dROMa (Magazin)

Die Politisierung der Unterschiede, Teil 1

Januar 22nd, 2015  |  Published in Interview, Politik, dROMa (Magazin)

Norbert Mappes-Niediek (Foto: hinzundkunzt.de)„Arme Roma, böse Zigeuner“ – Interview mit Norbert Mappes-Niediek (zum 2. Teil)

Erschienen in: dROMa 36 (2013)

Warum kommt die Integra­tion der Roma oft nur schlep­pend voran? Sind nicht Armut und Perspek­ti­ven­losig­keit, son­dern der feh­len­de inter­ne Zusam­men­halt und Bil­dungs­hun­ger die Haupt­hin­der­nis­se auf dem Weg in die Gesell­schaft? Anders aus­ge­drückt: Ste­hen sich die Roma vor allem selbst im Weg? Nein, meint Norbert Mappes-Niediek, Südost­europa-Korres­pon­dent nam­hafter Medien und frü­he­rer Berater des UNO-Sonder­beauf­trag­ten für Ex-Ju­gosla­wien, und hält dieser Kul­tura­li­sie­rung des Elends das Kon­zept der „Öko­no­mie der Armut“ ent­gegen, das nicht ein „Roma-Problem“, sondern die Proble­me der Roma zu­tage fördert.

Mappes-Niedieks neues Buch „Arme Roma, böse Zigeu­ner. Was an den Vor­ur­tei­len über die Zuwan­derer stimmt“ ist Fakten­check und Fun­da­men­tal­kritik in einem, nimmt Roma und Nicht-Roma gleicher­maßen wahr und macht Hof­fnung, gerade weil es sich keinen Illu­sio­nen hin­gibt. Michael Teichmann hat mit dem Autor gesprochen:

Herr Mappes-Niediek, was war Ihre Moti­va­tion, ein Buch über Roma zu schreiben?
Norbert Mappes-Niediek: Es ist kein Buch über Roma schlecht­hin, son­dern vor allem ein Buch über die­je­ni­gen Roma aus Rumänien, Bulgarien oder Serbien, die zu­zie­hen und tra­di­tio­nelle Vor­ur­teile, soziale Miss­ver­ständ­nisse und Schwie­rig­keiten im Zusam­men­leben, die man schon für über­wunden glaubte, in west­li­chen Ländern repro­du­zieren. Das Thema ist in den letzten Jahren im­mer wieder poli­tisch hoch­gekocht, und ich habe mir ge­dacht, dass ich etwas zum Ver­ständ­nis bei­tra­gen kann, weil ich die Her­kunfts­länder kenne. Am An­fang ging es mir so, wie es vielen Ost­euro­päern geht: Ich hatte ein Bild über Roma und glaub­te, damit bereits alles zu wis­sen. Jetzt wollte ich dieses Bild auf einen Be­griff brin­gen. Aber je mehr ich ver­sucht habe, es dar­zu­stellen, desto ver­schwom­me­ner wurde es und hat sich dann mehr oder we­ni­ger ganz auf­gelöst. Das, was noch geblie­ben ist, waren die Proble­me dieser Länder: Armut, anti­quier­tes Bil­dungs­wesen, korrup­tes Gesund­heits­system.

Der Untertitel ihres Buches war für mich zu­nächst irri­tie­rend: Was stimmt an den Vor­urtei­len über Roma?
Das Buch ist ein Faktencheck, und bei einem Fak­ten­check geht es vor allem auch darum, dass man Irr­tümer von den Fakten unter­schei­det. Dass es im Umfeld von Armuts­sied­lun­gen Krimina­lität gibt, ist zum Beispiel eine Tat­sache. Das ist unter Roma so und auch unter al­len ande­ren Armuts­com­mu­nities. Natür­lich stimmt das, und dage­gen hilft weder zu sagen, es stim­me nicht, noch, man solle keine Vor­urteile haben. Man hat Vorurteile, man darf sich von ihnen nur nicht gefan­gen neh­men lassen.

