Montenegro: 800 Roma nach Brand obdachlos

Juli 25th, 2012  |  Published in Rassismus & Menschenrechte  |  1 Comment

Europarat-Bericht bezeichnete Lager im Februar als „unmenschlich und gefährlich“; jetzt ist es völlig abgebrannt.

Rund 800 kosovarische Roma-Flüchtlinge haben nach einem Lager-Brand am Rande der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica ihre Unterkünfte verloren. Die rund 40 Holzbaracken des Lagers sind aus bislang unbekannter Ursache völlig abgebrannt (Fotos), verletzt wurde nach ersten Behördenangaben jedoch niemand. Im 650.000 Einwohner zählenden Montenegro leben Pressemeldungen zufolge etwa 12.000 Flüchtlinge aus dem früheren Jugoslawien. Über das abgebrannte Camp heißt es in der „Presse“:

Das Lager steht neben einer Mülldeponie und zählt zu den größten Lagern für Roma-Flüchtlinge in Montenegro. Der Europarat hatte in einem Bericht vom Februar die Lebensbedingungen dort als „unmenschlich und gefährlich“ bezeichnet und die Regierung Montenegros aufgefordert, das Lager zu schließen und dauerhafte Wohnungen zur Verfügung zu stellen. In dem Bericht hieß es unter anderem, dass in dem Lager Brände „relativ häufig“ seien.

Für die obdachlos gewordenen Flüchtlinge, unter ihnen 50 Kinder, stellen die Behörden Zelte als Notunterkünfte auf. Vor dem Büro des UNO-Flüchtlingskommissariats UNHCR versammelten sich daraufhin etwa 50 Roma und forderten feste Unterkünfte:

„Die Übergangslösung dauert nun schon 13 Jahre an und jetzt geben sie uns Zelte. Das ist Folter“, sagte der Flüchtling Buja Dzimaili. Der Chef der montenegrinischen Flüchtlingsbehörde, Zeljko Sofranac, versprach eine schnelle Lösung des Wohnproblems. Die Europäische Union hatte dafür bereits 2,5 Millionen Euro zugesichert.

(Text: dROMa; Quelle: Die Presse, SpON)

Responses

  1. Vom heissen Osten Mazedoniens an den Ohridsee « Sideseein’ says:

    September 11th, 2012 at 22:34 (#)

    [...] Es heisst, dass vor allem Roma hier unter unfassbaren Umständen leben müssen. Im Juli 2012 gab es Presseberichte über ein Lager in Montenegro, das in Windeseile abgebrannt sein muss. Angesichts dieser Bilder [...]