Fundstücke

♫ Fundstücke (Nr. 6): J’attendrai Swing, 1939

Februar 8th, 2010  |  Published in Film & Theater, Fundstücke, Musik

Django Reinhardts „J’attendrai Swing“ von 1939: ein YouTube-Fundstück als kleiner Nachtrag zu seinem 100. Geburtstag am 23. Jänner.

Fundstücke (Nr. 5): Gitanos del Sur

April 21st, 2009  |  Published in Fundstücke, Kunst & Fotografie

Eine kleine Fotoserie über Roma in Südchile haben wir in Flickr aufgestöbert. Die Bilder stammen laut dem Fotografen Raúl Goycoolea aus ebenjenem Romalager bei Puerto Montt, das vor wenigen Tagen – und kurz nach den Aufnahmen – bei einem pogromartigen Angriff in Flammen aufging (siehe dROMa-Blog). Die Roma haben das Camp inzwischen abgebrochen und die Stadt verlassen.

Fundstücke (4): Der Blick des Beobachters

März 18th, 2009  |  Published in Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte

Angerer, Zigeuner (1855)Die fotografische Erfindung der „Zigeuner“

„(…) Es ist also der Blick des Beobachters, der scheinbar ohne große Mühe die angebliche Eigenheiten und Attribute der ‚Zigeuner‘ zu einem identifizierenden Bild zusammensetzt. Es sollte uns daher nicht verwundern, wenn die Fotografie eine zentrale Rolle in der Fixierung dieses typologisierenden Blicks einnimmt. Sie hält jene visuellen Konstanten fest, die die Beobachter als typisch für das Zigeunertum ausmachten. Und sie fügt hinzu, was die kollektive Projektion sehen wollte. Als die fotografischen Postkarten um die Jahrhundertwende koloriert wurden, wurden die Zigeuner in ein buntes Licht getaucht: Sie erhielten bunte Zelte, rote Röcke oder Jacken, braune Hautfarben. (…)“ (Anton Holzer)

Der Historiker Anton Holzer beschäftigt sich in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Fotogeschichte“ mit „Zigeuner“-Fotografien, wie sie seit Mitte des 19. Jh. an den östlichen und südöstlichen Rändern Europas entstanden sind: „Diese Bilder, die für ein weit entfernt lebendes bürgerliches Publikum entworfen wurden, waren ethnologische Beutestücke. Sie zeichnen ein Image zwischen Faszination und Abscheu, ein Bild, das sich als haltbar erweisen hat – bis heute.“

Anton Holzer: Faszination und Abscheu. Die fotografische Erfindung der „Zigeuner“, in: Fotogeschichte. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie, Heft 110, 2008, Jg. 28, S. 45-56.

Fundstücke (Nr. 3): Chachipe

März 3rd, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Fundstücke, Jugend & Bildung, Kunst & Fotografie

Children of the hills (Zoltan Cristian Bereczki, Chibed/Rumänien)

Fotowettbewerb Chachipe 2007

Vor zwei Jahren veranstalteten das Open Society Institute (OSI) und OSA Archivum unter dem Titel „Chachipe” (Romani für: Wahrheit, Recht) erstmals einen Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche, die das Leben der Roma in jenen Ländern porträtieren sollten, die dem Netzwerk „Jahrzehnt der Roma-Integration“ („Decade of Roma Inclusion 2005-2015“) angehören. Eines der Siegerfotos (Kategorie: Familie), die eine international besetzte Fachjury aus den rund 2200 Einreichungen aus den damals neun mittel- und südosteuropäischen Teilnehmerstaaten auswählte, ist das Foto „Children of the hills“ des Rumänen Zoltan Cristian Bereczki. Dieses und die anderen Preisträgerfotos des Wettbewerbs 2007 haben wir nach langem Suchen auf der Homepage zu guter Letzt doch noch hier aufgestöbert. Dieser Tage tagen übrigens die Juroren, um die Preisträger des Nachfolgewettbewerbs „Chachipe 2008“ zu küren, die dann in wenigen Wochen bekannt gegeben werden.

Fundstücke (Nr. 2): „Will lieber Zigeuner sein“

Februar 15th, 2009  |  Published in Fundstücke

„Will lieber Zigeuner als Deutscher sein. Oder anders entschlossen: vor die Wahl gestellt, Deutscher oder Pole sein zu wollen, zu müssen, hieße mein dritter Weg: Zigeuner, staatenlos, europäisch sein. (…) In Portugal wieder einmal, fiel mir auf, daß die Zigeuner dort die schönsten Portugiesen sind. Auch vor die Wahl gestellt: Jude oder Zigeuner, wäre ich lieber Rom oder Sinto.“

Weiss und Grass bei der Preisgala 2009 in LübeckSo Günter Grass in einem Tagebucheintrag von 1990: eine Sympathiebekundung des deutschen Großliteraten, über die man sich freut, auch wenn sie in Gestalt etwas fragwürdiger Alternativen daherkommt. Dass sich hinter diesen Zeilen übrigens mehr verbirgt als bloße Koketterie, zeigte sich spätestens, als Grass 1997 eine „Stiftung zugunsten des Romavolks“ ins Leben rief, die seither den Otto-Pankok-Preis vergibt. Zuletzt gestern Abend an die Menschenrechtlerin Lalla Weiss (Landelijke Sinti en Roma Organisatie) für ihren Einsatz für die in den Niederlanden lebenden Sinti und Roma.

Günter Grass: Unterwegs von Deutschland nach Deutschland. Tagebuch 1990, Steidl Verlag, Göttingen 2009. 258 S.

Fundstücke (Nr. 1): Romano WWWiskeri Kultura

Februar 10th, 2009  |  Published in Fundstücke, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Musik

balknis_web_imageYoutube ist ja für Freunde der Romamusik nicht mehr unbedingt ein Geheimtipp, und dass es im Web allerhand Film(chen) zu Romathemen zu finden gibt, ist ja auch nicht so neu. Aber dass man sich nicht mühsam alles selber zusammensuchen muss, ist ganz praktisch.

Dafür hat der Chicagoer Wirtschaftsprofessor Steve Balkin eine Sammlung mit Links zu Webradios, (Musik-)Videos und Ausschnitten aus allerlei Filmen zu Romathemen angelegt: Professor Balkins Linkseite.

Und falls jemand meint, es ginge dort (siehe Foto) allzu professoral zu, kann er sich ja die Wahl der Miss Gypsy World 2005 in Prag zu Gemüte führen …