksgruppen sollen Anliegen gezielt in politische Entscheidungsprozesse eingebracht werden. Damit will das Gremium die Wirkung der Volksgruppenvertretung auf Bundesebene stärken.
Bernard Sadovnik seit 2025 Obmann
Seit Februar 2025 steht Bernard Sadovnik an der Spitze der Vorsitzendenkonferenz. Unter seiner Leitung rücken neben rechtlichen Fragestellungen verstärkt langfristige Perspektiven in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die kulturelle und sprachliche Absicherung der Volksgruppen nachhaltig zu stärken und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln.
Bildung als Schlüsselthema
Ein zentrales Arbeitsfeld der Vorsitzendenkonferenz ist der Bereich Bildung. Gefordert werden verstärkte mehrsprachige Bildungsangebote, um Volksgruppensprachen langfristig zu sichern und an kommende Generationen weiterzugeben. Als konkretes Projekt wird unter anderem die Einrichtung einer Volksgruppenschule in Wien genannt. Diese soll insbesondere den Bedürfnissen von Volksgruppenfamilien im urbanen Raum Rechnung tragen und ein modernes Modell mehrsprachiger Bildung bieten.
Austausch nach innen, Wirkung nach außen
Neben der politischen Interessenvertretung dient die Vorsitzendenkonferenz auch als Forum für den internen Austausch. Durch regelmäßige Abstimmungen sollen gemeinsame Strategien entwickelt und Synergien zwischen den Volksgruppen genutzt werden. Mit dieser Arbeit leistet die Ständige Konferenz der Vorsitzenden der Volksgruppenbeiräte einen wichtigen Beitrag zur Sicherung kultureller Vielfalt in Österreich. Sie zeigt, dass Minderheitenpolitik nicht nur den Schutz bestehender Rechte bedeutet, sondern auch die aktive Gestaltung einer mehrsprachigen und pluralen Gesellschaft.
(Beitrag: TV Erba)