Veranstaltungen & Ausstellungen

Burgenland: „Roma-Butschu“ am 16. Juni

Juni 6th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Der „Roma-Butschu“ („Roma-Kirtag“) 2018 steht unter dem Motto „25 Jahre An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe“. | O „Roma-Butschu“ telal o anav „25 ber­scha aun­­prindscha­­ripe le Ro­men­­dar ojs flo­­gos­keri gupn“ terdschol.

Plakat Roma-Butschu 2018 in Bachselten (Gemeinde Mischendorf, Südburgenland)

Der traditionelle Roma-Butschu in Bachselten findet am 16. Juni 2018 auf der Festwiese Schuh in Groß­bach­selten (Anger­straße 11) statt. Beginn ist um 20:00 Uhr. Musika­lisch wird die Ver­anstal­tung von der süd­burgen­ländi­schen Roma-Band Romano Rath be­glei­tet. Weite­re High­lights dieser Kultur­ver­anstal­tung sind die kroati­sche Band Bruji und die be­kannt­e Roma­grup­pe aus Ungarn Kalyi Jag (schwar­zes Feuer) sowie die ungari­sche Volks­tanz­gruppe Siget. 1993 wurden die Roma als sechs­te Volksgruppe in Ös­ter­reich an­er­kannt. 25 Jahre Volks­gruppen­arbeit stehen bei dieser Ver­anstal­tung im Vor­der­grund.

O tra­di­ci­jo­ne­li Ro­ma-Butschu an­di Boslina an­do 16to juni 2018 up­ri Festwiese Schuh (Anger­straße 11) an­di Bari Boslina, tel liker­do ol. Kes­dim ol 20:00 oren­ge. I mu­schika uso mula­tint­scha­go kerel i sud­burgen­landi­tiki Roma­ni banda Romano Rath. Bare high­lights hi i horvacki ban­da Bruji taj i prindschar­di Ro­mani ban­da an­dar o Ungri­ko Kalyi Jag taj i flogos­keri kheli­pes­keri ungri­ki grupn Sigeta. 1993 o Roma ojs schofti flogoskeri grupn andi Austrija aun­pridschardi uli. 25 berscha flogoskeri grupnengeri buti terdschon use ada mu­la­tintschago upro anglutno than.

(Veranstalter: Verein Roma-Service)

20 Jahre Festival Khamoro in Prag

Mai 28th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

World Roma Festival "Khamoro", 2015 (Foto: Khamoro)Das tschechische Kulturfestival „Khamoro“, seit vie­len Jah­ren eine Insti­tu­tion in Prag, gilt als das weltweit größ­te Roma-Fes­ti­val. Am Sonn­tag wurde der 20. Jahr­gang mit einem Konzert auf der Moldau­insel Střelecký ostrov in Prag er­öffent. Wie jedes Jahr stellt Musik – tra­di­tio­nelle Roma-Musik eben­so wie Gypsy-Jazz – einen wich­ti­gen Bestand­teil des Pro­gramms dar. Auf dem Programm des Festi­vals, das vom Verein „Slovo 21“ in Koope­ra­tion mit SP Saga or­gani­siert wird, stehen aber auch Aus­stel­lun­gen, Theater­auf­füh­run­gen, Ro­ma-Lite­ratur (Ga­voro), eine Kon­ferenz über die Stel­lung von Romnja (Ro­ma-Frauen) im Prager Insti­tu­to Cer­van­tes so­wie eine Mode­schau. Read the rest of this entry »

Ausstellung „Roma-Frühling“ in Berlin

Mai 20th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung: kaelmaen_vaerady_la_famiglia_2015Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WI­DER­STAND wird am 22. Mai 2018 um 18 Uhr im Euro­päi­schen Ro­ma-Ins­ti­tut für Kunst und Kultur ERIAC (Rein­hardt­str. 41-43, Berlin) er­öff­net. Alle In­teres­sen­ten sind herz­lich ein­ge­la­den!

Zu se­hen bis zum 2. Au­gust 2018.

Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WIDERSTAND prä­sen­tiert eine Aus­wahl visio­nä­rer Roma-Künst­lerin­nen und -Künst­ler aus ganz Europa. Sie alle zei­gen sich von einer Gegen­wart inspi­riert, in der Roma-Kunst, -Wis­sen­schaft und poli­ti­scher Akti­vis­mus zu­neh­mend inter­agie­ren, sich gegen­seitig be­ein­flus­sen und ver­stär­ken. Und ihre Kunst zeugt von der er­wach­ten Vita­li­tät einer Ge­mein­schaft, die eine stig­ma­ti­sier­te Identität für sich rekla­miert und sie sich qua kulturel­ler Af­fir­ma­tion wieder an­eignet.

Wie der Völkerfrühling von 1848 oder der Arabi­sche Früh­ling (2011) er­wächst auch der Roma-Früh­ling aus der Unter­drückung heraus. In den Fa­mi­lien und Ge­mein­schaf­ten der Roma ent­springt eine Welle fried­li­chen Wider­stands – als Protest gegen die jahr­hun­derte­langen Dis­kri­mi­nie­run­gen und Miss­handlun­gen. Der Roma-Früh­ling mani­fes­tiert sich hierbei als Wie­der­aneig­nung der Öf­fent­lich­keit, ihrer Räume und Diskurse – vor al­lem aber des Politi­schen. Ein Pro­zess, in der die Rand­gruppen ihre Stim­me er­he­ben und eine An­erken­nung ihrer Roma-Zu­ge­hörig­keit und Iden­ti­tät for­dern.

Künstler/innen: Krzysztof Gil, Gabi Jimenez, Sead Kazanxhiu, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Malgorzata Mirga-Tas, Emilia Rigova, Marina Rosselle, Ceija Stojka, Kálmán Várady

Organisiert mit Unterstützung der Galerie Kai Dikhas.

(minderheitensekretariat.de)

Tanzen mit meinem Selbst

April 17th, 2018  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gipsyland Europa, Damian Le Bas (Bild: Damian Le Bas via freitag.de)Identitätssuche: Am Berliner Maxim-Gorki-Theater fand die weltweit erste Roma-Biennale statt

Freitag (15/2018): Eine Biennale nur für Roma, das war der Traum des Künst­lers Damian Le Bas, seit er und seine Frau De­laine 2007 im ers­ten Roma-Pavillon auf der re­nom­mier­ten Bien­nale in Venedig aus­stell­ten. Damian Le Bas ist ver­gan­ge­nen De­zem­ber gestor­ben, Delaine hat den Traum nun al­lei­ne um­ge­setzt. Ob­wohl die Frau mit den lan­gen roten Haaren das nie­mals so sagen würde, denn das Festival war eine Team­arbeit und sie „nur“ die Kura­to­rin. Ge­mein­sam mit dem Autor und Schau­spieler Hamze Bytyçi hat sie dazu ver­schie­de­ne Roma-Künst­ler ins Maxim-Gor­ki-The­ater ge­holt, die mit Schauspie­lern des En­semb­les Per­for­man­ces er­arbei­tet haben, in denen sie von ih­rem Coming-out er­zäh­len, als Roma. Gorki-Haus­regisseu­rin Yael Ronen zeigt ihr Theater­stück Roma Armee, die Utopie ei­ner ge­mein­sa­men Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie. Die De­monstra­tion Romaday Parade führt vom Denk­mal für die ermor­de­ten Sinti und Roma zum Bran­den­burger Tor und schließ­lich zum Ma­xim-Gor­ki-The­a­ter. Dort ist auch unter dem Ti­tel Gypsyland ei­ne Retro­spek­ti­ve der Wer­ke von Damian Le Bas zu se­hen. Seine Ideen für eine Welt, in der sich natio­nale Grenzen zu einem Land der Roma ver­schie­ben las­sen, hat er in Plakaten und Instal­la­tio­nen um­ge­setzt. Er will ihnen einen Raum schaf­fen, eine Re­gie­rung, eine eige­ne Armee. Er­öff­net wird das Festival mit der Lan­gen Nacht des Coming-Outs, einer Performance, in de­ren Ver­lauf sich zwölf Künst­le­rin­nen und Künstler auf un­ter­schied­li­che Weise mit ihrer Iden­tität auseinan­der­setzen. (…)

Lesen Sie bitte den hier nur in einem einleitenden Auszug wie­der­gege­be­nen um­fang­rei­chen Ar­ti­kel von Mile­na Fee Has­sen­kamp in voller Länge auf Freitag.de.

