Rumänien: Geldstrafe für Präsident Băsescu

Februar 16th, 2014  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Traian Basescu (Foto: wikipedia)Rumänischer Präsident wegen rassistischer Äußerun­gen über Roma ver­urteilt

„Nur wenige von ihnen (den Roma) wollen arbeiten“ und „traditions­ge­mäß leben viele von dem, was sie stehlen“. Für diese diskri­minie­renden Aussagen aus dem Jahr 2010 ist Rumäniens Staats­präsident Traian Băsescu ver­gan­gene Woche zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Nationale Anti-Dis­kri­minie­rungs-Rat ver­hängte ein Bußgeld in der Höhe von 600 Lei (gerade einmal 130 Euro) und ver­wies darauf, dass Băsescu bereits zuvor wieder­holt belei­digen­de Äuße­rungen über die Minder­heit getätigt hatte. Die betref­fenden Sätze waren 2010 bei einer Presse­konferenz anläss­lich eines Slowenien-Be­suchs gefallen. Die Roma-NGO Romani Criss hatte darauf­hin Beschwerde beim Nation­alen Anti-Diskri­minie­rungs-Rat ein­gelegt. Die Behörde weigerte sich jedoch zu­nächst, den Fall zu behandeln, weil die Aus­sagen außer­halb des Landes getätigt wor­den seien. Erst das Obersten Gericht stellte kar, dass Băsescu mit einer Geldstrafe zu bele­gen ist. Bereits zwei­mal war der rumä­ni­sche Staats­chef in der Ver­gangen­heit vom Anti-Diskriminierungs-Rat ver­warnt wor­den: 2007 hatte Băsescu eine Journa­listin als „schmutzige Zigeunerinbeschimpft. Ein Mobil­telefon­mit­schnitt gelangte an die Öffent­lich­keit. 2011 sorgte seine Aus­sage, die Roma wür­den in Bussen „stehlen“, für Rassismus­vorwürfe.

Traian Băsescu ist nicht der einzige hochran­gige rumä­nische Politiker, der in den letzten Jahren wegen rassis­tischer Aussagen in die Schlag­zeilen geraten ist: Anfang 2010 meinte Außenminister Teodor Baconschi bei einem Treffen mit dem franzö­sischen Europa­staats­sekretär, dass es bei Roma eine genetische Veran­lagung zu kriminellem Verhalten gäbe. Und vor dem Hinter­grund der italie­nischen Stim­mungs­mache gegen Roma brachte der rumänische Außen­minis­ter Adrian Cioroianu im Novem­ber 2007 sogar ein Deportations­szenario ins Spiel. Bei einer Fern­seh­diskus­sion erklärte er, dass er darüber nach­gedacht habe, „in der ägyptischen Wüste ein Stück Land zu kaufen, um dort all die Leute hin­zu­schicken, die den Ruf des Lan­des beschmutzen“.

(dROMa-Red.)

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