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dROMa 37 (2013): „Was ist ein Rom?“

Januar 21st, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

droma_37Sommer | Linaj 2013: „So hi jek Rom?“
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„Was ist ein Rom?“ – Es ist nur eine kleine, schein­bar bana­le Frage, die wir im neu­en Heft stel­len. Wie brisant sie aber nicht zu­letzt für die Volks­grup­pen­po­litik ist, er­klärt der Publi­zist Norbert Mappes-Niediek – und ge­langt dabei zu pro­vo­kan­ten Schlüs­sen. Wir brin­gen den zweiten Teil des Inter­views, das Mi­chael Teich­mann mit dem Autor ge­führt hat (Teil I: dROMa 36). Daran an­schlie­ßend erläu­tert Michael Teichmann das tradi­tio­nel­le Kon­zept der „Romanipe“, des „wah­ren Roma­seins“, das als komple­xes hierarchi­sches Ras­ter auch das Ver­hält­nis der Roma-Grup­pen unter­einan­der be­stimmt. Mit dem Bezeich­nungs­diskurs wiede­rum be­fasst sich Roman Urbaner: Sekun­diert von einem Prosa­stück des Köl­ner Autors Jovan Nikolić, plä­diert er dafür, die belas­tete Fremd­bezeich­nung „Zigeuner“ trotz mangel­hafter Alter­nativen ein für alle Mal über Bord zu werfen. Und zu guter Letzt hat Michael Wogg noch eini­ge Roma und Freundin­nen der Volks­gruppe um ihre Sicht der Dinge gebe­ten – die Ant­wor­ten fin­den Sie über das Heft ver­streut.

„So hi jek Rom?“ – Afka ar ditschol, hot tschak jek tikno, tri­vijali phutscha­jipe hi, savo amen andi nevi heft­lina terdscha­ras. Saj bari­kano ham ada la flo­gos­kera grupna­kera poli­ti­kake hi, phukal o publi­cisto Norbert Map­pes-Nie­diek – taj adaj upre pro­vo­kanti koji lo pelo. Amen o dujto falato le vake­ripes­tar anas, savo o Michael Teich­mann le pisi­ma­schiha kertscha (falato I: dROMa 36). Paloda o Michael Teich­mann o tradi­cijo­neli kon­cepto le Roma­nipestar, aun peske dikel, savo ojs kompleksi hirarchi­ja­kero rasteri te o kheta­nipe le Romen­ge­re grupnen­dar dschiv­don li­kerel. Read the rest of this entry »

Slovenija: Flogoskeri grupnakeri politika

Januar 18th, 2015  |  Published in Politik, dROMa (Magazin)

Sloweniens Roma-Vertreter beim slowenischen Staatspräsidenten Türk, 2012 (Foto: Urad predsednika Republike Slovenije) Pal scheciniptscha ofi cijeli thanen­dar taj NGO­jen­dar salami 10.000 Roma andi Slove­nija dschin. Jek schtu­dija andar o bersch 2007 sikal, hot 105 Romen­gere sid­lung­tscha del, saven­dar epasch andi Prekmurje (ando nordost) taj ando regi­jon­tscha Dolenjska, Bela Krajina taj Posavje (sud­ost) pasch­lon. O roma le duj tha­nen­­dar min­den­feli­tike hi, na tschak ande lengere Romani dija­lektscha taj ande len­gere aun­sid­li­nipes­kere his­to­riji, ham te pal lengeri soci­jali taj tscha­tschi­pes­keri situa­cija.

O Roma andi Slovenija nan ojs „nacijo­na­li tschulipe“ aun­prin­dschar­de taj le Romani nan o glajchi sta­tus sar la slove­ni­tika, ungri­ka taj ita­litika tschib. But tscha­tschip­tscha ham schpe­ci­fischi upro Roma use tschin­de ule taj ojs etnija schpe­cijeli socijali man­gip­tschen­ca, save upre regijo­nali thana pomo­schi­nipe te uschtiden, defi­ni­rim hi. Ande 20 akarde gemajntscha le lokali Romen­gere khe­ta­ni­pen­ge pedar jek ajgeni fatre­teri ando gemajnda­kero rot obliga­to­rischi hango dim ol; ando than 2007 jek flogos­kero grupna­kero rot (Svet romske skupnosti Republike Slovenije) kerdo ulo, savo le pre­si­dento, la regi­rung taj le nacijo­nali khe­ta­nipe, bero­tinel. 17 le 21 dsche­nen­dar le aktujeli flogos­kere grup­na­kere rotis­tar le „autoch­toni“ fatre­ti­nen, hat odole Romen andi Prek­murje, save imar dur angle 1945 pumen odoj tel mukle. Tschak schtar dsche­ne le pal 1945 use roasin­de „na autoch­toni“ Romen ando sud, fatre­tinen.

