Einrichtungen

„30 Jahre anerkannt, na und?“

Juli 26th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Stand by plus Reset/Radio Agora, 3.7.2025
Sendungsgestaltung: Wolfgang Mayr (27:24 min)

„30 Jahre anerkannt, na und?“ – Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die über­schau­bare Roma-Be­völke­rung im Burgenland eine amtlich an­er­kannte Volksgruppe. Damit änderte sich auch die Stimmung zwischen Mehrheit und Minder­heit. Gleich­zeitig ent­stand in manchen Städten durch die ost­europäi­sche Migration eine zahlen­mäßig starke migran­tische Roma-Be­völ­kerung. Sie ist nicht anerkannt, die Zu­sam­men­arbeit zwischen den Roma-Gruppen scheint schwierig zu sein. Eine nicht un­bedeu­tende Rolle in der Roma-Politik spielt die Roma-Volks­hoch­schule (Website).

Stand by plus Reset ist eine Podcast-Reihe von Wolfgang Mayr über Min­derhei­ten, Nationa­litäten, indigene Völker und Volks­gruppen weltweit. Zu Wort kommen fall­weise Be­troffene und/oder Men­schen­rechts­akti­vist:innen.

(Sendung & Text: Stand by plus Reset/Radio Agora via CBA)


„Verzeihen bedeutet nicht vergessen“

Juli 25th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungsgegenstand: Stuhl der Großeltern von Franz-Elias Schneck (Foto: Dokumentations- u. Kulturzentrum Deut­scher Sinti u. Roma)„Das vergessene Gedächtnis“ – Ein Samm­lungs­pro­jekt in Deutschland

Seit 2023 sammelt und bewahrt das beim Dokumentations- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Heidelberg angesiedlete Projekt „Das vergesse­ne Ge­dächt­nis“ „Objekte, die von Geschichte und Kultur von Sinti und Roma in Europa wäh­rend des Holocaust bis heute erzählen“, so die Selbstbeschreibung auf der Website: „Im Projekt sammelt ein Team aus Expertin­nen und Experten am Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Objekte aller Art [...]. Dazu zählen Möbel, Kleidungs­stücke, aber auch Dokumente und Fotos aus der NS-Zeit bis heute. Jedes Objekt wird erst nach sorg­fältigen Gesprächen mit den Objekt­gebern auf­ge­nommen und in einer eigens erstell­ten Datenbank ver­zeichnet. Video­interviews mit Zeitzeugen und ihren Nachfahren, den ,Zweit­zeugen‘, werfen Schlag­lichter auf die Bio­grafien der Men­schen hinter den Dingen. ,Zweitzeugen‘ können etwa Kinder, Enkel oder Urenkel von Über­leben­den des Holocaust sein. Aus dem so ent­stehen­den Material extra­hiert der Video­redak­teur unseres Teams signifi­kante Auszüge, die sich etwa auf die von den Zeitzeugen zur Ver­fügung ge­stellten Gegen­stände beziehen oder von Erfah­rungen erzählen, die wichtige Einblicke in Kultur und Gesellschaft der jewei­ligen Zeit erlauben. Die Interviews werden gleichzeitig in voller Länge für den Aufbau einer muse­alen-ar­chiva­li­schen Sammlung auf­bewahrt. [...] Verlorenes wieder­finden, Ver­schwun­denes als Leerstelle zeigen, Erin­nerun­gen erhalten – darum geht es im Projekt ‚Das vergessene Gedächtnis‘. Die Spuren von Menschen, die gelebt haben und die leben, sollen wieder sichtbar ge­macht, Biografien erzählt werden – von jenen, die etwa als Kind die NS-Zeit überlebten, aber auch von deren Kindern und Enkeln. Gegen­stände und Gespräche ver­mitteln in ihrer Vielfalt Ver­gangenes an­schaulich. Sie zeugen zugleich von der leben­digen Kultur und Geschichte von Sinti und Roma, die nicht im National­sozialismus endete.“

Mit der Koordination von Sammlungaufbau und Aus­stel­lung­gestaltung betraut ist Projekt­leiterin (und dROMa-Gastautorin: [1][2]) Vera Töns­feldt: „Wir wollen die Geschichte der Betrof­fenen er­zählen und sie selbst sprechen lassen. Wir klagen nicht an. Wir er­innern“, erklärt sie im Ge­spräch mit Frédéric Valin für das Am­nesty Jour­nal: Read the rest of this entry »

Neuer deutscher Antiziganismus-Beauftragter

Juni 21st, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Der neue Beauftragte: Parl. Staatssekretaer Michael Brand (Pressefoto: Dominik Butzmann/photothek, im Auftrag des BMFSFJNach Protesten: Das Amt des deutschen Anti­ziga­nis­mus-Be­auf­trag­ten wird nun doch neu be­setzt. Michael Brand (CDU) folgt dem bis­heri­gen Be­auf­trag­ten Mehmet Daima­güler nach.

Die erst kürzlich bekannt gewordene Entscheidung, diese erst im Mai 2022 neu geschaf­fene Stelle nach dem Rück­tritt von Mehmet Daimagüler nicht fort­zu­führen, hatte ener­gische Re­aktio­nen aus den Organi­satio­nen und Verbänden der Sinti und Roma zur Folge. Kelly Laubinger von der Sinti-Union Schles­wig-Hol­stein etwa sprach von „Un­sicht­bar­machung“ und „politi­schem Skandal“, Petra Rosenberg vom Lan­des­verband Berlin-Bran­den­burg von einem „fatalen Signal“. Und Romani Rose vom Zentral­ver­band Deutscher Sinti und Roma zeigte sich von den Plänen der Bundes­regie­rung irritiert und ver­sprach, bei der Bundes­regie­rung zu inter­ve­nieren.

Auch in einer spontan gestarteten Petition an Kanzler Merz und Familien­minis­terin Prien (wir be­rich­teten) forderten Roma-Ak­tivis­ten die Bei­behal­tung der Stelle: „Besetzen Sie die Stelle des Be­auftrag­ten neu! Es war ein wich­tiges Zeichen, dass sie ge­schaffen wurde. Es ist ein ver­heeren­des Zeichen, dass sie nun einfach entfällt – obwohl Anti­ziganis­mus weiter­hin Alltag ist. Obwohl wir endlich mehr Sicht­bar­keit brauchen. Obwohl wir ein Teil dieser Gesell­schaft sind. Diese Ent­scheidung muss rück­gängig gemacht werden. Ein Beauftragter für die Belange von Sinti und Roma ist kein ver­zicht­barer Luxus – sondern eine Not­wendig­keit.”

