Roma aus der Ukraine: Roma-Vereine helfen

Juli 4th, 2022  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

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13.6.2022 |
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Nadine Papai bei einer Hilfslieferung an der polnisch-ukrainischen Grenze (Foto: Nadine Papai)Bereits seit Februar dieses Jahres herrscht Krieg in der Ukraine. Täg­lich sehen wir Be­rich­te in den Medien von zer­bomb­ten Städten und Men­schen, die einem furcht­ba­ren Leid aus­ge­setzt sind. In einer be­son­ders pre­kären Si­tua­tion sind dabei die Roma in der Ukraine. Viele öster­reichi­sche Hilfs­organi­sa­tio­nen und auch Ro­ma-Verei­ne neh­men sich die­ses Problems an und helfen, wo es ihnen nur mög­lich ist.

Den Volksgruppenangehörigen der Roma wird die Ausreise aus der Ukraine oft erschwert. Für die­jenigen, die es trotz­dem schaffen, in den sicheren Westen zu fliehen, geht die Dis­krimi­nie­rung auf­grund ihrer Ethnie auch in vielen EU-Ländern weiter. In Österreich treffen die Roma weniger auf Stigmatisierung. Hier­zu­lande stoßen sie meist auf Unverständnis aufgrund ihrer fami­liären Situa­tionen und ihrer Kultur, erzählt Nadine Papai vom Verein Lebens­zeichen. Sie wird einen Teil ihrer Arbeit darauf richten, dass sie sich um die ukrai­nischen Roma küm­mert, die bereits in Österreich an­ge­kommen sind. Mit den Ro­ma-Vereinen ist sie im stän­digen Austausch und konnte im April bei einer Familien­zusam­men­führung im Burgenland mit­helfen. Das hat Nadine Papai beson­ders gefreut.

Roma-Service hilft bei der Betreuung
Emmerich Gärtner Horvath und der Verein Roma-Service betreuen nun diese Roma-Fa­milie, die im Bezirk Oberwart Zuflucht ge­funden hat. Die Kinder haben Platz in der Lern­betreuung des Vereins und gehen auch hier zur Schule. Die Oma der Familie musste in einem Flücht­lings­heim in Bayern sogar Schläge ertragen, bevor sie nach Öster­reich kom­men konn­te, so Gärtner-Hor­vath. Die fünf Kinder und zwei Frauen sind teil­weise schwer trau­matisiert von den grau­samen Er­lebnissen und Eindrücken des Krieges. Man kann sich nur schwer vor­stellen, wie es diesen Men­schen nach solchen Er­leb­nissen geht, so Em­merich Gärt­ner-Horvath.

Personalmangel in der Lernbetreuung
Erst vor einigen Tagen hat wieder eine Roma-Familie aus der Ukraine mit acht Kindern und drei Frauen einen Zu­fluchts­ort im Süd­burgenland ge­funden. Die Lern­betreuung des Vereins Roma-Service platzt bereits aus allen Nähten. Vor allem die gerin­ge Budge­tierung für Lehr­kräfte macht Em­merich Gärt­ner-Horvath Sorgen. Er sieht die Politik in der Pflicht, nun etwas in diese Richtung zu tun. Die Kinder sollen die Mög­lich­keit be­kommen, etwas zu lernen, dass sie sich auch später einmal in Öster­reich nieder­lassen können, wenn sie das möch­ten, so Emme­rich Gärt­ner-Horvath

(Text: Adolf Gussak auf volksgruppen.orf.at)

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