Archive for Januar, 2021

Brand in rumänischem Roma-Viertel

Januar 15th, 2021  |  Published in Allgemeines

Brand in Roma-Viertel in Rumänien (Foto: Szekelyhon via RAN)20 Häuser von Roma in Miercurea Ciuc ab­gebrannt

RAN, 12.1.2021: Nach einem Brand im Roma-Viertel der trans­silva­ni­schen (sieben­bürgi­schen) Stadt Miercurea Ciuc (Szeklerburg; Csíkszereda) brann­ten am Abend des 7. Januar 2021 etwa zwan­zig Häuser teil­weise oder voll­ständig ab. Das Feuer brei­tete sich so schnell aus, da die Häuser aus Holz waren. Die Be­woh­ner/innen muss­ten eva­kuiert werden. Be­trof­fen sind etwa 260 Men­schen, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugend­liche. Ins­ge­samt ist min­des­tens die Hälfte der Roma des Viertels betrof­fen. Die obdachlos ge­worde­nen Men­schen wur­den vorüber­gehend in der örtli­chen Turnhalle unter­ge­bracht. Dutzen­de Feuer­wehr­leute waren im Einsatz. Er­schwert wurden die Lösch­arbei­ten dadurch, dass es in dem Gebiet keine Wasser­leitun­gen gibt. Nach­dem die Wasser­tanks der Lösch­fahr­zeuge leer waren, muss­ten sie mühsam aus einem nahe­gele­ge­nen Bach auf­gefüllt werden.

Anscheinend wurden alle Menschen zunächst in einer Turn­halle unter­ge­bracht und später auf Corona ge­testet. Derweil rief der Bürger­meister der Stadt zur Unter­stüt­zung auf. Er sagte: „Wir spre­chen hier von sehr armen Men­schen. Damit wir es schaffen, ein paar hundert Men­schen unter­zu­bringen, ist jede Hilfe, auch ein heißer Tee, will­kom­men. Ich weiß, dass auch einige Restau­rants mobili­siert haben.“ Men­schen aus dem Ort haben Essen, heißen Tee und Kleidung gebracht. Read the rest of this entry »

Neuer Podcast: Romatopia

Januar 14th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio & TV

RomatopiaRomatopia – Roma talk about their Utopia for Europe


Romatopia ist ein neuer Podcast, in dem Roma und Sinti aus zwölf Län­dern in zwölf Episo­den über ihr Le­ben und ihre Utopie für Euro­pa spr­echen. Künst­ler*in­nen, Ak­ti­vist*in­nen und Wis­sen­schaft­ler*in­nen im Ge­spräch mit den Gast­ge­ber*in­nen Wiliam Bila und Isabel Raabe.

Sinti und Roma sind die größte Minderheit Euro­pas und bil­den, ver­teilt auf alle eu­ro­päi­schen Länder, eine transnationale Gemein­schaft, deren Kultur eng mit der euro­päi­schen Kultur­geschichte verwoben ist. Ihre kultu­rellen Errun­gen­schaften und ihre Resilienz sind in den Mehr­heits­gesell­schaf­ten Europas oft un­bekannt.

Die Idee für den Podcast „Romatopia – Roma talk about their Utopia for Europe“ ent­stand wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie, die der­zeit die euro­päische Einheit und Soli­darität heraus­fordert. In Krisen­zeiten sucht die Gesell­schaft schnell nach einem Schul­digen und oft sind dies die schwächs­ten Mit­glieder der Gesell­schaft. Und so trifft die Pan­demie, wieder einmal, Roma und Sinti hart. Dabei können die Mehr­heits­gesell­schaf­ten gerade in Sachen Solidarität und Werte­konsens bei gleich­zeit­iger Vielfalt und Diver­sität einiges lernen. Roma und Sinti können in dieser Hin­sicht als Avant­garde und Vor­bilder an­ge­sehen werden.

Romatopia präsentiert Roma und Sinti als Vorbilder für die „Idee Europa“, nicht als Problem. Die Hö­rer*in­nen er­fahren über Zusam­men­halt, über soziale Durch­lässig­keit, über kultu­rellen Reichtum und über trans­nationale Einheit trotz natio­naler Be­sonder­heiten. Sie hören inspi­rie­rende Ideen und Zukunfts­sze­narien für Europa. Es kommen starke Persön­lich­keiten zu Wort, deren Lebens- und Erfolgs­ge­schich­ten Gegen­erzäh­lungen zu den bestän­digen anti­ziganisti­schen Zu­schrei­bungen darstellen. Der Podcast ver­mittelt Wissen, Ge­schichten und Er­fahrungen von Roma-Ge­meinschaften aus ganz Europa. Ge­schichten über lokale Be­sonder­heiten, per­sönliche Erfah­rungen und tra­ditionelles Wissen formen eine trans­nationale Erzählung, die einen anderen Blick auf das Europa von morgen aus der Perspek­tive der größ­ten Minder­heit Europas zeigt.

Der in Paris lebende Aktivist William Bila, selbst Rom, und die Berliner Kurato­rin Isabel Raabe spre­chen in diesem Pod­cast mit Roma und Sinti aus zwölf Ländern. Vor deren beruf­lichen und natio­nalen Hinter­grund prä­sen­tieren die Gäste ihre Lebens­reali­täten und ihre Utopien. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (339)

Januar 13th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Innerhalb von 10 Jahren schrumpft­e der An­alpha­be­tismus un­ter Roma in Litauen von 26 (2001) auf 10 Pro­zent (2011).

