Liebe Leserinnen und Leser,
„Romani tschib“, so nennen die Roma ihre Sprache, das Romani oder Romanes. Vielerorts ging diese Sprache durch Verbote, Verfolgung und Assimilierungsdruck verloren - und dennoch hat das Romani überlebt, heute hat es einige Millionen Sprecher. Zu Beginn unseres Themenhefts stellen wir Ihnen diese neuindoarische Sprache vor, die heute auch in der Literatur, in Medien und Unterricht genützt wird. Michael Teichmann hat mit dem Grazer Romani-Linguisten Jakob Wiedner über seine Arbeit gesprochen. Roman Urbaner berichtet von einem Archivfund, der beweist, dass diese lange nur mündlich tradierte Sprache schon vor einem halben Jahrtausend erstmals in Schriftform gegossen wurde - und zwar um 1515 in Wien. Der Politologe Thomas Schmidinger fragt, warum Romani im Gegensatz zu anderen, weniger verbreiteten Sprachen noch immer keine EU-Amtssprache ist. Und Clemens Prinz und László Takács-Tenigl erinnern - anlässlich des 10. Jahrestags - an die übersetzerische Großtat einer Romani-Bibeledition in Ungarn. Abgerundet wird das Heft von einigen Sprachbeispielen aus dem Roman, dem burgenländischen Romani-Dialekt, der 2011 sogar zum Unesco-Kulturerbe erklärt wurde.
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Ihr Team von dROMa
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Kedveschne genaschkiji taj genaschtscha,
„Romani tschib“, afka o Roma pumari tschib akaren, Romani vaj Romanes. Ande but vilagi aja tschib vasch o fabot, o tradipe taj o asimilacijonakero dschumipe naschadi geli - kekaj afka hi, Romani prik dschivtscha, adi poar milijoni vakeraschtscha hi la. Uso kesdipe adala temakera heftlinatar aja nevi indojarischi tschib angle tumenge terdscharas, savi adi te andi literatura, ando mediji taj ando sikajipe nucim ol. O Michael Teichmann le gereciskere Romani-lingujistoha Jakob Wiedner pedar leskeri buti vakertscha. O Roman Urbaner pedar o archiviskero lakipe phukal, savo sikal, hot aja dugi tschak mindig mujali tradirimi tschib imar angle epaschel berscha erschtivar andi pisinipeskeri forma tschordi uli - valami 1515 Betschiste. O politologo Thomas Schmidinger phutschel, soske Romani ando falato use avre, tschuleder bulharde tschibtscha meg mindig nisaj EU-jakeri birovtschagoskeri tschib nan. Taj o Clemens Prinz taj o László Takács-Tenigl pal gondolinen - kaj o 10to berscheskero di hi - upro barikano prik bescharipe jeka Romani-biblijakera edicijonatar ando Ungriko. Kisetim ol i heftlina poar tschibtschakere falatendar andar o Roman, o burgenlanditiko Romani-dijalekto, savo 2011 uso Unesco-kulturakero pativ akardo ulo.
But voja uso genipe kivaninen tumenge
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