Rom will 200 Behelfssiedlungen abreißen

September 1st, 2010  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Bürgermeister Alemanno: "Rom verändert sich" volksgruppen.orf.at:  Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno will 200 illegale Roma-Behelfssiedlungen in und unweit der italienischen Hauptstadt abreißen lassen. Die Maßnahme wurde beschlossen, nachdem vergangene Woche ein dreijähriges Kind bei einem Brand in einer illegalen Roma-Behausung ums Leben gekommen war. „Wir werden allen Familien eine Unterkunft anbieten, die eine brauchen. Kleine unerlaubte Behelfsiedlungen sind aber inakzeptabel. Sie stehen außerhalb jeglicher Kontrolle und sind gefährlich“, so Alemanno. Der rechtsorientierte Bürgermeister, der im vergangenen Februar eine der größten Roma-Siedlungen in Europa schleifen ließ, in der seit Jahrzehnten über 600 Menschen lebten, rief die italienische Regierung auf, sich in Brüssel für eine gesamteuropäische Strategie zur Behandlung der Roma-Frage einzuschalten.

Die Opposition beschuldigte Alemanno, seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren keine konkreten Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation der Roma unternommen zu haben. Rom ist die italienische Stadt, in der die meisten Roma leben. Die Regierung Berlusconi hatte 2008 in ganz Italien eine umstrittene Zählung der Roma durchgeführt. Dutzende illegale Roma-Behelfssiedlungen an der Peripherie von Rom, Mailand und Neapel wurden daraufhin abgerissen.

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