Nun hat das Bundeskabinett Michael Brand (MdB, CDU) zum Beauf­tragten der Bun­des­regierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland be­rufen. Die Ernen­nung erfolgte am 18. Juni auf Vorschlag von Bundes­minis­terin Karin Prien für die Dauer der 21. Wahl­periode. Michael Brand ist derzeit Par­lamen­tari­scher Staats­sekretär im Bundes­minis­terium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Zur Person des neuen Antiziganismusbeauftragten informiert die Website des Minis­teriums: „Michael Brand ist studierter Politik­wissen­schaftler und seit vielen Jahren im Bereich Men­schen­rechte aktiv, unter anderem als Vor­sitzender des Men­schen­rechts­aus­schusses im Deutschen Bundestag sowie als Sprecher für Menschen­rechte der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­tion. Read the rest of this entry »

Wer hört hin, wenn es wieder brennt?

Juni 10th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Online-Petition in Deutschland (Bild: Gjulner Sejdi auf WeAct!, unter Verwendung eines Bildes von Violeta Balog/Amaro Foro)Die neue deutsche Bundesregierung will auf die Nachbesetzung der Stelle des Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten verzichten. Die Abschaffung dieses erst 2022 ge­schaf­fenen Amtes be­deutet einen „Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“. Im Folgen­den geben wir, ins­beson­dere für unsere Leserin­nen und Leser in Deutschland, den Text einer On­line-Pe­tition wieder:

Petition: Antiziganismus bekämpfen – Beauftragtenstelle für Sinti und Roma wieder besetzen!

Gestartet von Gjulner Sejdi
→Zum Unterzeichnen

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrte Frau Ministerin Prien,

wir sind Sinti und Roma*) – Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Deutsch­land hat uns unter dem NS-Regime verfolgt, depor­tiert, ermor­det. Über 500.000 Menschen. Der Völkermord an unserer Minder­heit ist noch immer nicht vollständig auf­ge­arbeitet. Und auch heute erleben wir täglich Aus­gren­zung, Hass, Dis­kriminie­rung – Anti­ziganis­mus. Und der nimmt zu. Umso un­ver­ständli­cher ist es für uns, dass die Bundes­regierung die Stelle des Be­auf­tragten für die Belange von Sinti und Roma und gegen Anti­ziganis­mus ein­fach ge­stri­chen hat – still und leise, ohne Begrün­dung, ohne neue Per­spektive.

Der bisherige Beauftragte Mehmet Daimagüler hat Mut bewiesen, klar ge­sprochen und ge­handelt – im Namen der Bundes­regierung. Drei Bei­spiele zeigen, wie wichtig seine Rolle war: Read the rest of this entry »

7. Juni: Roma-Butschu 2025 in Unterwart

Mai 31st, 2025  |  Published in Einrichtungen, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Butschu 2025Sa./Sub., 7. Juni 2025
Beginn/kesdipe: 19:00 Uhr/orenge

Kulturhaus, Marienplatz 5 in Unterwart/Kulturakero kher, Mariakero than 5, Tenu Erba

Der Roma-Butschu (Roma-Kirtag) ist ein Fest der Kulturen und Volks­gruppen im Burgenland. Seit 1991 feiern Roma und Nicht-Roma ge­mein­sam ein Fest der Vielfalt und Diver­sitäten. Im Mittel­punkt steht dabei jedes Jahr die Musik. Neben den Ober­warter Roma-Bands „Romano Rath“ und „Leon Berger Band“ prä­sentie­ren heuer auch die „Post Meridiem Band“ und „Romantic Death“ ihr Kön­nen. Wei­ters stehen musi­kali­sche Dar­bietun­gen der ungari­schen „Volks­musik­gruppe Csörge“ und der „Tam­burica Vlahija“ auf dem Pro­gramm. Der Eintritt ist frei!

O Roma-Butschu jek mulatin­tschago le kultu­rendar taj flogos­kere grupnen­dar ando Burgen­land hi. Sajt o bersch 1991, o Roma taj o gadsche, khetan jek mula­tin­tschago le minden­feliti­kostar mula­tinen. Ando masch­karutno punkto sako bersch i muschika terdschol. Pasche o erbakere Ro­mengere-bandi „Romano Rath“ taj „Leon Berger banda“ sikan ada bersch te i „Post Meridiem banda“ taj „Romantic Death“ lengero dscha­nipe. Taj akor meg te muschi­kakere khelip­tscha la ungrika­kera flogos­kera mu­schi­kakera grupnatar „Csörge“ taj la tam­buri­catar „Vlahija“ upro programo terdschon. O ande­dscha­jipe na­phandlo hi!

„Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“

Mai 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Erster und möglicherweise letzter Antiziganismus-Bundesbeauftragter Mehmet Daimagüler (Bild: Harald Bischoff/Wikimedia, CC BY-SA 3.0)Neue deutsche Bundesregierung verzich­tet auf Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten

Vor drei Jahren schuf die deutsche Bundesregierung das Amt des „Beauf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland“. Die im Mai 2022 neu ge­schaffene Stelle wurde mit dem Rechts­anwalt und Publi­zisten Mehmet Daimagüler be­traut. Zu­geordnet war die Stelle dem Familien­ministerium. Die Bundes­regierung konnte somit auf die Expertise eines Anti­semitismus-, eines Anti­rassismus- und eines Anti­ziganismus­be­auftrag­ten zurück­greifen.

Nun soll die Stelle jedoch wieder abgeschafft werden. Daimagüler hatte erst kürzlich seinen Rücktritt aus persön­lichen Gründen bekannt gegeben. Wie am Mitt­woch publik wurde, will die Bundes­regierung die vakante Stelle nicht mehr nach­besetzen. „Eine Ab­schaffung des Amts wäre ein Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma in Deut­schland“, zitiert die „taz“ den bis­herigen Amts­inhaber.

Auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma reagiert brüskiert auf Presse­berichte zur Ab­schaf­fung des Beauf­tragten: „Ich kann mir nicht vor­stellen, dass die Bundes­regierung einen solchen Schritt gehen würde, ohne dies mit dem Zentralrat ab­zu­sprechen. Und das ist nicht ge­sche­hen“, zitiert die Agentur KNA den Vor­sitzenden des Zentralrats Romani Rose. Er habe die Bundes­regierung in einem Schreiben aufgefordert, die Stelle des Beauftragten beizubehalten und für Klarheit zu sorgen. „Und nach den nun auf­ge­tauchten Berichten über eine ver­meint­liche Streichung werde ich mich noch­mals an die Bundes­regierung wenden.“

„Unsichtbarmachung“

Kelly Laubinger, Leiterin der Sinti-Union Schleswig-Holstein, spricht von „Unsichtbar­machung“ und „politi­schem Skandal“: „Gemein­sam mit der Nicht-Er­wähnung der histo­rischen Ver­ant­wortung der Sinti und Roma und der Unsichtbar­machung der struk­turellen Gewalt an Sinti und Roma im aktuellen Koalitions­vertrag reiht sich dieser politi­sche Skandal in den politischen Offen­barungs­eid der aktu­ellen Bundes­regierung ein: Sinti und Roma werden be­wusst poli­tisch margi­nalisiert. Read the rest of this entry »

