Podiumsdiskussion: Testfall Roma in Europa

Oktober 16th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Haus der EU in WienAus Anlass der österreichischen Rats­präsi­dent­schaft ver­­an­­stal­­tet Romano Centro ge­mein­sam mit ERGO Network (Euro­pean Roma Grass­roots Or­gani­sa­tions) und dem Haus der Euro­päi­schen Union in Wien eine Podiums­diskussion:

Diversität in der Europäischen Union – Testfall Roma in Europa

Do., 8.11 2018, 18.30 Uhr
im Haus der Europäischen Union
Wipplingerstraße 35, 1010 Wien

Roma sind die größte Minderheit Europas. In­folge des jahr­hunderte­alten Anti­ziganismus der Mehr­heits­gesell­schaf­ten sind Roma über­pro­por­tio­nal von Armut und sozia­lem Aus­schluss be­troffen. Um die Lebens­situa­tion der Roma­bevöl­ke­rung zu ver­bes­sern und glei­che Rechte und Mög­lich­keiten für alle EU-Bür­ger_in­nen sicher­zu­stel­len, hat die EU-Kom­mis­sion 2011 eine Rahmen­strate­gie zur Inklusion der Roma bis 2020 be­schlos­sen. Darin wurden alle Mit­glieds­länder ver­pflich­tet, eigene Strate­gien zur Inklu­sion von Roma und Romnja zu ent­wickeln und um­zu­setzen. Die Ver­pflich­tung um­fasst u.a. die Defi­ni­tion von natio­nalen Zielen, die Bereit­stel­lung der er­forder­lichen Mittel und die Ein­richtung ge­eigne­ter Moni­toring­maß­nah­men. Die Kom­mis­sion de­fi­nierte die Be­rei­che Bildung, Beschäf­ti­gung, Gesundheit und Wohnen als zentral.

Im Widerspruch zu diesen Ansätzen steht der Aufstieg po­pulis­ti­scher und rechter Grup­pie­run­gen in Europa inner­halb und außer­halb der EU. In der öffent­li­chen Dis­kus­sion werden Migrant_in­nen, ge­flüch­tete Per­sonen, An­gehö­rige bestimm­ter Re­ligionen oder Min­der­hei­ten wie Roma von rechten politi­schen Parteien zu Sünden­böcken er­klärt. Sie werden für soziale Probleme ver­antwort­lich ge­macht und zum Ziel ver­hetzen­der Reden und rassisti­scher Gewalt. Die aktuellen gewalttätigen Übergriffe auf Roma in der Ukraine, bei de­nen ein Mann er­stochen wurde, die Ermordung eines Roma-Mäd­chens in Griechen­land im Juni, die rassis­tische Prügel­attacke gegen einen Rom in der Slowakei, oder die roma­feind­lichen Aus­sagen des italie­ni­schen Innen­minis­ters Salvini, der die Zählung und De­porta­tion von Roma an­kün­digte, sind nur ein paar Bei­spiele für diese Ent­wicklung.

Zwei Jahre vor Abschluss der Roma-Strategie 2020, während der Vor­berei­tun­gen für die nächs­te Pro­gramm-Pe­rio­de 2020-2027, neh­men wir die öster­reichi­sche Rats­präsi­dent­schaft zum An­lass, die bis­heri­gen Er­gebnis­se der Stra­tegie einer Be­wertung zu unter­ziehen. Dabei gehen wir auch der Frage nach, wie der weit ver­brei­te­te Antiziganismus den Zu­gang zu glei­chen Rechten und Chan­cen für Roma in Euro­pa be­hin­dert.

Programm

Begrüßung:
Georg Pfeifer, Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich
Rabie Perić-Jasar und Mirjam Karoly, Romano Centro

Diskutant*innen:
Gabriela Hrabanova, Direktorin ERGO Network (Brüssel)
Sheena Keller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, FRA (Agentur der EU für Grundrechte)
Ciprian Necula, Aktivist, Soziologe, Rumänien
Péter Niedermüller, Abgeordneter zum EU-Parlament (Demokratikus Koalíció, Ungarn)
Dijana Pavlović, Aktivistin, Italien
Alfiaz Vaiya, Koordinator ARDI (Arbeitsgruppe Antirassismus und Diversität, Europäisches Parlament)

Moderation:
Peggy Piesche, Literatur- und Kulturwissenschafterin, Berlin
Simultanübersetzung Deutsch-Englisch

Um Anmeldung an office@romano-centro.org wird gebeten.

(Text: Romano Centro)

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