„Bürgerkriegsähnliche Zustände“

November 16th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Polizeigroßaufgebot nach Ausschreitungen in UngarnZusammenstöße in Ungarn − Rechtsextreme „Garde“ und Roma prallen aufeinander

Bisher verhielten sich die ungarischen Roma bei den Hass-Aufmärschen der Rechtsextremen durch ihre Wohnsiedlungen ruhig und verängstigt. Das hat sich im nordostungarischen Dorf Sajóbábony bei Miskolc (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) am Sonntag geändert. Gewaltsam vertrieben sie die paramilitärische „Magyar Gárda“ („Ungarische Garde“). Die Polizei musste massiv einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern, Augenzeugen sprechen sogar von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“. Der Pester Lloyd schreibt dazu:

Zu den Ausschreitungen ist es nach einer Versammlung der rechtsextremen Partei Jobbik und Mitgliedern der „Neuen Ungarischen Garde“, eines militanten Armes der rechtsradikalen Partei, gekommen, die häufiger in von Roma besiedelten Gemeinden aufmarschieren um „die Ungarn” vor „der Zigeunerkriminalität zu beschützen“. Die Polizei ermittelt in etlichen Fällen von Vandalismus und Landfriedensbruch gegen Vertreter beider Seiten. Ein Auto wurde zerstört, von Verletzten wurde bisher nichts berichtet. (…) Beide Lager hätten sich regelrechte Stellungskämpfe geliefert, der Ort ist praktisch seit zwei Tagen im Belagerungszustand. Die Polizei musste letztlich mit Sondereinsatzkommandos für Ordnung sorgen und sperrte den Ort jetzt komplett ab, so dass nur noch Bewohner Zutritt erhalten. Angeblich sollen am Abend hunderte Roma aus anderen Orten auf dem Weg nach Sajóbábony gewesen sein. Auch die „Garde“ bekam Verstärkung aus anderen Komitaten. Die Nacht ist weitgehend ruhig verlaufen. Die Polizeipräsenz bleibt vorerst aufrecht. (…)

Lesen Sie bitte den vollständigen Artikel im Pester Lloyd.

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