VAB: Sensibilisierung gegen Vorurteile

April 14th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Verwaltungsakademie des Bundes in Schloss Laudon (Foto: CC Haeferl/Wikipedia)Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile

Eintägige Veranstaltung der Ver­wal­tungs­aka­de­mie des Bun­des (VAB) am 7. Mai 2018 in Schloss Laudon (Se­mi­nar­nr: BS 207)

Inhalt und Ziele: Oft werden Vorurteile und Klischees von der Mehr­heits­gesell­schaft kritik­los über­nom­men und an Minder­heiten aus­ge­lebt. Am Bei­spiel des Anti­ziganis­mus er­fah­ren Sie, wie Stereotype wir­ken und in wel­cher Weise sie de­konstru­iert wer­den kön­nen. Sie kön­nen nach­voll­ziehen, dass die Diskrimi­nie­rung einer Volksgruppe deren Lebens­qua­li­tät er­heb­lich be­ein­träch­tigt und dass ein Um­den­ken der Zivil­gesell­schaft auch von den öf­fent­lich Bediens­te­ten mit­zu­gestal­ten ist.

  • Relevante Begrifflichkeiten (z. B. Eigen- und Fremdbezeichnungen)
  • Geschichte und Verfolgung der Roma und Sinti
  • Fragen zur gegenwärtigen Diskriminierungssituation von Sinti und Roma un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Anti­ziga­nismus­be­rich­tes – Stand der For­schung
  • Individuelle und kollektive Selbstbehauptungspraktiken
  • Österreichische Beispiele für Best Practice: Präsen­ta­tion von Pro­jek­ten aus dem öf­fent­li­chen Sek­tor, die zu einer bes­se­ren In­klu­sion von Roma und Sinti bei­tragen.

Lernmethode: Erfahrungsorientiertes und interaktives Lernen, Übungen, Theorie-In­put, Diskussion, Be­ar­bei­tung konkre­ter Bei­spie­le aus der Praxis

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Erba: 80 berscha aunphandlipe

April 13th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo Erba, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Kerstin Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Fotos: Jennifer Papai

80 Jahre „Anschluss“ – Gedenken in Oberwart

Suboton, ando 24to feberi 2018, vasch o „80 ber­scha aun­phand­lipe“ le opfe­ren­ge le naci­jo­nal­soci­ja­lis­musis­tar jek mu­la­tin­tscha­go Erbate tel liker­do ulo. O gon­doli­pes­kero drom an­do bersch 2015 Erbate ker­do ulo.

Am Samstag, den 24. Feber 2018, fand an­läss­lich „80 Jahre ,An­schluss‘“ für die Opfer des National­sozia­lis­mus eine Ver­an­stal­tung in Oberwart statt. Der Ge­denk­weg in Ober­wart wur­de 2015 er­rich­tet.

(Redakcijona: Eva Horvath. Kamera: Julius Horvath, han­go: Kerstin Horvath, tschi­na­schi: Marcel Horvath, kipi: Jennifer Papai)


Internationaler Roma-Tag in Oberwart

April 6th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Offenes Haus Oberwart (OHO)Symposium zum Internationalen Romatag in Oberwart: „Eine neue Generation von Euro­pä­erIn­nen? Junge Roma und Romnija und deren Selbst­ver­ständnis“

Sa., 7. April 2018, 14:00 Uhr im OHO, Lisztg. 12
ab 19:30 Uhr – Diskussion, Ausstellung und Konzert (siehe unten), Eintritt frei

Eine Tagung der Volkshochschule der Burgenländischen Roma in Ko­ope­ra­tion mit dem Offenen Haus Oberwart, un­ter­stützt von der Stadt­ge­mein­de Oberwart, ge­för­dert von der Öster­rei­chi­schen Gesellschaft für Politische Bildung

Oft passiert es, wenn sich junge Menschen enga­gie­ren, dass die älte­ren eher ab­war­tend, skep­tisch, manch­mal mit Un­ver­ständ­nis und gar nicht selten mit of­fe­ner Ableh­nung diesen Akti­vi­tä­ten gegen­über­stehen. Seit eini­ger Zeit macht eine neue Gene­ra­tion Roma mit ihren Aktionen auf sich auf­merk­sam, die sich in­halt­lich und vom Stil her von Bis­heri­gem unter­schei­det. Junge Roma werden aktiv und deu­ten an, dass sich die Schwer­punkte der Volks­gruppen­arbeit in Zu­kunft doch er­heb­lich ver­schie­ben könn­ten. Nicht mehr aus­schließ­lich die Frage nach Gleich­berech­ti­gung, nach gesell­schaft­li­cher An­er­ken­nung der Lei­den im Porajmos (Völ­ker­mord an den euro­päi­schen Roma in der Zeit des National­sozia­lis­mus) oder nach bes­se­ren Lebens­ver­hält­nis­sen steht im Blick­feld, son­dern ver­stärkt die Frage nach der Identität (oder den Iden­ti­tä­ten) von (jun­gen) Romnija und Roma in einer plu­ra­lis­ti­schen und meist auch urbanen Ge­sell­schaft.

