Veranstaltungen & Ausstellungen

COME OUT NOW!

April 5th, 2018  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

„1st Roma Biennale“ ist die erste selbst­orga­ni­sier­te Biennale von und mit Roma-Künst­lerin­nen und Künst­lern aus ganz Euro­pa. Die spar­ten­über­grei­fen­de Aus­einan­der­setzung mit der Kunst und dem Le­ben von Roma und Sinti in Euro­pa fin­det an­läss­lich des Welt-Roma-Tags vom 7. April bis zum 10. April 2018 im Berliner „Maxim Gorki Theater“ statt und soll künf­tig alle zwei Jahre aus­ge­rich­tet wer­den.

Die Bien­nale will der zeit­genös­si­schen Kunst der Roma-Com­mu­ni­ties und ihrer Re­le­vanz für ak­tuelle öf­fent­liche Dis­kurse in Europa Sicht­bar­keit ver­schaf­fen. Insbesondere die feministische und queere Roma-Be­we­gung macht die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Rassis­mus, Sexismus und Homo­phobie deut­lich und offen­bart, dass die Gren­zen der Feind­selig­keit gegen­über „den Ande­ren“ leicht zu ver­schie­ben sind – und dass an einem ge­wis­sen Punkt jede und jeder von uns einer Minder­heit an­ge­hört. Un­ter dem Ti­tel „COME OUT NOW!“ for­mu­lie­ren die Künstler/in­nen da­her eine Ein­la­dung an alle, sich zu soli­da­ri­sieren. Im Mittelpunkt der Biennale stehen die „Lange Nacht des Coming-Outs“ mit kol­lek­tiv er­arbei­te­ten  Performances (Sa., 7. April, 19.30 Uhr), eine Parade mit Kund­ge­bung und Musik vom Denk­mal für die im Natio­nal­sozia­lis­mus ermor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas zum Maxim Gorki Theater (So., 8. April, 13 Uhr) sowie die Ausstellung „GYPSYLAND“, eine Retro­spek­tive auf das Werk des bil­den­den Künst­lers Damian Le Bas, auf des­sen Initia­tive hin die ers­te Roma-Bien­nale ins Leben ge­ru­fen wurde. Read the rest of this entry »

Neues Webportal zum Roma-Holocaust

April 4th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Neues Webportal zum Völkermord an den Sinti und RomaNeues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deu­tscher Sinti und Roma hat am Diens­tag das Web­portal „‘Ras­sen­diagno­se: Zigeuner‘. Der Völ­ker­mord an den Sinti und Roma und der lan­ge Kampf um An­erken­nung“ ge­launcht (Pro­jekt­lei­tung: Frank Reuter, Mit­ar­beit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird an­hand zahl­rei­cher Videos, Inter­views, Fotos und Do­ku­mente der Holocaust an der Min­der­heit the­ma­ti­siert. Außer­dem doku­men­tiert die In­ter­net­seite die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die Er­fol­ge der Bür­ger­rechts­bewe­gung so­wie die Men­schen­rechts­situa­tion in Europa nach 1989.

Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma auf­grund des De­por­ta­tions­be­fehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert, der größ­te Teil stamm­te aus dem Reichs­ge­biet. Zahl­reiche Gedenk­ver­anstal­tun­gen er­in­nern die­ser Tage deutsch­land­weit an dieses un­vor­stell­bare Ver­bre­chen. Der natio­nal­sozialis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahr­hun­der­te­lan­gen ge­mein­sa­men Ge­schich­te von Min­der­heit und Mehr­heit ohne Bei­spiel. Den­noch war er nicht voraus­set­zungs­los: Eine von Vor­urteilen und Feind­se­lig­keit ge­präg­te Hal­tung gegen­über Sinti und Roma ist tief in der euro­päi­schen Ge­schich­te ver­an­kert. Das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma möch­te mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org ei­ner­seits diese Vor­ur­tei­le und Feind­selig­kei­ten wi­der­le­gen, an­derer­seits den Völker­mord an den Sinti und Roma do­ku­men­ti­eren: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Min­der­heit im Deutschen Reich bis zu ihrer sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­set­zten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter wer­den Zeug­nis­se der Opfer gegen­über­ge­stellt. His­to­ri­sche Fa­mi­lien­fotos von Sinti und Roma geben Ein­blicke in die Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen und las­sen sie als Indi­vi­duen her­vor­tre­ten. Read the rest of this entry »

