Zwei Generationen erzählen

August 17th, 2013  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
12.8.2013 (on demand)

Interview Nach dem Krieg haben die Nicht-Roma den Roma, welche die Lager über­lebt haben, beim Auf­bau ihrer Häuser gehol­fen, sagt die heute 63-jäh­rige bur­gen­län­di­sche Romni Erika Horvath. „Mit diver­sen Arbei­ten auf den Fel­dern und in der Mühle in Mischen­dorf haben sie ihr täg­liches Brot ver­dient.“ In dieser Zeit war ein „Miteinander“ zu spü­ren. Jedoch kam dann wieder die Zeit, in der die Nicht-Roma die Roma sehr dis­krimi­nier­ten. „Eines, was mir da­mals und auch heute noch nicht so richtig ins Bild passt: dass immer alle Roma ‚in einen Topf‘ gewor­fen wer­den, wenn etwas passiert“, sagt Horvath. Mit der Grün­dung der Roma-Vereine und nach dem Atten­tat von Ober­wart hat sich jedoch einiges zum Posi­tiven gewandt, so Horvath weiter.

„Als ich die Volksschule besuchte, kam es oft vor, dass ich von an­de­ren Schul­kin­dern als ‚Zigeuner‘ beschimpft wurde“, sagt der 23-jährige Marcel Horvath. In der Haupt­schule war es anfangs auch so, jedoch wurde es dort mit der Zeit besser, so der junge Rom. „Dort habe ich dann vie­le Nicht-Ro­ma-Freun­de ge­funden, un­ter ihnen sehr viele aus dem Aus­land.“ Auf der Suche nach einer Lehrstelle hat ihn die Zeit der Dis­krimi­nie­rung dann wieder ein­ge­holt. Nur wegen seines Familien­namens bekam er den Aus­bildungs­platz nicht, sagt Horvath.

Mehr über die Erlebnisse der zwei Gene­ratio­nen hören Sie in der aktuel­len Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Bur­gen­land.  (volksgruppen.orf.at)

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