ORF: Roma-Redaktion sucht Verstärkung

April 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

ORF-Landesstudio in Eisenstadt (Foto: Deneb/Wikimedia, Public Domain)Amen soraljaripe redakcijonake rodas

La Romengera redak­cijo­nake la ORF flogos­kera grup­na­kera redak­cijo­natar, redak­cijo­neli soral­jaripe rodas. Tumen igen latsche nimtschke dscha­nip­tscha iste on, taj o dscha­nipe le Burgenland Ro­mani­jistar vaj jeka Ro­ma­nes-va­ri­jaci­jo­natar latscho ovlahi. Rodim on dsche­ne, saven voja upri repor­teren­geri buti ando radijo, andi televisa, ando inter­net taj ando soci­jali mediji hi. Tumen iste igen latsche nimtsch­ke dschaniptscha on, afka sar te interesi upri flogoskeri grupnakeri politik, upro dschi­vi­pes­kere koji taj upri kultura le Romen­dar taj Rom­njendar, Sinti taj Sin­tiz­zendar taj upro avre autoch­toni flogos­kere grupn andi Austrija. Tumaro bever­bi­nipe adaj orde schaj bitschan: roma@orf.at

Für die Roma-Redaktion der ORF-Volks­gruppen­redak­tion suchen wir redak­tionelle Ver­stärkung. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind Voraus­setzung, die Kenntnis von Burgen­land­romani oder einer Romanes-Va­rian­te ist von Vorteil. Gesucht sind Interes­sen­ten, die Freude an der jour­nalis­ti­schen Arbeit in Radio, Fernsehen und Internet und in den sozialen Medien haben. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind un­erläss­lich, ebenso wie das Interesse an der Volks­gruppen­politik, der Lebens­weise und der Kultur der Roma und Romnja, Sinti und Sintizze und der anderen autoch­thonen Volks­gruppen in Österreich. Ihre Be­wer­bung schicken Sie bitte an: roma@orf.at

(Text: volksgruppen.orf.at)

„Nevo tschibtschakero prikdipe“

April 12th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Romani, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 11.4.2025 | 11:06 min

„Innovative Sprachvermittlung“ des Forum4Burgenland: Jahres­tagung und Prä­sen­ta­tion eines Kinder­lieder­bu­ches in Eisen­stadt

Amen vodschikan use amaro berschen­gero talali­nipe „Nevo tschib­tschakero prik­dipe“ le Forum­4Bur­gen­landis­tar akaras tumen. O mulatin­tschago, tscheter­tekon, ando 10to april 2025, ando kultu­rakero kongresa­kero centrum Tikni Martona tel likerdo ol. Loschanen tumen upre jek minden­felitiko pro­gramo, savo neve koji uso prikdipe le flogos­kere grupnen­gere tschib­tschendar le Burgen­lan­distar ando masch­karutno punkto ter­dscharel taj tumenge jek dikipe ando tschib­tschakero siklipe la muschi­kaha, la naturaha taj le mici­nipeha del. Uso berschengero talalinipe jek but tschib­tschakeri dschi­lakeri kenva le flogoskere ischko­lakere tschavenge ando reli­gijo­nakero siklipe angle terdschardi ol. I anaven­geri patrin ando keripe jeke fesch­tini­peskere bever­bistar le tscha­vendar taj tschajendar kerdi uli. Tumen schaj tumenge o minden­felitiko le and bitschade kipendar uso mulatin­tschago aun diken, o jerinasch­tscha taj jerina­schkiji uso mulatin­tschago pati­jarde on. Jek but tschib­tschakero chor o programo dschi­lenca andar i dschi­lakeri kenva vodinla. O Forum4Burgenland jek sikadipeskero forum la Privati Pedago­gischi Utschi Ischko­latar Burgen­land, la sikadi­peskera direk­ci­jo­natar Burgenland taj le bur­genlan­ditike flogo­skere grupnen­gere bajro­tschendar hi. Ando bersch 2019 le ciliha kerdo, o flogoskere grup­nengere tschibtscha, o burgen­landitiko horvacko, o ungriko taj o Bur­gen­land-Romani ando pradi­peskero esbe lipe te sikal taj ando sikadi­peskero than te soraljarel.

Das Forum4Burgenland ist ein Bildungsforum der Privaten Päda­go­gischen Hochschule Burgenland, der Bildungs­direktion Burgen­land und der burgen­län­dischen Volks­gruppen­beiräte. Es wurde im Jahr 2019 mit dem Ziel geg­ründet, die Volks­gruppen­sprachen Burgen­land­kroatisch, Ungarisch und Burgen­land-Romani in der öffent­lichen Wahr­nehmung sichtbarer zu machen und sie im Bildungs­bereich zu stärken. Die Veranstaltung fand am Donnerstag, den 10. April 2025 im „Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt“ statt und bot ein viel­fältiges Pro­gramm, das inno­vative Ansätze zur Ver­mittlung der Volks­gruppen­sprachen des Burgen­landes in den Mittel­punkt rückt und Einblicke in das Sprachen­lernen mit Musik, Natur und Bewegung er­möglicht. Bei der Jahres­tagung wurde ein mehr­sprachiges Liederbuch für Volks­schulkinder im Religions­unterricht prä­sentiert. Read the rest of this entry »

„Opre Roma!“: Roma-Monat des Europarats

April 2nd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Opre Roma! - Veranstaltungsreihe des Europarats im April 2025Vom 1. bis zum 30. April veranstaltet der Europa­rat den Monat Opre Roma!, um den Bei­trag der Ge­schichte, Sprache und Kultur der Roma zum ge­mein­sa­men Erbe und zur kul­tu­rel­len Viel­falt Europas zu wür­digen.

Der Aufruf „Opre Roma!“, der so viel wie „Steht auf, Roma!“ bedeutet, wurde 1971 auf dem 1. Inter­natio­nalen Ro­ma-Kon­gress viel­fach auf­ge­griffen. Diese Losung trägt auch heute noch in den Roma-Ge­mein­schaf­ten zu Einheit und Wider­stands­fähig­keit bei.

Den ganzen April über werden mehr als 30 Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene Sen­sibili­sierungs­ver­anstal­tun­gen orga­nisieren, um die Geschichte, Sprache und kultu­relle Identität der Roma hervor­zu­heben. Viele dieser Ver­anstal­tungen werden auch die Förderung und den Schutz der Rechte der Roma-Ge­mein­schaf­ten zum Gegen­stand haben. Ein Beispiel ist das Treffen des „Dialogs des Europa­rates mit der Zivil­gesell­schaft der Roma und Fahrenden“ (2. und 3. April), das die wichtige Rolle der Zivil­gesell­schaft betonen wird, ins­beson­dere in einer Zeit, in der viele zivil­gesell­schaft­liche Organi­sa­tionen Schwierig­keiten haben, ihr Fort­bestehen zu sichern.