Junge Roma haben auch historisch gesehen eine ganz zentra­le Rolle für die Volks­gruppe in Österreich ge­spielt. Und hät­ten sie da­mals auf die Alten ge­hört, wäre die Geschichte mög­li­cher­weise ganz anders ver­lau­fen. Vor 35 Jah­ren wurde näm­lich in Oberwart die Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung in Öster­reich von jugend­li­chen Roma be­zie­hungs­weise da­mals sehr jungen Per­so­nen ins Le­ben ge­rufen. Read the rest of this entry »

COME OUT NOW!

April 5th, 2018  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

„1st Roma Biennale“ ist die erste selbst­orga­ni­sier­te Biennale von und mit Roma-Künst­lerin­nen und Künst­lern aus ganz Euro­pa. Die spar­ten­über­grei­fen­de Aus­einan­der­setzung mit der Kunst und dem Le­ben von Roma und Sinti in Euro­pa fin­det an­läss­lich des Welt-Roma-Tags vom 7. April bis zum 10. April 2018 im Berliner „Maxim Gorki Theater“ statt und soll künf­tig alle zwei Jahre aus­ge­rich­tet wer­den.

Die Bien­nale will der zeit­genös­si­schen Kunst der Roma-Com­mu­ni­ties und ihrer Re­le­vanz für ak­tuelle öf­fent­liche Dis­kurse in Europa Sicht­bar­keit ver­schaf­fen. Insbesondere die feministische und queere Roma-Be­we­gung macht die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Rassis­mus, Sexismus und Homo­phobie deut­lich und offen­bart, dass die Gren­zen der Feind­selig­keit gegen­über „den Ande­ren“ leicht zu ver­schie­ben sind – und dass an einem ge­wis­sen Punkt jede und jeder von uns einer Minder­heit an­ge­hört. Un­ter dem Ti­tel „COME OUT NOW!“ for­mu­lie­ren die Künstler/in­nen da­her eine Ein­la­dung an alle, sich zu soli­da­ri­sieren. Im Mittelpunkt der Biennale stehen die „Lange Nacht des Coming-Outs“ mit kol­lek­tiv er­arbei­te­ten  Performances (Sa., 7. April, 19.30 Uhr), eine Parade mit Kund­ge­bung und Musik vom Denk­mal für die im Natio­nal­sozia­lis­mus ermor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas zum Maxim Gorki Theater (So., 8. April, 13 Uhr) sowie die Ausstellung „GYPSYLAND“, eine Retro­spek­tive auf das Werk des bil­den­den Künst­lers Damian Le Bas, auf des­sen Initia­tive hin die ers­te Roma-Bien­nale ins Leben ge­ru­fen wurde. Read the rest of this entry »

Neues Webportal zum Roma-Holocaust

April 4th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Neues Webportal zum Völkermord an den Sinti und RomaNeues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deu­tscher Sinti und Roma hat am Diens­tag das Web­portal „‘Ras­sen­diagno­se: Zigeuner‘. Der Völ­ker­mord an den Sinti und Roma und der lan­ge Kampf um An­erken­nung“ ge­launcht (Pro­jekt­lei­tung: Frank Reuter, Mit­ar­beit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird an­hand zahl­rei­cher Videos, Inter­views, Fotos und Do­ku­mente der Holocaust an der Min­der­heit the­ma­ti­siert. Außer­dem doku­men­tiert die In­ter­net­seite die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die Er­fol­ge der Bür­ger­rechts­bewe­gung so­wie die Men­schen­rechts­situa­tion in Europa nach 1989.

Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma auf­grund des De­por­ta­tions­be­fehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert, der größ­te Teil stamm­te aus dem Reichs­ge­biet. Zahl­reiche Gedenk­ver­anstal­tun­gen er­in­nern die­ser Tage deutsch­land­weit an dieses un­vor­stell­bare Ver­bre­chen. Der natio­nal­sozialis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahr­hun­der­te­lan­gen ge­mein­sa­men Ge­schich­te von Min­der­heit und Mehr­heit ohne Bei­spiel. Den­noch war er nicht voraus­set­zungs­los: Eine von Vor­urteilen und Feind­se­lig­keit ge­präg­te Hal­tung gegen­über Sinti und Roma ist tief in der euro­päi­schen Ge­schich­te ver­an­kert. Das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma möch­te mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org ei­ner­seits diese Vor­ur­tei­le und Feind­selig­kei­ten wi­der­le­gen, an­derer­seits den Völker­mord an den Sinti und Roma do­ku­men­ti­eren: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Min­der­heit im Deutschen Reich bis zu ihrer sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­set­zten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter wer­den Zeug­nis­se der Opfer gegen­über­ge­stellt. His­to­ri­sche Fa­mi­lien­fotos von Sinti und Roma geben Ein­blicke in die Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen und las­sen sie als Indi­vi­duen her­vor­tre­ten. Read the rest of this entry »

Racial Profiling & erweiterte DNA-Analysen

März 27th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen

Minderheiten unter Verdacht: Radial Profiling und erweiterte DNA-Analysen (Foto CC, Pixabay via Wikimedia)Racial Profiling und erweiterte DNA-Analysen in kriminalpolizei­li­chen Ermitt­lun­gen: Gemein­same Fach­ver­anstal­tung von Zentral­rat und Amadeu Antonio Stiftung

27.03.2018, 11:00 bis 16:30 Uhr
DokuZ Sinti und Roma Berlin
Prinzenstraße 84.2 – 10969 Berlin

Seit November 2016 haben Ermittler, Politiker und Journalisten die For­de­rung er­ho­ben, die An­wen­dung erwei­ter­ter forensi­scher DNA-Analy­sen in Deutschland ge­setz­lich zu­zu­lassen. Es geht dabei ins­beson­dere um die Bestim­mung der Haut-, Haar- und Augen­farbe (was unter dem Be­griff DNA-phe­no­typing zu­sam­men­gefasst wird) sowie der so­genann­ten „bio­geo­gra­fi­schen Her­kunft“.

Aus Sicht von Wissenschaftler und Minderheiten-Ver­tre­tern sind er­wei­ter­te DNA-Analy­sen in der Forensik äu­ßerst proble­ma­tisch, da sich ein sol­ches Ver­fah­ren vor allen Din­gen gegen Min­der­heiten rich­tet. Schon 2016 for­mierte sich ein brei­tes aka­de­mi­sches Bünd­nis und übte Kritik an der bevor­ste­hen­den Gesetz­gebung, da zahl­reiche Fragen zu den wis­sen­schaft­li­chen Grund­lagen, der Praxis­anwen­dung oder den weit­rei­chen­den gesell­schaft­li­chen Folgen nach wie vor un­geklärt wa­ren und sind. Den­noch wur­den diese Tech­no­lo­gien in vielen Medien, in der Politik und von Sei­ten der Er­mitt­lungs­behör­den ein­sei­tig als positiv dar­ge­stellt.

Bislang kam es in Deutschland offiziell nur in einem Fall zu einer er­wei­ter­ten bio­geo­graphi­schen Her­kunfts­analyse mit­tels DNA, und zwar im Fall der von dem so­genann­ten „Natio­nal­sozia­lis­ti­schen Unter­grund“ (NSU) er­mor­de­ten Polizis­tin Michelle Kiesewetter. Die­se erste An­wen­dung einer bio­geogra­phi­schen Her­kunfts­analy­se rich­tete sich aus­schließ­lich ge­gen An­ge­hö­rige der Min­der­heit der Sinti und Roma. Der Fall wur­de als das „Heilbronn-Phan­tom“ (mehr hier/pdf) be­kannt und ein über Amts­hilfe in Österreich er­stell­tes Gut­achten führ­te dazu, dass Sinti und Roma mas­siv in den Fokus der Polizei ge­rie­ten. Die Er­mittlungs­akten dokumentieren eindeutig den antiziganistischen Charakter der polizeilichen Ermitt­lungen, der sich dann in der Medien­be­richt­er­stat­tung wider­spie­gelte.

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