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MRI HISTORIJA
Lebensgeschichten burgenländischer Roma

Eine Zeitzeugen-Dokumentation von Roma-Service

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EDITORIAL

"Ich habe es keinem erzählt, Es hätte mir niemand geglaubt"

Ein mangelhaft ausgeprägtes historisches Bewusstsein im Allgemeinen und ein fehlendes Unrechtsbewusstsein im Speziellen waren lange Zeit der Grund dafür, dass der Völkermord an den österreichischen Roma und Sinti nur in der Erinnerung der Überlebenden vor dem Vergessen bewahrt wurde. Rund 90 % der ca. 8.000 Burgenland-Roma, der mit Abstand größten österreichischen Roma-Gruppe vor 1938, wurden während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet. Ihre Kultur war nahezu ausgelöscht, die wirtschaftliche Existenzgrundlage vernichtet und die soziale Struktur zerstört.
Als Simulanten und Lügner verunglimpft, standen die Überlebenden nach 1945 vor einem Scherbenhaufen. Vielen gelang es nicht, sich damit abzufinden - sie flohen in die Anonymität der Städte und suchten ihre Roma-Herkunft zu verbergen. Andere zeigten sich weiterhin als Roma und mussten feststellen, dass die Befreiung vom Nationalsozialismus die Kontinuität der Diskriminierung nicht durchbrechen konnte.

Die Verteidigung der Geschichte
Darüber geben die 15 Lebensgeschichten Auskunft, die zwischen 2006 und 2008 vom Verein "Roma-Service" aufgezeichnet wurden und nun - als Sonderreihe der vereinseigenen Zeitschrift "dROM a" - erstmals als Edition vorliegen. Sie veranschaulichen, was es bedeutet hat, einer ausgegrenzten und der Vernichtung preisgegebenen Minderheit anzugehören, sie zeigen, welche Last auf den Schultern der nachfolgenden Generation liegt, und sie belegen, dass die Kultur der Roma selbst Verfolgung und Ausgrenzung überdauern konnte. Mri Historija ("Meine Geschichte") verweist in diesem Sinne auf einen vergessenen Teil der österreichischen Geschichte, drückt aber auch ein neues Selbstbewusstsein aus, das das Recht auf Anerkennung offen einfordert.

Die insgesamt 15 Broschüren sind jeweils einer Person gewidmet und umfassen das Gespräch, illustriert mit privaten Fotos und historischen Dokumenten, eine vom ORF -Burgenland produzierte DVD , sowie eine Kurzbiographie. Vier der Zeitzeugengespräche wurden auf Roman (Burgenland-Romani) geführt und sind deshalb zweisprachig wiedergegeben. Bei der Verschriftlichung der Interviews haben wir darauf geachtet, die sprachlichen Eigenheiten weitgehend zu bewahren. Eine - behutsame - Bearbeitung der Transkriptionen war jedoch unumgänglich und führte bisweilen zu Unterschieden zwischen der Text- und Videofassung. Jede Broschüre ist als eigenständige, in sich geschlossene Veröffentlichung zu betrachten und kann einzeln erworben werden. In limitierter Auflage wird auch eine Gesamtedition erhältlich sein.

"Ich habe es keinem erzählt. Es hätte mir niemand geglaubt" - viele der Interviewpartner haben über manches Ereignis mit uns überhaupt zum ersten Mal gesprochen. Wir danken ihnen für die Offenheit, mit der sie uns an ihren Freuden, ihrem Leid und ihren Gedanken teilhaben ließen, für ihr Vertrauen und für die Gastfreundschaft, die sie und ihre Familien uns über die jahrelange Zusammenarbeit hinweg stets entgegengebracht haben.

Schukar tumenge palikeras! Te del o Del hot tumaro pharipe taj schukaripe le ternenca dureder dschil taj schoha na pobisterdo te ol!

Emmerich Gärtner-Horvath und das Projektteam

E-Mail an: office@roma-service.at