Vom 5. bis zum 11. April findet im Europarat das diesjährige Seminar „Roma Youth Together“ statt, bei dem 35 Teil­nehmende aus 21 Ländern zu­sammen­kommen, um Erfah­rungen aus­zu­tauschen. Das Seminar soll junge Roma befähi­gen, als Akteure des Wandels und Kataly­sa­toren in ihren Gemein­schaften zu agieren.

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Wohlfahrtsverband in Deutschland gegründet

Januar 14th, 2025  |  Published in Einrichtungen

ZWRSDSechs Selbst­or­gani­sa­tio­nen und ein Dach­verband grün­den Zentralen Wohl­fahrtsverbandes der Roma und Sinti Deutschland

Im September 2024 wurde der Zentrale Wohl­fahrts­verband der Roma und Sinti in Deutschland (ZWRSD) in Berlin ge­gründet. Die offi­zielle Ein­tragung ins Vereins­register erfolgte am 25.11.2024. Für diesen histo­rischen Schritt haben sich sechs Selbst­or­gani­sa­tio­nen und ein Dach­verband als Grün­dungs­mit­glieder zu­sammen­ge­schlossen: Carmen e.V. aus NRW, Pro Sinti und Roma e.V. aus Ba­den-Württem­berg, Roma Center e.V. aus Nieder­sachsen, Romani Kafava e.V. aus Hamburg, RomaniPhen e.V. aus Berlin, Romanity e.V. aus Bayern sowie der Bundes Roma Verband e.V., der Dach­verband der migran­tischen und neuen deutschen Roma in Deutschland.

„Mit der Gründung des Wohlfahrtsverbandes schließen wir eine große Lücke in den be­ste­hen­den Struk­turen der Sozial­verbände. Der Zentrale Wohl­fahrts­verband wird künftig die Interessen der Roma und Sinti in sozial­politi­schen Be­langen bundes­weit ver­treten“, sagt Kjemal Ahmed, der zum 1. Vor­sitzen­den des Verbandes ge­wählt wurde. Vielfach erleben Roma und Sinti Dis­krimi­nie­rung und Aus­schlüsse in den be­­stehen­­den Struk­turen der sozialen Arbeit und Wohl­fahrts­pflege. Zu dem Ergebnis kam auch der Bericht der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganismus, der 2021 ver­öffent­licht und zuvor von der Bundes­regierung in Auftrag ge­geben wurde. Um diesen Dis­krimi­nierungs­mecha­nis­men ent­gegen­wirken, verfolgt der Verband den Grund­satz „Nothing about us without us“. Ziel des Wohlfahrtsverbandes ist es, bereits vorhan­dene Exper­tisen der bundes­weit tätigen Selbst­organisa­tio­nen in den Be­ratungs­be­reichen Wohnen, Bildung, Arbeit und Ge­sundheit zu­sammen­zu­führen, sowie eine Pro­fessiona­lisie­rung durch Ent­wicklung von gemein­samen Standards der Beratung, durch Weiter­bildungs­an­ge­bote und ein Konzept für Qua­litäts­ent­wick­lung und Evalua­tion zu schaffen. Read the rest of this entry »

Schleswig-Holstein: Sinti-Union angegriffen

Januar 5th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: die mit Sperrholz abgedeckte zerstörte Tür nach dem Angriff auf die Geschäftsstelle der Sinti-Union Schleswig-Holstein. Daneben die auf den Holocaust verweisenden Plakate. (Foto: Sinti-Union SH)In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Jänner wurde der Ein­gangs­bereich der „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ in Neu­münster durch eine Explosion schwer be­schä­digt, die ver­mut­lich durch nicht ge­neh­mig­te Böller ver­ur­sacht wurde. Ver­letzt wurde nie­mand. Die Polizei schließt einen po­li­ti­schen Hin­ter­grund nicht aus. In einem Auf­ruf bittet die „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ even­tu­el­le Zeugen, sich zu melden.

Sinti Union SH, 3.1.2025:
Die Wucht der Explosion zerstörte größtenteils die Fenster­scheiben der beiden Eingangs­türen sowie die darüber lie­genden Glas­elemente voll­ständig. Auch die hölzernen Kreuz­ver­strebun­gen in den Fenstern (über den Türen) wurden erheb­lich be­schädigt. Der Brief­kasten der „Sinti Union SH“ wurde eben­falls durch die Explosion zerstört. Die Über­dachung über dem Eingang, die mit Paneelen bedeckt war, wurde stark be­schädigt. Auch die dort instal­lierte Lampe funk­tioniert nicht mehr. Eine Jalousie an einer der Türen ist defekt. Die große Fenster­scheibe, an der Plakate zum Thema Wider­stand im Holocaust an­ge­bracht sind und die sich zwischen den beiden Eingangs­türen der „Sinti Union SH“ befindet, wurde be­schädigt und weist meh­rere Risse im Glas auf. In den Innen­räumen beider Räum­lich­keiten liegen überall Glassplitter, die durch die Explosion ent­standen sind.

Der Vorfall hat deutliche Schäden an der Struktur und Sicherheit der Eingangs­bereiche hinter­lassen. Glück­licher­weise wurde nie­mand verletzt, da sich zum Tat­zeit­punkt niemand in den Räum­lich­keiten befand. Normaler­weise sind wir – vor allem als ehren­amtlich Tätige – auch an Feiertagen wie z. B. in der Weih­nachts­zeit bis spät­abends im Büro, um zu arbeiten. Obwohl nie­mand vor Ort war, sitzt der Schock tief. Die Feuerwehr hat die Türen und Fenster bereits provisorisch mit braunen Span­platten ge­sichert. Eine Anzeige wurde gestellt, und die Kriminal­polizei hat bereits Beweise ge­sichert und er­mittelt nun in diesem Fall. Wenn Sie etwas gehört oder gesehen haben, melden Sie sich bitte bei uns und/oder der Kriminal­polizei.

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Jubilejum 2024: 20 berscha dROMa

Dezember 28th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, dROMa (Magazin)

JUBILÄUM 2024

MultimediamaschineI maschina bajder pe micinel | Die Maschine surrt weiter

Jek falato palo kija falato, o tikno farajn Roma-Ser­vice pe­dar o ber­scha, use jek multi­me­di­ja­keri ma­schina la flo­gos­kera grup­nake pe irin­tscha. Elosch­no angle pe mici­nel – le faraj­nis­kere ardip­tschen­ca, ham te but­var tschak ojs part­neri ando pa­lut­no ter­dscho­jipe.