Racial Profiling & erweiterte DNA-Analysen

März 27th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen

Minderheiten unter Verdacht: Radial Profiling und erweiterte DNA-Analysen (Foto CC, Pixabay via Wikimedia)Racial Profiling und erweiterte DNA-Analysen in kriminalpolizei­li­chen Ermitt­lun­gen: Gemein­same Fach­ver­anstal­tung von Zentral­rat und Amadeu Antonio Stiftung

27.03.2018, 11:00 bis 16:30 Uhr
DokuZ Sinti und Roma Berlin
Prinzenstraße 84.2 – 10969 Berlin

Seit November 2016 haben Ermittler, Politiker und Journalisten die For­de­rung er­ho­ben, die An­wen­dung erwei­ter­ter forensi­scher DNA-Analy­sen in Deutschland ge­setz­lich zu­zu­lassen. Es geht dabei ins­beson­dere um die Bestim­mung der Haut-, Haar- und Augen­farbe (was unter dem Be­griff DNA-phe­no­typing zu­sam­men­gefasst wird) sowie der so­genann­ten „bio­geo­gra­fi­schen Her­kunft“.

Aus Sicht von Wissenschaftler und Minderheiten-Ver­tre­tern sind er­wei­ter­te DNA-Analy­sen in der Forensik äu­ßerst proble­ma­tisch, da sich ein sol­ches Ver­fah­ren vor allen Din­gen gegen Min­der­heiten rich­tet. Schon 2016 for­mierte sich ein brei­tes aka­de­mi­sches Bünd­nis und übte Kritik an der bevor­ste­hen­den Gesetz­gebung, da zahl­reiche Fragen zu den wis­sen­schaft­li­chen Grund­lagen, der Praxis­anwen­dung oder den weit­rei­chen­den gesell­schaft­li­chen Folgen nach wie vor un­geklärt wa­ren und sind. Den­noch wur­den diese Tech­no­lo­gien in vielen Medien, in der Politik und von Sei­ten der Er­mitt­lungs­behör­den ein­sei­tig als positiv dar­ge­stellt.

Bislang kam es in Deutschland offiziell nur in einem Fall zu einer er­wei­ter­ten bio­geo­graphi­schen Her­kunfts­analyse mit­tels DNA, und zwar im Fall der von dem so­genann­ten „Natio­nal­sozia­lis­ti­schen Unter­grund“ (NSU) er­mor­de­ten Polizis­tin Michelle Kiesewetter. Die­se erste An­wen­dung einer bio­geogra­phi­schen Her­kunfts­analy­se rich­tete sich aus­schließ­lich ge­gen An­ge­hö­rige der Min­der­heit der Sinti und Roma. Der Fall wur­de als das „Heilbronn-Phan­tom“ (mehr hier/pdf) be­kannt und ein über Amts­hilfe in Österreich er­stell­tes Gut­achten führ­te dazu, dass Sinti und Roma mas­siv in den Fokus der Polizei ge­rie­ten. Die Er­mittlungs­akten dokumentieren eindeutig den antiziganistischen Charakter der polizeilichen Ermitt­lungen, der sich dann in der Medien­be­richt­er­stat­tung wider­spie­gelte.