(Quelle)

„Faţadă“: Podcast zur Ausstellung

Januar 11th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Radio & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Die Nordstadt steht wie kein ande­rer Stadtteil Dortmunds für die kultu­rel­le Vielfalt in Dort­mund. Gleich­zeitig wird die Nord­stadt weit über die Grenzen Dort­munds proble­ma­tisiert und ihre Bewoh­ner/in­nen kri­minali­siert. In vier Folgen des Podcasts ‚Faţadă‘ – Wie sich Rom*nja Wohn­raum zurück­erobern beleuch­tet die Autorin Olga Felker den Ent­stehungs­hinter­grund des Pro­jekts Faţadă/Fas­sade (zur Ausstellung mehr hier), er­läutert die sozia­len und politi­schen Kontexte und disku­tiert die Bedeu­tung des Projekts für die Stadt Dortmund.

Folge 1: Wir holen uns die Stadt zurück – Über Repräsentanz, Ausstellungen und die Zukunft

Folge 2: Sei mein Gast – Über Gastfreundschaft, Vorurteile und ein Hotel

Folge 3: Mehr ist mehr – Über Architektur, Rassismus und Klassismus

Folge 4: Nenn mich nicht so – Über Namensgebungen, anhaltende Mythen und Sesshaftigkeit

Magazin:
Das Magazin zur Ausstellung als kostenfreier Download (PDF) erscheint demnächst. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (338)

Januar 10th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Sport

1932 wurde in Niš in Süd­ser­bi­en der Fuß­ball­klub „Gajret“ ge­grün­det, der zur Gän­ze aus Roma be­stan­den ha­ben soll.

(Quelle)

Ausstellung „Faţadă/Fassade“ in Dortmund

Januar 9th, 2021  |  Published in Veranstaltungen & Ausstellungen

Modell in der Ausstellung "Fassada" (FotoAusstellung, Werkstatt, Diskursort

Bis 11. April 2021, Dortmunder U, Ebene 3

Aufbauend auf dem gleichnamigen kollaborativen Kunstprojekt der Werkstatt Mal­linck­rodt­straße zur Roma-Bau­kultur und der im Sep­temb­er 2019 reali­sierten Neu­gestaltung einer Haus­fassade in der Dortmunder Nordstadt rich­tet die Aus­stel­lung Faţadă/Fas­sade den Fokus auf eine be­son­dere Form von Architektur, die in den letz­ten 30 Jahren u.a. in Rumänien ent­standen ist. Diese zeich­net sich durch expres­sive Fassaden aus, in denen sich viele ver­schiedene Gestal­tungs­formen wieder­finden. Außer­dem sind die (Traum-)Häuser oft mit Kuppeln, Burg­zinnen oder silbrig schim­mern­den Zwiebel­dächern ver­sehen. Neben zahl­reichen Haus­modellen, die im Rahmen des Projektes ent­standen sind und die in der Aus­stellung prä­sentiert werden, wird auch eine Neu­gestaltung des Ein­gangs­bereichs des HMKV von Mit­gliedern der Werkstatt Mallinck­rodt­straße re­alisiert. Ein Ver­anstal­tungs­programm er­mög­licht Vertiefung und Dis­kussion der vielen unter­schied­li­chen Aspekte des Projekts.

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Zeitzeugenvortrag (2000) von Herbert Ricky Adler

Januar 6th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio & TV

Dreyeckland„Innerlich verbrenne ich, weil die ganze Er­in­ne­rung zu­rück­kommt“

→Anhören (mp3)
Radio Dreyeckland, 1.1.2021 (31:36 min)
Sendereihe: Verfolgung und Widerstand im Natio­nal­sozialis­mus – His­to­ri­sche Stim­men von Zeit­zeug*innen

Der Sinto Herbert Ricky Adler wurde 1928 in Dortmund geboren. Die Familie lebte in Frankfurt am Main und wurde 1941 aus bürger­lichen Wohn­ver­hält­nissen in ein Wohn­wagen­lager ver­schleppt. 1943 depor­tieren die Nazis sie ins so genannte „Zigeuner­lager“ in Auschwitz-Bir­kenau, wo fast alle Ver­wandten Herbert Ricky Adlers er­mordet wurden. Nach der Befreiung kehrte er nach Hessen zurück, erhielt aber erst 1954 eine Zuzugs­geneh­mi­gung für Frankfurt. Er enga­gierte sich als Zeitzeuge für das Fritz-Bau­er-Insti­tut und den Zentra­lrat Deutscher Sinti und Roma. Herbert Ricky Adler starb 2004 (mehr hier).

Sein Vortrag fand 2000 auf Einladung von Radio Dreyeckland statt. Er ist 2002 in dem Buch „Wenn wir weg sind, ist alles nur noch Geschichte. Die Erin­nerung von Über­lebenden“ (mehr hier) in Auszügen nach­zu­lesen und auf der bei­liegen­den CD nach­zuhören. Erhält­lich ist der Band über RDL.

(Text und Sendung: rdl.de)

Facts & Figures (337)

Januar 3rd, 2021  |  Published in Facts & Figures

In den 1940ern waren 3.682 der be­rühm­ten Wohn­höh­len im „Gi­ta­no­vier­tel“ Sacro­mon­te in Gra­na­da be­wohnt. 1981 wa­ren es nur 159.

(Quelle/pdf)