O farajn ande leskere bisch berscha, jek bulho medi­jali dipe andar i phuv asdija, savo dur pedar o Burgenland vir­kinel: o dschu­mimo maga­cin dROMa, o online for­mato dROMa-Blog taj o vide­jos­kero phu­kajipe andar dROMa TV vaj Tschib­tscha/TV Erba. Use al, o Romani-tscha­ven­gero papru­schen­gero nevipe Mri nevi MiniMulti, savo andi kopera­cijona la flogos­kera utscha isch­kolaha le burgen­lan­di­tike hor­vacken­dar kerdi ol, i Romani-tscha­ven­geri biblina, savi ojs fesch­timo kerdo heflti­nakero redo ari alo, o duj bulhe prik dschiv­den­ge­re-edi­ci­jon­tscha (Mri taj Amari Historija) taj te jek thaji­peskeri- taj jek dschi­la­jipes­keri kenva. Taj use, sako di meg prik­bescha­rip­tscha taj mejdi­nip­tscha le radijos­kere maga­ciniske Romani Ora taj la flogos­kera grup­nakera riktschake taj le Romen­gere sen­dung­tschen­ge le ORFistar, pedar amaro stolo dschan. O vodschi la naschta pro­dukcijo­natar ham usar o kesdipe, o duj tschib­tscha­kero papru­schen­gero nevipe dROMa sina, savo akan bisch berscha hi. Sajt 2004, o magacin vodi­naschi la flogos­kera grupnatar taj la faraj­nis­kera butjatar hi, o cile phari­peskere punktscha taj o barikane aun­paschlo­jip­tscha, ande leskere ardip­tscha papal sikan pumen. Uprekle­rinipe taj doku­men­tacijona, sikadi­peskeri- taj socijali buti, histo­rischi gondo taj palgon­dolipe, butvar ham o keripe, i tschib Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) anglo armeripe upre te likerel – andi publi­kaci­jona­keri buti le faraj­nistar Roma-Service, upro riktscha le papru­schen­gere nevi­pestar dROMa, ada sa khetan naschel.

Stück für Stück hat sich der kleine Verein Roma-Ser­vice über die Jahre zu einer Multi­media­maschine für die Volks­gruppe ge­wan­delt. Gut geölt surrt sie vor sich hin – mit den vereins­eige­nen Ver­öffent­li­chun­gen, aber oft auch leise als Partner im Hin­ter­grund.

Der Verein hat in den zwanzig Jahren seines Bestehens ein breites mediales Angebot aus dem Boden ge­stampft, das weit über das Burgenland hinaus wirkt: das Print­magazin dROMa, das Online­format dROMa-Blog und die Video­bericht­erstat­tung von dROMa TV bzw. Tschib­tscha/TV Erba. Dazu kommen die Roma­ni-Kinder­zeit­schrift Mri nevi MiniMulti, die in Ko­opera­tion mit der Volks­hoch­schule der Burgen­ländischen Kroaten ent­steht, die Roma­ni-Kinderbibel, die als bunt illust­rierte Heftreihe erschien, zwei um­fang­reiche Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen (Mri und Amari Historija) sowie ein Koch- und ein Liederbuch. Und oben­drein wandern tagein, tagaus auch noch Über­setzungen und Meldungen für das Radio­magazin Romani Ora und die Volks­gruppen­seite und Roma­sendungen des ORF über unseren Schreibtisch. Read the rest of this entry »

„Jek nevi cedula“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Ekspertkija: Romani-ischkoli nan nisaj putripe

Dajakere tschibtschakere sikajipeha le Ro­­men­­ge­­re-tscha­­ven­­ge andi Slo­­vakija akan bara andar o drom bejg ispi­­dim te on. O ministerijum dikel ada ojs „keripe uso be­­kejmpfi­­nipe la segre­­gaci­­jona­­tar“. Ham so ada butschol? Amen usi sika­­di­­pes­­keri eks­­pert­­kija Tina Gažo­­vi­­čová ando foro Bratisl­­ava palal phutsch­­lam.

dROMa: Andi Slovakija akan bojd jek ischko­­la la sika­­ji­­pes­­kera tschib­­tscha­­ha Ro­­mani dela. (→Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy) Hi ada jek barikano drom?
Tina Gažovičová: O phutschajipe andi Slovakija igen bri­­gasch­­no hi. Te le politischi taj inter­­kultu­­reli fatre­­ter­­tschen le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar andi Slovakija minden­­felitike muani­­nip­­tscha use aja tema hi. Upri jek rik latscho hi, hot but Romen­­gere-tscha­­ven andi Slo­­vakija Romani ojs dajakeri tschib hi taj hatek ada schaj pomo­­schin­­lahi, Romani te andi isch­­kola te siklol. Ande amaro isch­­kola­­kero tscha­­tschipe o tscha­­tschipe le tschu­­lip­­tschen­­dar ande hi, ande lengeri daja­­keri tschib sikade te on, taj amen andi Slovakija jek dugi tradicija isch­­kolen­­dar le ungrike tschu­­lipeske hi. Ando peripe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar ada ham schoha prik beschardo na ulo, kaj tschak igen tschule Roma­­ni-mesch­­ter­­tscha del taj kaj o minden­­feli­­tike dijalek­­tscha le tel pisime Roma­­ni­­jistar avrijal hi. Vaschoda tschak tschule ischkoli del, ande save Romani ojs foch sikado ol, ham dschi­­jakana nisaj ischkola, Rom­­nijiha ojs sikaji­­pes­­keri tschib.

So gejng vakerel?
O argumento gejng ischkoli Romanijiha ojs sikajipeskeri tschib hi, hot on i segre­­gaci­­jona (isch­­kola­­kero artscha­­pinipe) taj o socijali artscha­­pinipe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar meg horeder keren. Ando lejcti desch­­ber­­schen­­gere i segre­­gaci­­jona le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar ando ischko­­lakero koja andi Slovakija bibas­­ta­­leder uli. But gava del, ande save agun jek „keverimi“ ischkola delahi, savi Romen­­ge­­re- taj te slova­­kitike, poavar te ungrike tschib­­tschakere tscha­­vendar, kher rodim ule. O gendo le slova­­kitikendar ande odola gava ham tel lel, taj o Roma mindig buteder on, so uso cajchn le „parne naschi­­keri­­pestar“ vodin­­tscha, kaj adi odola ischkoli tschak buter le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar kher rodim on. Read the rest of this entry »

„Ein neues Etikett“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Expertin: Romani-Schulen sind keine Lösung

Mit muttersprachlichem Unterricht sollen den Ro­­ma-Kin­dern in der Slo­wa­kei end­lich Steine aus dem Weg ge­räumt werden. Das Mi­nis­te­ri­um sieht dies auch als „Bei­trag zur Be­kämpfung der Se­gre­ga­tion“. Aber was be­deu­tet das? Wir ha­ben bei der Bil­dungs­ex­per­tin Tina Gažo­vi­čová in Bratislava nach­ge­fragt.

