Völkermord ohne Scham
April 18th, 2011 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Frankfurt–Auschwitz“
Ausstellung zur Vernichtung der Roma und Sinti im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen, 9.4. bis 31.5.2011
Schweriner Volkszeitung: Das Grau der Wände macht die Brust eng. Es ist ein Triptychon, dem sich der Besucher im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen gegenübersieht – ein Kunstwerk, Teil der Ausstellung „Frankfurt-Auschwitz“, die am 9. April 2011 begonnen hat. Sie erinnert an einen Völkermord, manche versehen ihn mit dem Prädikat „der Vergessene“, den Völkermord an den Sinti und Roma. Bis heute gelten sie als die am meisten diskriminierte Volksgruppe in Europa, woran die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (…) am Internationalen Roma-Tag wieder einmal erinnert hat. Joachim Brenner, Gründer des Fördervereins Roma in Frankfurt, geht weiter. Schamlos, unverschämt im ureigensten Sinne des Wortes wurden und werden seiner Ansicht nach die Verbrechen an Sinti und Roma ignoriert, entschuldigt, im schlimmsten Fall sogar gebilligt. „Feindlichkeit gegen Sinti und Roma ist kein Phänomen von Randgruppen, sie zieht sich bis heute quer durch die Gesellschaft“, sagt er. Seit 25 Jahren stemmt er sich mit seinem Verein dagegen. Die Ausstellung ist eines seiner jüngeren Projekte, eines „mit Herzblut“. Sie entstand gemeinsam mit dem Künstler Bernd Rausch aus Saarbrücken. Mit seinen beklemmenden, großformatigen Ölbildern will er ein Gefühl für das Thema der Ausgrenzung und Vernichtung schaffen. (…)
„Es gab im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau nichts Elenderes als den Zigeunerblock“, heißt es im zweiten Bild des Triptychons „Die Vernichtung“. Und weiter: „Allein in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden knapp 2900 Sinti und Roma aus dieser Baracke vergast, nachdem sie sich im Mai desselben Jahres durch einen Aufstand kurzzeitig erfolgreich gegen den massenhaften Mord zur Wehr gesetzt hatten.“ (…) In Auschwitz starben mehr als 23 000 Sinti und Roma, etliche fielen den Experimenten von NS-Ärzten zum Opfer. (…) Ein vergessener Völkermord. (…) Der Frankfurter Förderverein Roma führte einen zähen Kampf über zehn Jahre, um mit einer Gedenktafel an der Fassade die Opfer zu ehren. Seit 2000 hängt sie. (…)
Lesen Sie bitte den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Artikel von Marlis Tautz in voller Länge in der Schweriner Volkszeitung.