Ajgeni loj (sajt 2002 valami 9 milijoni Euro) le fasorginipeske la elektricitetaha, pajiha taj posch­ti­tov­tschen­ca le Romen­ge le „autoch­toni“ gemajn­den­dar use terd­schon. Odoj, pedar o ber­scha te sa feder ulo. I situa­cija le palo­da use roasi­me Romen­dar ando sud na ulo latsche­der. Read the rest of this entry »

Roma in Slowenien: Volksgruppenpolitik

Januar 17th, 2015  |  Published in Politik, dROMa (Magazin)

Roma-Volksgruppenwahl 2012 (Foto: Delo)Nach Schätzungen offizieller Stellen und NGOs leben rund 10.000 Roma in Slo­we­nien. Eine Studie von 2007 nennt 105 Roma-Sied­lun­gen, von denen rund je­weils die Hälfte in der Prekmurje (Nord­osten) und in den Regio­nen Dolenjska, Bela Krajina und Posavje (Südosten) liegen. Die Roma-Bevöl­ke­rung der beiden Gebiete unter­scheidet sich beträcht­lich, und zwar nicht nur nach ihren Romani-Dialekten und ihrer Besie­de­lungs­ge­schichte, son­dern auch nach ihrer sozia­len und recht­li­chen Situation.

Die Roma sind in Slowenien nicht als „nationale Minderheit“ an­er­kannt und Romani hat nicht wie Slo­we­nisch, Unga­risch und Italie­nisch den Status einer natio­nalen Sprache. Eine Reihe von Gesetzen und Verord­nun­gen neh­men jedoch spe­zi­fisch auf die Roma Bezug und defi­nie­ren sie als Ethnie mit spe­ziel­len sozia­len Heraus­for­de­run­gen, die auf regio­naler Ebene gefördert wer­den soll. In zwan­zig nament­lich ge­nann­ten Gemeinden wird den lokalen Roma­gemein­schaf­ten über einen eige­nen Vertreter im Gemeinderat ob­li­ga­to­risch Mit­sprache­recht ein­ge­räumt; auf Landes­ebene wurde 2007 ein Volksgruppenrat (Svet romske skupnosti Republike Slovenije) geschaf­fen, der den Prä­siden­ten, die Regie­rung und die National­ver­samm­lung berät. 17 der 21 Mit­glie­der des aktuel­len Volks­grup­pen­rats ver­tre­ten die „autochthonen“, also (zum Groß­teil lange) vor 1945 ansässig gewor­de­nen Roma in der Prek­murje. Nur vier Per­so­nen ver­tre­ten die zu­meist nach 1945 inner­jugosla­wisch zu­gewan­der­ten „nicht-autochtho­nen“ Roma im Süden.

Eigene Mittel (seit 2002 rund 9 Mio. Euro) stehen für die Grund­versorgung mit Elektri­zität, Wasser und Straßen der Roma der „autochtho­nen“ Gemein­den zur Ver­fü­gung. Dort konnte man über die Jahre auch merk­liche Ver­bes­se­run­gen erzielen. Die Lage der spät zugewan­der­ten Roma im Süden hat sich aller­dings kaum verändert. Von ihnen leben nach Anga­ben des slowe­ni­schen Innen­ministe­riums nach wie vor rund 50 Pro­zent nicht in gemauer­ten Unterkünften. Read the rest of this entry »

dROMa 36 (2013): Slowenien | Slovenija

Januar 14th, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

droma_36Winter/Frühling | Dschend/Terno linaj 2013
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Gleich hinter der Grenze, in Prekmurje, lebt eine der zwei grö­ße­ren Roma-Ge­mein­den Slo­we­ni­ens. Die Bur­gen­land-Roma und die Roma in Prek­mur­je spre­chen einen ver­wand­ten Romani-Dia­lekt. Zwi­schen ih­nen be­stan­den einst enge Kon­tak­te, die erst seit der Un­ab­hän­gig­keit Slo­we­ni­ens und dem Auf­bruch der Roma-Be­we­gung in beiden Län­dern zag­haft neu belebt wur­den. Grund genug, uns ein­mal näher mit Slo­we­nien zu befas­sen: Den Auf­takt des Heftes stellt der erste Teil eines Inter­views mit dem Pub­li­zis­ten Norbert Mappes-Niediek dar, des­sen Buch „Arme Roma, böse Zigeu­ner“ der­zeit für Auf­sehen sorgt. Michael Teichmann hat sich mit ihm unter­hal­ten. Dazu brin­gen wir einen Buch­auszug, der den Pogrom im Dorf Ambrus beleuch­tet. Roman Urbaner be­rich­tet von den „Izbrisani“, den 1992 aus dem Bevöl­ke­rungs­regis­ter ge­lösch­ten Per­so­nen, unter ihnen Hun­derte Roma. In der „Vor­bild­region“ Prek­murje, wo sich Holger Marcks um­gese­hen hat, haben die Roma hin­gegen vieles er­reicht. Murska Sobota ver­fügt neuer­dings sogar über ein eige­nes Roma-Museum. Michael Wogg hat ihm einen Besuch ab­gestat­tet. Zu guter Letzt stel­len wir Ihnen noch das Roma-Fes­tival „Romano Čhon“ vor. Und die letz­te Seite ist der gro­ßen Romni Ceija Stojka gewid­met, die im Jän­ner ver­storben ist.