dROMa: In der Slowakei wird es bald eine Schule mit der Unter­richts­sprache Romani ge­ben (→mehr hier). Ist das ein sinn­voller Weg?
Tina Gažovičová: Die Frage ist in der Slowakei sehr umstritten. Auch die politi­schen und intel­lek­tuellen Ver­treter der Roma-Min­der­heit in der Slowakei haben unter­schied­liche Meinungen zu diesem Thema. Einer­seits stimmt es, dass viele Roma-Kinder in der Slowa­kei Romani als Mutter­sprache haben und es daher für sie hilf­reich sein könnte, Ro­mani auch in der Schule zu lernen. Unser Schul­gesetz beinhaltet das Recht der Minder­heiten, in ihrer Mutter­sprache unter­richtet zu werden, und wir haben in der Slowakei eine lange Tradition von Schulen für die ungarische Minder­heit. Im Falle der Roma-Min­der­heit wurde dies jedoch nie um­ge­setzt, da es nur sehr wenige Roma­ni-Lehrer gibt und außer­dem die ver­schie­denen Dialekte vom kodi­fizierten Romani ab­weichen. Daher gibt es nur wenige Schulen, in denen Romani als Fach unter­richtet wird, aber bisher keine mit Romani als Unter­richts­sprache.

Was spricht inhaltlich dagegen?
Das Argument gegen Schulen mit Romani als Unterrichtssprache ist, dass sie Segregation (Anm.: schuli­sche Ab­sonde­rung) und sozialen Aus­schluss der Roma-Min­der­heit weiter ver­tiefen. In den letzten Jahr­zehn­ten hat sich die Segre­gation von Roma-Kind­ern im Schul­wesen in der Slowakei ver­schärft. Es gibt viele Dörfer, in denen es früher eine „ge­mischte“ Schule gab, die sowohl von Roma- als auch von slowa­kischen, manchmal auch un­garisch­spra­chigen Kindern besucht wurde. Die Zahl der Slowaken in diesen Dörfern nimmt jedoch ab, während die Roma-Be­völ­ke­rung zu­nimmt, was zum Phä­nomen der „weißen Flucht“ geführt hat, so dass diese Schulen heute nur noch von Roma-Kindern besucht werden. Read the rest of this entry »

Antiziganismus: Deutsche Bund-Länder-Kommission nimmt Arbeit auf

Dezember 13th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Unter dem Vorsitz des Anti­zi­ga­nis­mus­be­auf­trag­ten Dr. Meh­met Dai­ma­gü­ler fand die kon­sti­tu­ie­ren­de Sitzung der Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­zi­ga­nis­mus statt. Ziel ist eine ver­bes­ser­te, insti­tu­tio­na­li­sier­te Zu­sam­men­ar­beit für die Teil­habe von Sinti und Roma.

Am 7. Oktober fand unter Vorsitz des Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus, Dr. Mehmet Daimagüler, die kon­stituie­rende Sitzung der „Stän­digen Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma“ (BLK) statt. Die Kom­mission will eine wirk­samere, besser ab­ge­stimmte Politik er­reichen, die Sinti und Roma schützt und Hürden zur gleich­berech­tig­ten Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben abbaut.

Teilhabe von Sinti und Roma fördern

Sinti und Roma an Bildung teilhaben zu lassen, ihre Kultur zu fördern, Prä­ventions­maß­nahmen in Polizei und Justiz zu ergreifen und ge­flüchtete Roma zu integrie­ren, sind zentrale Bereiche, um Anti­ziganismus zu be­kämpfen und gleich­be­rech­tigte Teilhabe­chancen für Sinti und Roma in Deutschland zu schaffen. Diese liegen in der Zu­ständig­keit der Länder. Deshalb müssen Bund und Länder dauer­haft zu­sammen­arbeiten und sich über Maßnahmen und Stra­tegien gegen Anti­ziganismus aus­tauschen.

Die Einrichtung des Gremiums geht auf eine zentrale Forderung aus dem Bericht der Un­ab­hän­gigen Kommission Anti­ziganis­mus von 2021 und auf eine Forderung des Bun­destags im Be­schluss 20/9779 vom 14. Dezem­ber 2023 zurück. Um­gesetzt wurde diese Forderung auf Grund­lage des Be­schlusses des Bundes­kanzlers und der Regierungs­chefin­nen und -chefs der Länder zur BLK-Ein­richtung am 20 Juni 2024.

Die Aufgaben der Bund-Länder-Kommission sind: Read the rest of this entry »

25 Jahre Roma Volkshochschule Burgenland

Dezember 6th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

vhs roma 25 jahreDie Roma Volkshochschule Burgenland be­geht ihr 25-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um. Ge­fei­ert wird die­ses mit einem Fest im Offe­nen Haus Oberwart (OHO) am Sams­tag, 14. De­zem­ber 2024, um 19 Uhr. Da­bei wird es eine Rück­schau und ein Kon­zert ge­ben: „An die­sem Abend soll all das prä­sen­tiert und mit einem Fest ge­fei­ert wer­den, was in den 25 Jah­ren des Be­ste­hens ge­schaf­fen und um­ge­setzt wor­den ist.“ Ein­tritt frei.

Konzert: Ferry Janoska & Melinda Stoika. Ausklang mit DJ-Künstlerin Melinda Stoika

Beiträge von: Dr. Leonhard Schneemann (Landesrat – Burgen­län­dische Landes­re­gie­rung), Dr. John Evers (General­sekre­tär Verband Öster­rei­chi­scher Volks­hoch­schulen), Dr.in Christine Teuschler (Vor­sitzen­de Bur­gen­län­di­sche Volks­hoch­schulen)

Im Jahr 1999 wurde die Volkshochschule der Burgenländischen Roma als Teil­orga­ni­sa­tion der Burgen­län­dischen Volks­hoch­schulen ge­gründet. 2016 erfolgte die Um­be­nennung in Roma Volks­hoch­schule Burgen­land (VHS-Roma). „Ziel des Vereins ist ein Bildungs­angebot für Roma und Romnja sowie Nicht-Roma, die an der Geschichte, Kultur und an der Sprache der Volks­gruppe interes­siert sind, zu schaffen. Dabei sollen besonders Begeg­nungen und der Austausch zwischen Roma und Romnja sowie Nicht-Roma er­mög­licht werden“, berich­tet Horst Horvath, Vorstand VHS-Roma.

