Radio: Gedenkfeier in Salzburg & Projekt Thara
April 25th, 2009 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Radio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
24.4.2009, 20:00 & 25.4.2009, 20:30 Uhr
Gedenkfeier in Salzburg
Unter dem Motto „Sensibilisierungsarbeit gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ stand die diesjährige Gedenkveranstaltung vor dem Mahnmal für Roma und Sinti in Salzburg. Organisiert wurde die Gedenkfeier vom Kulturverein Österreichischer Roma, dem Verein Ketani Linz sowie dem Friedensbüro Salzburg. Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturvereins, machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass in Europa kein Tag vergehe, an dem die Roma und Sinti nicht mit Übergriffen und Gewalt konfrontiert wären. Heinz Schaden, Bürgermeister der Stadt Salzburg, stellte in seiner Rede bedauernd fest, dass es Menschen gebe, die nach wie vor Verbrechen und Morde an Roma und Sinti begehen würden.
Nicole Sevik, Geschäftsführerin des Vereins Ketani, betonte, dass durch die noch lebenden Zeitzeugen die Leiden der Roma-Volksgruppe erst ein Gesicht bekämen. Gudrun Mosler-Törnström, Salzburger Landtagspräsidentin, zeigte sich tief betroffen und entschuldigte sich im Namen des Landes für all das, was der Roma-Volksgruppe angetan wurde. Weiters betonte sie, dass die Jugendlichen die Multiplikatoren der Zukunft seien. Sie zitierte ein jüdisches Sprichwort: „Das Geheimnis der Versöhnung ist die Erinnerung“.
Der Prolog von SchülerInnen der Bundesanstalt für Kinderpädagogik Salzburg mit musikalischer Untermalung eines Akkordeons zur Roma-Hymne „Gelem, Gelem“ berührte die Anwesenden. Es wurden auch Texte von Stefan Horvath gelesen, die von Ausschwitz, dem Leiden der Roma und Sinti und den Deportationen erzählen, berichtet Isabel Bairamijamal.
Projekt Thara zieht Zwischenbilanz
Das Volkshilfe-Österreich-Projekt „THARA – Roma/Romnija in Transition“ (siehe etwa auch dROMa-Blog) ist mittlerweile ein Begriff in der Roma-Community. Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene lassen sich hier im Bezug auf Jobperspektiven beraten. Junge Roma zwischen 14 und 25 Jahren werden speziell bei der Suche nach einer Lehrstelle unterstützt. Laut der aktuellen Zwischenbilanz des Projekts werden 50 Roma im Projekt betreut. Doch mittlerweile wird das Projekt auch als Know-how-Pool für andere Institutionen verwendet.
Trotz des Erfolges des Projekts ist seine Zukunft noch unsicher. Die aktuelle Förderung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales läuft Ende August 2009 aus. „Wir sind ausgelastet und erhalten täglich neue Anfragen, sowohl von Roma als auch von anderen Institutionen“, betont Claudia Schamanek, Projektleiterin von „THARA – Roma/Romnija in Transition“ im Gespräch mit Gilda Horvath die Notwendigkeit des Projekts.
Gilda Horvath & Serdar Erdost, ORF Volksgruppenredaktion
(volksgruppen.orf.at)