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Tenu Erba (Unterwart): Roma-Ball 2018

März 14th, 2018  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radijo Erba, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Katharina Karaman, Schnitt: Marcel Horvath, Inter­view­füh­rung: Eva Horvath

Suboton, ando 13ti jeneri 2018, papal asaj dur sina: O Roma-Ball ando kul­tu­ra­kero kher „Unga­ri­scher Hof“ Tenu Er­bate tel liker­do ulo. O bari­ka­nipe le kira­tistar o völi­nipe usi Romen­ge­ri-kiral­kija 2018 sina. I koro­na la Indira Gussakatar, sa­vi ando lejcti bersch jerin­tscha, la 19 ber­schen­ge­ra Jennifer Papai­jake prik dim uli. I Jenny jek bersch i re­presen­tant­ki­ja la flogos­kera grup­natar le Romen­dar hi. Le sako ber­sches­kere Ro­ma-Bal­liha, te jek tra­di­cija upre liker­di ol taj jek scha­jipe le tala­li­ni­peske masch­kar o Roma taj o gadsche del.

Am Samstag, den 13. Jänner 2018, war es wieder so­weit: Der Roma-Ball im Kul­tur­haus „Ungari­scher Hof“ in Unterwart fand statt. High­light des Abends war die Wahl zur Roma-Königin 2018. Die Krone wur­de von der Vor­jahres­siege­rin Indira Gussak an die 19-jäh­ri­ge Oberwarte­rin Jennifer Papai über­ge­ben. Jenny ist ein Jahr lang die Re­präsen­tan­tin der Volks­gruppe der Roma. Mit dem all­jähr­li­chen Roma-Ball wird auch eine Tra­di­tion auf­recht­erhal­ten und eine wei­tere Mög­lich­keit der Begeg­nung zwi­schen Roma und Nicht-Roma ge­boten.

(Redakcijona: Adolf Gussak, kamera: Julius Horvath, hango: Katharina Karaman, tschi­na­schi: Marcel Horvath, va­ke­ri­pe: Eva Horvath )

8. März: Ausstellung über Romnja in Wien

März 8th, 2018  |  Published in Frauenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung WienVon 8. März bis 11. April 2018 wird im Festsaal des Amtshauses Margareten eine Aus­stel­lung über die Sicht­bar­keit von Romnja in Wien gezeigt.

Der Verein „Vivaro – Viva Romnja“ zeigt in Kooperation mit der Fotografin Jenny Olaya-Peickner – passend zum Motto des Margaretner Frauentags „100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich/Empowerment heute“ – eine Ausstellung im Rahmen des Projekts „Sichtbarkeit: Romnja mitten in Wien“. Diese Porträts und die verschiedenen Biographien von Romnja heben die Diversität hervor und betonen eine positive Sichtbarkeit. Selbstermächtigend erheben die Frauen somit ihre Stimmen, um Stereotypen, Klischees und „ro­man­ti­sie­ren­den“ Bildern entgegenzuwirken und vor allem autonom das Bild über sich selbst zu zeichnen. Wie kann Empowerment gelingen?

Vernissage und Diskussion
Über die Thematik „Mein Weg als unabhängige Romni?!“ wird anlässlich der Vernissage am 8. März um 19 Uhr im Amtshaus Margareten unter der Moderation von Gilda-Nancy Horvath mit Katharina Janoska, Gorica Krajnjanovic, Alisa Sajin und Simonida Selimovic diskutiert. Zum Ausklang gibt es ein Buffet mit Getränken.

Die Ausstellung wird im Anschluss von 9. bis 20. März und von 2. bis 11. April 2018 im Amts­haus Margareten im Sitzungs­saal im 2. Stock zu sehen sein.

Veranstaltungsdetails:
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Filminstallation »Roma Helden 1956«

März 6th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Ungarn-Aufstand 1956Kurzfilmabend in Heidelberg
Dienstag, 13.03.2018 18:00 Uhr
Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, Heidelberg

Ankündigung des Dokumentations- und Kulturzentrums:

Binnen weniger Stunden entwickelte sich am 23. Okto­ber 1956 aus einer De­monstra­tion von Stu­die­ren­den in Budapest der Ungarische Volksaufstand. Das Auf­be­geh­ren der Men­schen wur­de in den fol­gen­den Ta­gen und Wo­chen mit be­son­de­rer Härte nieder­ge­schla­gen. Zahl­rei­che Men­schen wur­den hin­ge­rich­tet, zehn­tau­sende wur­den in Inter­nie­rungs­lager oder Ge­fäng­nis­se ver­schleppt, 200.000 Men­schen ver­lie­ßen ihre Heimat. Auch für zahl­rei­che Roma war es selbst­ver­ständ­lich, sich dem Frei­heits­kampf an­zu­schlie­ßen, als sie den legen­dä­ren Aufruf der Revolution hör­ten: „Wer Ungar ist, hält mit!