Programme und Schwerpunkte

„In den vergangenen 25 Jahren war es der VHS-Roma stets wichtig, das eigene Angebot zu reflek­tieren und an die aktu­ellen Heraus­forderun­gen an­zu­passen. Zahlreiche Pro­gramme und Schwer­punkte spiegeln die letzten Jahrz­ehnte wider und erlauben uns heute einen Rückblick in Themen­schwer­punkten“, so Horvath. Zu diesen Schwer­punkten zählen: Vorträge, Buch­präsen­tatio­nen, Diskus­sionen; historische und kultu­relle Aus­stel­­lungen; Kunst, Kultur, Tradition; Studien­reise in ferne Länder; diverse Tagungen; Inter­natio­naler Roma/Romnja-Tag; die „RomaCajtung“; EU-Projekte; Info­point im Stadt­zentrum; ver­schie­dene Theater­pro­duktio­nen; Museums­arbeit; Gedenk­arbeit; Erstellen von Unter­richts­materia­lien; Lehrerin­nen- und Lehrer­fort­bildung.

Die Roma Volkshochschule Burgenland ist erfolgreich, weil es dem enga­gier­ten Team gelingt, Formen und Methoden zu ent­wickeln, die sowohl die Romnja und Roma als auch die Nicht-Roma an­sprechen. Jedoch muss an diesen Stra­tegien wieder­holt weiter­ge­arbeitet werden, um den gesell­schaft­lichen Ver­änderun­gen gerecht zu werden. „Die bisher sehr erfolg­reichen Stra­tegien, die zur An­erken­nung als Volks­gruppe und zur politi­schen Ak­zeptanz geführt haben, ent­sprechen aller­dings nicht mehr den An­sprüchen und der gesell­schaft­li­chen Realität des 21. Jahr­hunderts. Read the rest of this entry »

Protestantismus und Antiziganismus

November 29th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Wissenschaft

Bischöfin Bosse-Huber (Foto: Conf. of European Churches)Die Evan­gelische Kirche in Deutschland (EKD) will die Geschichte von Protestantis­mus und Anti­zi­ga­nis­mus unter­su­chen. Dazu hat sie ein Son­der­sti­pen­di­um zur wis­sen­schaft­li­chen Er­for­schung aus­ge­schrie­ben.

Seit einigen Jahren engagiert sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im bundes­weiten „Netz­werk Sinti Roma Kirchen“, einem Zu­sam­men­schluss aus kirchlichen und reli­giö­sen Gemein­schaften und bundes­weiten und regiona­len Struk­turen von Sinti und Roma. Mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma hat die EKD eine enge Zu­sammen­arbeit ver­einbart; diese wurde im ver­gangenen Jahr an­lässlich des 40. Jahres­tags der Gründung des Zentral­rates mit einer Erklärung und einem gemein­samen Gottes­dienst im Berliner Dom be­kräftigt.

Darin heißt es: „Gemeinsam mit Angehörigen der Minderheit von Sinti und Roma wollen wir der Dis­kriminie­rung im Alltag von Kirche und Gesell­schaft und gruppen­be­zo­gener Men­schen­feind­lich­keit insgesamt entgegenwirken. Dazu bedarf es der Aus­einan­der­setzung mit der bis in die Gegen­wart reichen­den Schuld­geschichte der Kirchen und der un­beding­ten kritischen Über­prüfung von theolo­gischen und kirchlichen Denk­mustern und Prägungen.“

Vor diesem Hintergrund hat die EKD jetzt ein Sonderstipendium aus­ge­schrie­ben, das der wissen­schaft­lichen Unter­suchung der Geschichte von Anti­ziganis­mus und Pro­testan­tis­mus dienen soll. Das Projekt ist in der Kirchen­geschichte an­gesiedelt und zielt auf die Beleuch­tung bisher unter­schätzter Aspekte kirch­licher und diakonischer Praxis, z. B. Seelsorge, Jugend­hilfe, Gemeinde­alltag, aber auch Kol­labora­tio­nen der Kirchen in der NS-Zeit, Umgang mit der Minder­heit in der Nach­kriegs­zeit sowohl in West- wie Ost­deutschland.

„Wir erhoffen uns von einer solchen Forschungsarbeit, die nur ein Anfang sein kann, dass wir uns unse­rer eigenen blinden Flecken in der Geschichte und Gegen­wart unserer Kirchen be­wusster werden. Read the rest of this entry »

Khetanperipe ando Advent

November 23rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Advent 2024Lesung – Musik – Kulinarik: Traditioneller Ro­ma-Ad­vent 2024 am 7. De­zem­ber ab 19 Uhr im Offe­nen Haus Ober­wart (OHO), Liszt­gasse 12. Eine Ver­­an­stal­tung von Han­go Roma. Ein­tritt frei.

Der traditionelle Roma-Advent wird schon seit vielen Jahren ver­anstaltet, um den Stellen­wert der Volks­gruppe der Roma nicht zu ver­lieren sowie die Tradition und Kultur der Volks­gruppe der Roma und Sinti zu stärken und in der Öffent­lich­keit erleb­bar zu machen. Heuer findet der Roma-Ad­vent unter dem Motto „35 Jahre Roma-Be­we­gung in Österreich“ statt.

Lesung von Sanja Abramovic
Die Autorin wurde 1982 in Karlovac/Kro­a­ti­en geboren und wuchs im Kurort Topusko nahe der bosni­schen Grenze auf. Sie lebt seit 1991 in Öster­reich, stu­dierte Germa­nistik und Slawistik an der Uni­ver­sität Wien. Seit 2007 lebt sie im Burgenland und unter­richtet Deutsch und Kroatisch. Die Bruch­stellen in ihrer Biografie führen bereits in jungen Jahren zu einer melan­cho­lischen Aus­einan­der­setzung mit Erin­ne­rungen, der Frage nach Heimat und Heimat­losig­keit, zu einer prinzi­piellen Skepsis der Sprache, den Menschen, der Welt gegen­über, zu un­zähligen Ver­ortungs­ver­suchen.

Projekt PRADO DROM: Präsentation und Re­sümee
Das Projekt „PRADO DROM – Offener Weg“ bietet ein nieder­schwelliges Beratungs- und Quali­fi­zie­rungs­an­ge­bot für arbeits­markt­ferne Roma und Romnja. Es sollen Beschäf­ti­gungs­hemm­nisse abg­ebaut, das Selbstwertgefühl gestärkt, Lösungs­kom­petenz aktiviert, Basis­bildung verbessert und somit der Weg von der Arbeits­losig­keit auf den Arbeits­markt geebnet werden. Im Rahmen der Ver­anstal­tung wird das Projekt prä­sentiert. Weiters wird ein Resümee ge­zogen über die groß­artigen Erfolge, die in den zwei Jahren erzielt wurden.