Mindschart pal i granica, andi Prekmurje, dschil jek, le duj bareder Romen­gere ge­majn­den­dar andi Slo­venija. O bur­gen­landi­tike Roma taj o Roma andi Prek­murje jek Romani dija­lekto va­keren, savo khetan keri­nel. Masch­kar lende agun igen vuske kon­takt­scha de­lahi, save sajt o naphand­lipe la Slove­ni­jatar taj o Romen­gero mici­nipe ande o so duj vilagi, papal dschiv­don ulo. Cajt hi, peske jefkar i Slo­ve­nija pasche­der aun te dikel: O kes­dipe la heftli­natar o erschti falato le vake­ripes­tar le publi­cisti­ha Norbert Mappes-Niediek hi, saves­keri kenva Arme Roma, böse Zigeuner“ ando pra­dipe hoja­ni­peske sorgi­nel. Read the rest of this entry »

Schätze auf Tonband | Somnakune upreliptscha

Januar 13th, 2015  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Mozes Heinschink (Foto: WSNA/dROMa)Die „Sammlung Heinschink“ | O „Khetan Khedipe Heinschink“


Seit 1960 hat der Wiener Sprachforscher Mozes F. Heinschink bei zahl­lo­sen Be­suchen bei über 30 ver­schie­de­nen Roma­gruppen – vor­wie­gend in Österreich, Zentral-, Ost- und Südost­europa, der Türkei sowie in Skan­dina­­vi­en – ei­ne rund 700 Aufnahme­stunden um­­fas­­sende Sammlung von Ton­doku­men­ten zur Kultur der Roma zusam­men­getragen. Ohne jede insti­tutio­nel­le Hilfe­stellung ent­stand so über die Jahre ein einzig­arti­ges Kompen­dium von Sprach­aufnahmen, Märchen und Liedern. 1990 bis 1995 wurde die „Sammlung Heinschink“, welt­weit wohl die umfang­reichste ihrer Art, er­schlos­sen und ins Phonogrammarchiv der Öster­rei­chi­schen Akademie der Wissenschaften über­nommen.

Sajt 1960 o betschitiko tschibtschakero forscheri Mozes F. Heinschink use but khero­diptscha uso buteder sar 30 min­den­feli­tike Romen­gere grupn – butvar andi Austrija, andi central- ost- taj sud­ost Europa, andi Tur­kija taj andi Skan­dina­vija – vala­mi 700 upre lipeskere ori ma­terijal usi kultura le Romen­dar khetan ledschija. Afka pedar o berscha jek barikano khetan kedipe tschib­tscha­kere upre lipen­dar, pama­ristschen­dar taj dschi­jendar andral ulo. Usar 1990 dschi 1995 o „Khetan Kedipe Hein­schink“ upro cilo them i lek bareder adale keri­pestar, kisetim ulo taj ando Fonogram­archiv la Austritika Aka­de­mi­ja­tar la Visen­schofta­tar prik lim lo ulo.

www.phonogrammarchiv.at

(aus|andar: dROMa 35, Herbst | Terno dschend 2012, S. 8)

