Minderheitenrechte und ORF (2024)

Januar 27th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Recht & Gericht, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazCorina Maria Kaufmann (2024): Minderheitenrechte in Österreich und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät), 80 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Neben dem rechtlichen Schutz bieten Medien eine Plattform der Artiku­lation, Inklusion und Iden­titäts­stärkung von Minder­heiten. Medien können zur öffent­lichen und politischen Meinungs­bildung beitragen und haben eine zentrale Funktion in der Re­präsen­tation der Interessen, Sprachen und Kulturen einer viel­fältigen Gesel­lschaft. Ziel der vor­lie­genden Arbeit ist es, die Rolle des öffent­lich-recht­lichen Auftrags des ORF bei der Dar­stellung, Wahrung und dem Schutz der sechs autochtho­nen Volksgruppen Österreichs (Burgenland­kroaten, Slowenen, Ungarn, Tschechen, Slowaken und Roma) zu unter­suchen. Dazu wird folgende Forschungs­frage gestellt: Welche Rolle spielt der Öster­reichi­sche Rundfunk für den Minderheiten­schutz? Zur Be­ant­wortung dieser Frage wird auf die Methode des Experten­interviews zurück­ge­griffen. Befragt werden der Landes­direktor des ORF-Landes­studios Burgenland sowie ein Vertreter der Volks­gruppe der Roma [Anm. dROMa: Emmerich Gärtner-Horvath, Vor­sitzen­der des Volks­grup­pen­bei­rats der Roma und Ob­mann des Vereins Roma-Ser­vice] und eine Ver­treterin der Volks­gruppe der stei­rischen Slowenen. In den Inter­views, die anhand von Leitfragen geführt werden, wird einer­seits auf Ver­besserungs­mög­lich­keiten, Wünsche und For­derungen der Volks­gruppen­vertreter im Bereich der medialen Versorgung und der Be­deutung des ORF ein­ge­gangen und anderer­seits versucht, die Per­spektive des ORF zu verstehen. Die Ant­worten der Ex­perten­interviews haben gezeigt, dass die Volks­gruppen­vertreter die Rolle des ORF nicht nur in der Quantität der Bericht­erstat­tung sehen, sondern dem ORF die Ver­ant­wortung zu­schreiben, durch objektive und realitäts­nahe Bericht­erstattung einen Beitrag zum Abbau von Vor­urteilen zu leisten und die Vielfalt der Gesell­schaft ab­zu­bilden. Es kann fest­gehalten werden, dass der ORF als Vermittler zwischen Mehrheit und Minder­heiten agieren kann. Diese Position kann bei­spiels­weise durch verstärkte re­daktions­über­greifende Zu­sammen­arbeit, Auf­klärungs­arbeit und Unter­titelung ver­bessert werden.

Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuer: Helmut Tichy

unipub.uni-graz.at ist der Open-Access-Publikationsserver der UB der Universität Graz.

UB Graz: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/10138141

Comments are closed.