Guardian: Die Lage in Gyöngyöspata

Januar 29th, 2012  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Verletzter nach den Zusammenstößen in Gyöngyöspata 2011 (Foto: TASZ)Der britische Guardian brachte am 27.1.2012 eine Reportage aus dem ungarischen Dorf Gyöngyöspata, das im Vorjahr – unter den Augen der untätigen Exekutive – über Monate zum Schauplatz rechtextremer Aktionen wurde, die schließlich in gewalttätigen Zusammenstößen und in der vorübergehenden Evakuierung eines Großteils der Roma-Bevölkerung gipfelten. Gyöngyöspata steht heute ein Bürgermeister der neonazistischen Partei Jobbik vor, die Lage für die bis vor kurzem 450 Personen umfassende Roma-Minderheit bleibt angespannt. Die Romakinder der Gemeinde werden in der Schule in separaten, räumlich von den Nicht-Roma getrennten Klassen untergebracht. In einem Pilotprojekt werden erwerbslose Roma für einen Hungerlohn und unter Aufsicht zu Waldarbeiten herangezogen, der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn wurde hierfür eigens außer Kraft gesetzt. Die Erinnerung an die Zwangsarbeitslager der NS-Jahre liegt nicht nur für die damals wie heute betroffenen Roma-Familien nahe. 45 Roma-Kinder und 22 erwachsene Roma haben den Ort laut Hungarian Civil Liberties Union (TASZ / HCLU) in den letzten sechs Monaten verlassen, um in Kanada um Asyl anzusuchen. Schon die letzte vollständig vorliegende Jahresstatistik 2010 hatte Roma aus Ungarn mit 2297 Antragstellern als die größte Asylwerbergruppe Kanadas ausgewiesen.  (dROMa-Red.)

Siehe dazu folgendes Video über die Situation 2011 (Guardian/TASZ).

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