dROMa 35 (2012): Sprachbilder

Januar 10th, 2015  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

droma_35Herbst | Terno dschend 2012: Vakeripeskere kipi
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Die Kultur der Roma verfügt über eine rei­che, viel­schich­tige Erzähltradition. Ihre Märchen und Ge­schich­ten wur­den bis vor Kur­zem aller­dings aus­schließ­lich münd­lich tra­diert und blie­ben daher auf einen engen Publi­kums­kreis be­schränkt. Auch die Erzähl­kunst des unga­risch-bur­gen­län­di­schen Rom Guszti Szendrei, den Michael Teichmann für dieses lite­ra­ri­sche Themen­heft porträ­tiert hat, er­reichte nur weni­ge und ist heute nur noch in Form eini­ger Auf­zeich­nun­gen erhal­ten. Eine davon, das um 1965 auf Romani vor­getra­gene Märchen „Der arme Soldat“, stel­len wir Ihnen in die­ser Aus­gabe vor. Darüber hinaus möch­ten wir Ihnen mit dem Gedicht „fluch“ auch das Werk eines öster­rei­chi­schen Ver­tre­ters der Roma-Gegen­warts­lite­ratur, des auf Rumä­nisch schrei­benden Lyri­kers und Bild­hauers Mircea Lăcătuș, ans Herz le­gen. Drei aktu­elle Kriminal­romane, die mit groß­teils eher ober­fläch­li­chen Roma-Be­zügen auf­zu­trump­fen ver­suchen, konn­ten uns hin­ge­gen weniger über­zeu­gen – Michael Wogg er­klärt, warum. Und ver­streut über Europa hat Roman Urbaner eini­ge Bei­spiele von Roma-Comics aus­findig ge­macht, in de­nen sich – auf der Suche nach neuen Dar­stel­lungs­formen – zag­haft ein neues Genre an­zu­deuten scheint.

La kultura le Romendar barvali, min­den­feli­tiki phu­kaji­pes­keri tradicija hi. Nan dur pal, kaj len­gere pama­ris­tscha taj histo­riji tschak phu­kade ovnahi taj va­schoda tschak vuske dsche­nen­gere grup­nenge te schunel le sina. Te i phu­kaji­pes­keri kunst le ungrike-bur­gen­landi­tike Romes­tar Guszti Szendrei, save o Michael Teichmann adala litera­ri­schi tema­keri heftli­nake portre­ti­rin­tscha, tschak tschu­len resla taj adi tschak poar upre lip­tscha del. Jek lendar hi i pama­risi andar o bersch 1965 andi Romani Tschib „O tschoro nimco“, savi tu­men­ge ande ada ardi­pe angle terd­scha­ras. Read the rest of this entry »

I AS-Roma-Dekada

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Helden aus der Wart: 1. AS RomaO schtirmertscha sik sar i bavlal, pakista­ni­schi leg­ijo­ner­tscha taj lob­da­keri fa­mi­li­ja, savi min­dig pa­lo team ter-dscho­la­hi: o desch­ber­schen­gero le ersch­ti austri­ti­ke Ro­men­ge­re lob­da­ke­re teamis­tar an­do cajta­ke­ro na­schi­pe

Le Michael Woggistar

(Andar: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012, S. 16-19 (Themenheft: Sport | Schpurt)

O keripe le „Farajnistar Roma“ ando juli 1989 ojs erschti dikipes­kero cajchen la eman­ci­pac­jo­na­tar le Romen­dar andar o Bur­gen­land hi, taj palo­da o Roma jek aktivi khe­ta­ni­pes­kero taj kultu­reli than ando Bur­gen­land lakle. Butvar ando sudi­ti­ko Burgen­land, bari­ka­no sina te o keripe jeke dujte kojes­tar, savo o mici­nipe prik lija taj meg sora­le­der kertscha: o AS Roma. Ando juli 1990 o nevo lob­da­kero khe­lipes­kero klub Erbate pro erschti khe­lipe kertscha. Gejng o team Etagencafé na­schade 1:2. Kekaj but dsche­ne odoj sina, taj tel lendar igen but dschuv­lane.

„So kameha“, phenel o Marton Horvath, „amen pantsch lob­da­schen­ca taj schov na lob­da­schen­ca kheltscham.“ O Mar­ton usar ada erschti khe­lipe dschi uso lejcti ando bersch 2000 o tre­neri sina. Desch ber­scha sora­le vaha vo­dintscha ov o bari­kano Romen­gero team: „Te ov valaso phen­lahi, akor niko na vaker­lahi pal“, phenel les­kero tschau Martin, savo palo­da ojs lek ter­ne­der khe­la­schi 13 ber­schen­ca uso team use sina. Marton: „Amen dujvar ando kurko tre­ni­rina­hahi, sakor kurko, bisch dsche­ne.“ But len­dar Betschis­te butscha­li­nahi vaj avre tha­neske – odo ham na ker­lahi nischta: Kur­kes­ke treni­rim vaj khel­do ov­lahi, te an­do dschend andi hala.