Beim Kurzfilmabend führen wir im Ge­spräch mit den Be­su­cher/in­nen durch die Film­installa­tion „Roma Helden 1956“. Sie weist auf die Betei­li­gung dieser Men­schen hin und gibt ihnen ein Ge­sicht: In kur­zen Filmen wer­den die Geschich­ten von Gyula Dandos, Gabor Dilinko, Istvan Fatyol, Csanyi Sandor und Ilonka Szabo er­zählt.

(www.sintiundroma.de)

Konferenz: Anti­ziga­nis­mus am West­balkan

Februar 16th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Antiziganismus-Konferenz in Berlin 2018 (Foto: Zentralrat)Addressing Discrimination and Antigypsyism in the En­large­ment Region – Inter­natio­nale Kon­ferenz zu Anti­ziga­nis­mus in den West­balkan­staaten in Berlin

Zentralrat: Ächtung von Anti­ziga­nis­mus in den Staa­ten des West­li­chen Bal­kans und in der Türkei ist über­fällig

Eine internationale Konferenz am 13. und 14. Februar in Berlin thema­ti­sier­te erst­malig den zu­neh­men­den Anti­zi­ga­nis­mus und die Dis­kri­mi­nie­rung von Roma in den EU-Beitrittsstaaten. Über 70 Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­ter der Fach­minis­terien und der Zivil­gesell­schaft aus den Län­dern des Westlichen Balkans und aus der Türkei dis­ku­tie­ren auf der Konferenz, die vom „Regional Cooperation Council“ in Zu­sam­men­arbeit mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma or­ga­ni­siert wird, die struk­tu­rel­len Aus­wir­kun­gen von Antiziganismus so­wie Ge­gen­strate­gien für die gleich­berech­tigte Teilhabe von Roma.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sieht eine his­to­ri­sche Chance in der kürz­lich von der EU-Kom­mission in Aus­sicht ge­stell­ten, schnel­len EU-Beitritts­per­spek­tive der Westbalkan­länder. Rose for­dert gleich­zeitig, dass der Schutz der Minder­heiten- und Men­schen­rechte als wich­tige Grund­lage von Rechtsstaat und Demokratie ver­bes­sert wer­den muss: „Gera­de Roma in den Ländern des Westbalkans müs­sen end­lich als gleich­berech­tigte Bürger an­erkannt sein. Read the rest of this entry »

Roma-Holocaust in Ukraine und Moldau

Februar 12th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag und Ausstellung über den NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau15. Februar 2018, Berlin:

Ausstellung und Vortrag: NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau

Zu Gast beim Janusz-Korczak-Haus Berlin sind Iryna Radchenko and Maryna Strilchuk, zwei Wissen­schaft­lerin­nen aus dem Ukraini­schen Institut für Holo­caust-Stu­dien „Tkuma“ (Dnipro, Ukraine), die an die­sem Abend ihre Aus­stel­lung „Die Tragödie der Roma: Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart“ prä­sen­tie­ren. Die Aus­stel­lung ist ein Er­geb­nis des wis­sen­schaft­li­chen Pro­jek­tes zur Er­for­schung des NS-Ge­no­zids an den Roma auf dem Ter­ri­to­rium der Ukraine und der Re­publik Moldau. Das Pro­jekt wurde von „Tkuma“ mit Un­ter­stüt­zung der „Inter­na­tio­nal Holo­caust Re­membrance Alliance“ durch­ge­führt.

