OHO: Internacijonali Romengero di
April 17th, 2023 | Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 17.4.2023 | 6:55 min
Roma-Tag 2023: 30 Jahre Anerkennung der Volksgruppe der Roma
Sako bersch ando 8. april o Internacijonali Romengero Di tel likerdo ol, saveskero cil hi, upri situacjia la lek bareder tschulipengera grupnatar andi Europa, le Romendar, upre te sikal. But Roma organisaciji andi Austrija ando socijali, antirasismus projektscha, gondolipeskere tablinenengere projektenge le ledschime taj murdarde Romenge angle 1938 taj kultureli projektscha taj mulatintschagi, kaj i situacija le Romendar feder te ol butschalinen.
Der Internationale Tag der Roma, auch Welt-Roma-Tag oder Internationaler Roma-Tag genannt, findet seit 1990 jährlich am 8. April statt und soll auf die Situation der Roma, die größte Minderheitengruppe Europas, aufmerksam machen.
Geschichte
1990 fand der erste Internationale Tag der Roma statt. Dass der Aktionstag auf den 8. April fällt, hat einen historischen Hintergrund: Er soll an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung erinnern, die am ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 in London stattfand. 23 Vertreter aus neun Staaten diskutierten damals kulturelle und soziale Fragen rund um die Roma, diskriminierende Bezeichnungen wie „Zigeuner“ oder „Gypsy“ wurden durch die Eigenbezeichnung „Roma“ abgelöst und eine Flagge und Hymne der Roma wurden zu zwei wichtigen Symbolen der Roma-Bürgerrechtsbewegung. 1990 wurde der Aktionstag am vierten Welt-Roma-Kongress in Polen in Erinnerung an dieses Ereignis eingeführt. Aber auch dem „Porajamos“, dem „Verschlingen“, soll gedacht werden – damit ist die Ermordung von rund 500.000 Roma und Sinti während des Holocaust gemeint.
Roma in Schulen und Lehrerinnen-/Lehrerausbildung
Podiumsdiskussion mit Bildungssprecherinnen und -sprechern der Parlamentsparteien im Burgenländischen Landtag und Nationalrat, Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland und der Bildungsdirektion Burgenland.
Was ist in de letzten 30 Jahren passiert?
Am 16. Dezember 1993 wurden Rom*nija als sechste Volksgruppe in Österreich anerkannt. Diese Anerkennung war das Ziel eines langen beschwerlichen Weges und eines Kampfes um Gleichstellung in der Gesellschaft. 1995, nur zwei Jahre nach der Anerkennung, ereignete sich das Bombenattentat von Oberwart, bei dem vier junge Roma in der Oberwarter Roma-Siedlung ermordet wurden. Es handelt sich um das schwerste rassistisch motivierte Verbrechen in der Zweiten Republik. Im selben Jahr, nur wenige Monate später, wurde der Volksgruppenbeirat der Roma ins Leben gerufen.
Seit der Anerkennung als Volksgruppe vor 30 Jahren hat sich vieles innerhalb der Volksgruppenarbeit verändert: Zahlreiche Vereine sind entstanden, die mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten die Anliegen der Volksgruppe vertreten. Die Kunst und Kultur der Roma erhielt endlich Anerkennung und wurde gefördert sowie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein weiterer wichtiger Punkt, der in den letzten 30 Jahren umgesetzt werden konnte, ist die Kodifizierung und Didaktisierung des Burgenland-Romani. Ein wichtiger Schritt, da die Sprache ein wesentlicher Teil der Identität und Kultur der Rom*nija ist und diese bis dahin nur mündlich überliefert wurde.
Durch die Anerkennung widmete sich auch die Wissenschaft der Volksgruppe, so konnten zahlreiche Vorurteile widerlegt und eine korrekte Geschichtsschreibung begonnen werden – denn bis dahin wurden oft, auch in wissenschaftlichen (z.B. literaturwissenschaftlichen und historischen) Werken, Unwahrheiten verbreitet und somit der schon bestehende „Antiziganismus“ geschürt.
(Beitrag: TV Erba)