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Die AS-Roma-Dekade

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Spieler und Fans: 1. AS RomaPfeilschnelle Stürmer, pakista­ni­sche Legio­näre und eine treue Fan­familie: das Jahr­zehnt der ers­ten Roma-Fußball­mann­schaft Öster­reichs im Zeit­raffer

(erschienen in: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012)

Von Michael Wogg

Die Gründung des „Verein Roma“ im Juli 1989 gilt als ers­tes weit­hin sicht­bares Zeichen der Eman­zipa­tion der Burgen­land-Roma; in der Folge haben die Roma zu einer akti­ven gesell­schaft­li­chen und kultu­rel­len Rolle im Burgen­land ge­fun­den. Zumin­dest im Süd­burgen­land ähn­lich wichtig war die Schaf­fung eines zweiten Stand­beins, das den Schwung aus der Auf­bruch­stim­mung auf­nahm und nach­haltig ver­stärkte: des AS Roma. Das erste Match dieses neuen Fußball­klubs fand im Juli 1990 in Oberwart statt. Gegen die Mann­schaft Etagencafé verlor die Roma-Truppe mit 1:2. Trotz der Unterstüt­zung vieler, zumal weib­li­cher Fans.

„Was willst du“, sagt Marton Horvath, „wir haben gespielt mit fünf Fuß­ballern und sechs Nicht­fuß­bal­lern.“ Marton war von diesem ers­ten Spiel an bis zum letz­ten im Jahr 2000 Trainer des Teams. Zehn Jahre lang lenkte er die legen­däre Roma-Mann­schaft mit stren­ger Hand: „Wenn er was gesagt hat, hat keiner zurück­geredet“, bestä­tigt sein Sohn Martin, der später als jüngs­ter Spieler im zarten Alter von 13 Jahren ins Team ein­gestie­gen war. Marton: „Wir haben zweimal die Woche trai­niert, jede Woche, 20 Leute.“ Viele arbei­te­ten in Wien am Bau oder sonst wo – egal: Am Wochen­ende wurde trai­niert und gespielt, auch im Winter in der Halle.

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dROMa 34 (2012): Sport | Schpurt

Januar 5th, 2015  |  Published in Sport, dROMa (Magazin)

droma_34Sommer | Linaj 2012
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Es kommt nicht oft vor, dass sich Roma, die sich als Sport­ler ganz nach oben ge­kämpft ha­ben, öffent­lich zu ihrer Her­kunft be­ken­nen. Zu harsch ist die Ab­leh­nung, die ihnen in die­sem Bereich noch immer ent­gegen­schlägt. Sport­liche Leis­tun­gen sind nichts, womit die Mehr­heits­gesell­schaft Roma in Ver­bin­dung brin­gen will. Dabei gibt es (beson­ders in den pro­leta­ri­schen Sparten des Fußball- und Boxsports) in den Rei­hen der Natio­nal­teams und Olym­pia­sieger, der Welt- und Eu­ropa­meis­ter nicht we­nige Roma. Grund genug, dieses Heft dem Sport zu wid­men: Wie schwer es Roma im Fuß­ball ha­ben, aber auch, wie sehr sich man­ches zum Posi­ti­ven zu wen­den beginnt, schil­dert Ronny Blaschke. Michael Teichmann lotet die bemer­kens­werten (und nicht im­mer unproble­ma­ti­schen) Berüh­rungs­punkte von Box­sport und Roma-Kul­tur aus. Das Jahr­zehnt des legen­dären bur­gen­län­di­schen „AS Roma“, der das Fußball zum Exerzier­feld der Roma-Eman­zi­pa­tion um­funk­tio­nierte, lässt Michael Wogg Revue pas­sieren. Und Roman Urbaner zieht eine er­schre­ckende Bilanz über die Schat­ten­seiten der Olym­pi­schen Spiele, bei deren Vor­berei­tung beson­ders eth­ni­sche Minder­hei­ten unter die Räder ge­raten.

Na al butvar angle, hot Roma, saven ando schpurt igen baro prind­scha­ripe hi, ando pra­dipe use pu­maro telsch­ta­mi­nipe ter­dschon. Igen baro o tel­di­kipe hi, savo on akor esbe iste len. Schpur­tis­kere kerip­tscha nan nischta, soha o gadsche le Ro­men ando khe­tan phand­lipe te anel kamna. Ham (ando pro­leta­ri­schi fa­lati le lob­da­kere kheli­pes­kere- taj boksi­ni­pes­kere schpur­tistar) ando nacijo­nal teams taj telal olim­pija­kere jeri­nasch­tscha, themes­kere taj euro­pa­kere mas­tertscha but Roma del. Read the rest of this entry »