Programm: Read the rest of this entry »

„Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“

Februar 7th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Unku (Erna Lauenburger) wurde in Auschwitz ermordet. Ein biografischer Kinderroman aus dem Jahr 1931, der in der DDR neu aufgelegt wurde, machte sie berühmt. Hanns Weltzel hat sie als Jugendliche porträtiert. (Bild: University of Liverpool Library)Bremen: Ausstellung über die Verfolgung von Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lis­mus am Bei­spiel foto­grafisch do­ku­men­tier­ter Fa­mi­lien­ge­schich­ten aus Mit­tel­deutschland

Zentralbibliothek Bremen, Wall-Saal
15.02.2018 – 14.03.2018 (Eintritt frei)

Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort leh­ren­de His­to­ri­ke­rin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930er Jah­ren in Dessau-Roßlau do­ku­men­tie­ren. Sie gehen auf den damals in Roßlau le­ben­den Foto­jour­nalis­ten Hanns Weltzel zu­rück. Weltzel hatte ab 1931 inten­sive Kon­takte zu den Fa­mi­lien, die auf ihren Handels­wegen nach Des­sau-Roß­lau ka­men. Die Fotos und er­hal­ten ge­blie­be­nen Briefe zeu­gen von einer freund­schaft­li­chen und von gegen­seiti­gem Ver­trauen und Respekt ge­präg­ten Atmos­phäre. Darin liegt die Be­sonder­heit dieses Foto­bestan­des, ins­beson­dere wenn man sie mit Pro­pa­ganda­fotos im National­sozialismus ver­gleicht.

Die Beschriftungen der Fotos geben nur bedingt Aus­künfte, um wen es sich auf den ein­zel­nen Fotos han­delt. Die nament­liche Iden­ti­fi­zie­rung ist je­doch die Grund­voraus­setzung, um die Ver­fol­gungs­wege der Men­schen und ihrer Fami­lien zu er­for­schen. Dieser Auf­gabe wid­met sich Profes­sor Eve Rosenhaft ge­mein­sam mit Jana Müller vom Alter­nativen Jugend­zentrum e.V. Dessau in en­ger Ko­opera­tion. Nach von­einander un­ab­hän­gi­gen Forschungen und Durch­führung von Jugend­pro­jekten führ­ten sie vor drei Jahren ihre Forschungs­ergeb­nisse zu­sam­men und be­gannen ziel­gerichtet für eine Aus­stel­lung zur Erin­ne­rung an die mittel­deutschen Sinti und Roma Fotografien in Au­gen­schein zu nehmen und in Archiven nach wei­ter­füh­ren­den Hin­weisen zu suchen. Read the rest of this entry »

NS-Verfolgung der Sinti & Roma in Berlin

Januar 27th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Luise Herzberg mit ihren Kindern um 1930. Nur Otto Rosenberg (vorn links) und seine Mutter überlebten die Konzentrationslager. (Foto: Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.)Ausstellungseröffnung: „Die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Berlin“

Datum: 29.01.2018, 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: DokuZ Sinti und Roma Berlin
Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung am Denkmal für die er­mor­deten Sinti und Roma Europas lädt das Doku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrums Deut­scher Sinti und Roma zur Eröffnung der Aus­stel­lung des Landes­ver­ban­des Deutscher Sin­ti und Roma Berlin-Brandenburg in seine Berli­ner Dependance. Die Ausstellung berichtet über die nationalsozialistische Ver­fol­gung der Sinti und Roma in Berlin. Die Men­schen selbst, An­gehö­rige der kultu­rel­len Minderheit der Sinti und Roma, stehen dabei im Mittel­punkt. Ihre Bio­graphien und Be­richte zeigen, wie ein Groß­teil ihrer Angehö­rigen durch den syste­ma­ti­schen Aus­schluss bis hin zur Ermordung ver­nichtet wurde und eine Gesell­schaft, in der sie seit Jahr­hun­der­ten lebte, sich um einer wei­te­ren Facet­te ihrer eige­nen Vielfalt be­raubte. Gleich­wohl soll die Aus­stellung nicht nur zeigen, was zer­stört wurde, son­dern auch davon zeugen, wie Sinti und Roma der Gewalt wider­standen und über­lebten.

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