U.N.-Hochkommissarin rügt 17 Länder
September 16th, 2009 | Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
UN-Hochkommissarin verurteilt Roma-
Diskriminierung in 17 Ländern Europas
Aus Anlass ihres ersten Amtsjubiläums hat die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Montag in ihrer Rede vor dem Human Rights Council in Genf eine Bilanz über die Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen gezogen. Dabei kommt die südafrikanische Juristin insbesondere auch auf die vielerorts fatale Lage der Roma zu sprechen. Explizit wird die Diskriminierung von Roma in 17 Ländern Europas verurteilt. Direkt angesprochen wird die Benachteiligung bzw. Gefährdungslage von Roma in Ungarn, der Slowakei, Italien, Bulgarien, der Tschechischen Republik, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien, Slowenien und Schweden. Angehörigen der Roma-Minderheit würde oftmals der Zugang zu medizinischer Versorgung und Ausbildung verwehrt, auch bei der Wohnungssuche müssten Sinti, Roma und Travellers grobe Benachteiligungen erdulden, so Pillay.
Europaratskommission kritisiert die Schweiz
Die Rede Pillays nahm keinen Bezug auf Österreich, Deutschland oder die Schweiz. Letztere wird jedoch in einem Bericht der Europaratskommission ECRI (Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz), der ebenfalls diese Woche veröffentlicht wurde, u. a. dafür kritisiert, dass „Fahrende, Jenische und Roma“ in der Schweiz „Stereotypisierungen und Benachteiligungen ausgesetzt“ seien. (Hier der aktuelle Länderbericht zur Schweiz als PDF-Download)
Im Anschluss finden Sie noch den auf Roma Bezug nehmenden Abschnitt aus der Rede der UN-Hochkommissarin im englischen Originalwortlaut:
Despite efforts undertaken by Member States and international and regional organizations, anti-Romani sentiments in Europe continue to be strong. For example, my Office has received credible reports regarding a number of fatal attacks against Roma in Hungary. Ill-treatment of Roma by police has been reported in Slovakia and elsewhere. In Italy, there has been abundant documentation of discrimination and degrading treatment affecting the Roma population. Available information indicates that in Bulgaria many Roma have limited access to the health care system because they lack identity documents and health insurance. Problems in the area of education for Roma children have been recorded, for example, in the Czech Republic. Regarding access to housing, direct and indirect discrimination against Roma, Sinti and Travelers and/or forced evictions are known to have taken place in a number of countries, including Finland, France, Ireland, Lithuania, Poland, Portugal, Romania, Serbia, Spain, Slovenia, Sweden and the United Kingdom. While I am aware of good faith efforts to address this problem, more must be done to end such discrimination. (…)