Viel Musik
Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von den burgen­ländi­schen Roma-Mu­sik­grup­pen ROMANO RATH und der LEON BERGER BAND sowie vom NEWO ZIRO QUARTETT aus Wien. Weiters laden wir Sie auf eine kulina­rische Reise aus der Roma-Küche 2.0 – Romano Habe ein. Read the rest of this entry »

Sar feschtime bogartscha

November 21st, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

O visenschoftlichi magacintscha le „Romani Schtudijendar“, kipo: Jakob Sturm (1826) / Smithonian LibrariesO visenschoftlichi magacintscha le „Romani Schtudijendar“


Saj fochiskere papruschengere neviptscha pe­dar o Roma sa del taj de­lahi, na mu­kel pe asaj loke te phe­nel. Ke­kaj afka hi, amen pro­ba­lin­tscham le taj o lek bari­ka­ne­der a­na­va tu­men­ge khe­tan le­dschi­jam. Jek di­kipe – usar o phu­ro vo­di­ni­pes­ke­ro hajo an­dar o 19to schel­ber­schen­ge­ro dschi uso lek ter­ne­der ne­ve ke­rip­tscha.

O „Romani Schtudiji“ jek tikno paj ando thana maschkar o bare disciplin­tscha hi, maschkar etno­logija, lingu­jistika, historija. Le pub­lika­cijo­na­kere kojaske butschol ada, hot o tschule schpe­ci­jalisi­rime papru­schen­gere neviptscha gejng i kon­kurenca le avre foch­tschendar iste pumen terdscha­ren. Pasche, le Romengere-forschinipeske o palmu­ki­pes­kero pharipe leskera rasistischi histo­rijaha, problem­tscha kerel. Jek konflikto, savo dschi adi bibastalo hi, sar hatek o pelinipe pasche i „Gypsy Lore Society“ sikal.

Britanitiko thaneskero schero

Sajt lakero keripe 1888 niko ar la schaj mukla, savo pe visen­schoft­lichi Romenge intere­sirin­tscha. Adaj dschene khetan sina, saven ando „Zigeu­neren­gero for­schinipe“ terdscho­jipe taj anav sina. O siklime taj hobis­kere forscher­tscha upri flogos­keri grupn sar bogar­tschen­gere khetan kedasch­tscha upre eksotischi gistave bogar­tscha pumen tschidine. Sakone „schusche rat­vales­kere kojaske“, „na hami­schane kojasek“ palal naschnahi, mindig le „tschatsche Zigeuner­ni­peske“ upri joma. Ada likeripe, ande savo i roman­tischi voja taj o rasistischi koji khetan bijon, andar o phure bersches­kere kenvi le faraj­niskere fochiskere patren­dar, o Journal of the Gypsy Lore Society (JGLS), te dikel hi. Kritiker­tscha, paloda adale kojaske muguli jek ajgeni, na schukar aka­ripe kerde: „Gypsylorism“.

Kekaj afka sina, o magacin „o basisakero bar le but disciplin­tschen­gere forschini­pes­kere thaneske kertscha, savo adi ojs Ro­ma­ni/Gypsy Schtudiji prin­dschardo hi“, phenel o Roma­ni-lin­gu­jisto Yaron Matras, savo i redak­cijona usar 1999 dschi 2017 vodintscha. Leske te palikerel hi, hot andar o pra­hoschno perijo­dikum, jek moderni akade­mischi magacin themes­kere terdscho­ji­pestar ulo. Ham o kerdo irinipe – taj o anavengero irinipe ande Romani Studies – i nevi redak­cijona 1999 tschak phare duach schaj beschar­tscha. Jek phenipe le farajvniskere dschenen­dar, kaj o khetanipe ersch­tivar kritischi lengere kesvdiptschen­ca donde pumen bescharde, hatek erscht ando bersch 2016 dija. Upro tradici­joneli anav „Gypsy Lore Society“ i phuri garda muguli meg adi likerel, kekaj but kritika del. Read the rest of this entry »

Wie bunte Käfer

November 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Zwischen Gypsylorism und Wissenschaft: die Fachjournale der „Romani Studies“, Bild: Jakob Sturm (1826) / Smithonian LibrariesDie wissenschaftlichen Journale der „Romani Studies“


Was es an Fachzeitschriften über Roma alles so gibt und gab, lässt sich gar nicht so leicht über­blicken. Wir ha­ben es trotz­dem ver­sucht und die wich­tigs­ten Titel für Sie zu­sam­men­ge­tra­gen. Eine Über­sicht – vom alten Flagg­schiff aus dem 19. Jahr­hun­dert bis zu den jüngs­ten Neu­grün­dun­gen.

Die „Romani Studies“ sind ein bescheidenes Biotop in den Nischen zwischen den großen Dis­zipli­nen, zwi­schen Ethno­logie, Linguistik, Ge­schichte. Für das Publi­ka­tions­wesen bedeu­tet dies, dass sich die wenigen spezia­li­sierten Zeit­schriften gegen die Kon­kurrenz der anderen Fächer be­haupten müssen. Zudem macht der Roma-For­schung die Erblast ihrer rassisti­schen Geschichte zu schaf­fen. Ein Konflikt, der bis heute virulent ist, wie etwa die Polemik um die „Gypsy Lore Society“ be­weist.

Britischer Platzhirsch

An dieser kam, seit ihrer Gründung 1888, niemand vorbei, der sich wissenschaftlich für Roma interes­sierte. Hier war ver­sammelt, was in der „Zigeuner­forschung“ Rang und Namen hatte. Die Gelehrten und Hobby­forscher stürzten sich auf die Volks­gruppe wie Insekten­sammler auf exotisch schil­lernde Käfer. Allem „Rein­blütigen“, „Un­ver­fälschten“ jagten sie hinter­her, immer dem „echten Zigeuner­tum“ auf der Spur. Diese Haltung, in der romantische Begeis­terung und rassis­tische Prämissen ver­schmolzen, blickt einem auch aus den alten Jahr­gängen des Vereins­organs, des Journal of the Gypsy Lore Society (JGLS), ent­gegen. Spätere Kritiker prägten dafür einen eigenen, wenig schmei­chel­haften Begriff: „Gypsylorism“.

Nichtsdestotrotz legte das Journal „den Grundstein für das inter­diszipli­näre Forschungs­gebiet, das heute als Ro­ma­ni/Gypsy Studies bekannt ist“, betont der Roma­ni-Lin­guist Yaron Matras, der die Redaktion 1999 bis 2017 leitete. Ihm ist es zu verdanken, dass aus dem ver­staubten Perio­dikum ein modernes akade­misches Journal von Weltrang wurde. Doch diesen Richtungs­schwenk – und die Namens­änderung in Romani Studies – konnte die neue Redaktion 1999 nur mit Mühe durch­setzen. Eine Reso­lution des Vorstands, in der sich die Gesell­schaft erst­mals kritisch mit ihren Ursprüngen aus­einander­setzte, kam über­haupt erst 2016 zustande, und am traditio­nellen Namen „Gypsy Lore Society“ hält die alte Garde sogar heute noch fest, aller Kritik zum Trotz. Bei den Romani Studies ist allerdings derzeit ein Umbruch zu er­kennen. Read the rest of this entry »