„Sarkastische Symptombehandlung“

Februar 18th, 2010  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Pfarrer Pucher (Foto: Kirchl. Pädagogische Hochschule)Kirchliche Kritik an Bettlerdebatte in Graz

Regelmäßig flammen in der „Menschenrechtsstadt“ Graz – sehr emotionell und meist mit erschreckend geringer Sachkenntnis geführte – Debatten über ein Bettelverbot auf. (Mehr zum Thema finden Sie übrigens in dROMa 23/2009.) Derzeit stehen die von Landeshauptmann Voves (SPÖ) lancierten Pläne zu einem „sektoralen Bettelverbot“ im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen; die konservative Landes-VP hingegen will über das Landessicherheitsgesetz ein generelles Verbot festschreiben. Ablehnung kommt von Grünen, KPÖ und kirchlichen Stimmen. Dabei beherrscht vor allem das Schlagwort der „organisierten Bettelei“ die Debatten – und das, obwohl laut Auskunft von Polizei und Staatsanwaltschaft (etwa hier) bis heute kein einziger Fall von krimineller Ausbeutung oder Menschenhandel bestätigt werden konnte (aggressives Betteln und Betteln mit Kindern ist in der Steiermark ohnedies seit einigen Jahren verboten). Dessen ungeachtet plant die Rechtsfraktion BZÖ für 3. März die Einleitung einer Volksbefragung, um gegen die angebliche „organisierte Bettelei“ und deren Hintermänner vorzugehen. Deutliche Worte gegen das Bettelverbot kommen immer wieder von kirchlicher Seite, zuletzt vom bekannten Grazer Pfarrer Wolfgang Pucher und dem evangelischen Superintendenten Hermann Miklas. Wir zitieren im Folgenden aus einem Artikel auf kathweb.at:

Die kirchliche Kritik an dem zuletzt von Politikern forcierten Bettelverbot in Graz wächst

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. „Obdachlosenpfarrer“ Wolfgang Pucher und der evangelische Superintendent Hermann Miklas haben sich zuletzt gegen den wachsenden Populismus auf Kosten Bedürftiger im Vorfeld von steirischen Urnengängen – im März stehen Gemeinderatswahlen, im September Landtagswahlen an – gewendet.

Pfarrer Pucher stellte in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ in Abrede, dass es in Graz – wie behauptet – organisierte, kriminelle Bettlerbanden gibt: „Außer ich behaupte, dass es sich um Bandenbildung handelt, wenn sich fünf slowakische Roma zusammenreden und gemeinsam nach Graz kommen.“ Aus der Ostslowakei kämen die allermeisten der rund 100 in Graz tätigen Bettler. Sie werden von der Vinzenzgemeinschaft (Website) betreut und seien mit Sicherheit nicht organisiert: Er lege seine Hand dafür ins Feuer, dass keiner dieser Bettler aus der Slowakei etwas von den täglich bis zu 20 erbettelten Euro abliefern muss, so Pucher.

(…) Auch der steirische evangelisch-lutherische Superintendent Miklas wandte sich jüngst in der „Kleinen Zeitung“ gegen die vom steirischen Landeshauptmann Franz Voves für Graz vorgeschlagene Lösung eines „sektorialen“ Bettelverbots. Man wolle das Betteln überall dort verbieten, „wo viele gut betuchte Menschen vorbeikommen, in weniger frequentierten Straßen hingegen soll das Betteln weiterhin erlaubt sein“, stellte Miklas diesen Vorschlag infrage. Dies sei „nur eine – noch dazu sarkastische – Symptombehandlung“, nicht aber eine „nachhaltige Bearbeitung des Problems“.

Für Miklas geht der Streit, ob es sich um „organisierte“ oder „nicht organisierte Bettelei“ handle, am Kern der Sache vorbei. Es scheine vielmehr „um eine Art Selbstorganisation der Armut“ zu gehen. Der steirische Superintendent: „Bei den Menschen, die hier – meist relativ unaufdringlich – ihre Hände nach Almosen ausstrecken, dürfte es sich durch die Bank um wirklich Bedürftige handeln.“ (…)

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